Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – das Heilige und das Profane. Teil 6
Das Profane ist, wie schon im letzten Teil dieses Blogs gesagt,Teil des Heiligen, wenn auch im scheinbar Alltäglichen oder Selbstverständlichen versteckt.
Genau deshalb können auch unsere alltäglichen Handlungen ganz vom Spirit erfüllt sein, sobald wir erlauben, dass wir den Spirit durch unsere Handlungen ausdrücken.
Diese Vorgehensweise entspricht genau derjenigen der Schamanen.
Die Welt selbst erscheint dem Schamanen, wie Sie inzwischen wissen,
als Ausdruck der Manifestationen des Spirits, der sich, selbst unzerstörbar und unteilbar, trotzdem in viele Flüsse und Orte der Kraft bricht um sich darin selbst immer wieder aufs Neue zu gebären….
….und als heimliche aber stetige Verbindung von Spirit, Kraft und Magie, die sich zwar jenseits unseres weitest gespannten Verständnisses vollzieht, uns zugleich aber in eben genau dieses Jenseits beständig hinüberzieht.
Bevor wir uns aber in diese nahezu metaphysischen Untiefen der schamanischen Weltbeschreibung wagen wollen, möchte ich Ihnen hier noch schnell eine weitere Begriffsdefinition anbieten. Rein zur Ablenkung und zu der der Ablenkung folgenden Entspannung, sozusagen.
Dafür habe ich mir hier den Begriff Fluss ausgesucht.
Die nachfolgenden Definitionen dieses Begriffs dienen nicht nur ihrer Unterhaltung, auch wenn Sie das jetzt vielleicht gleich einmal etwas voreilig hier annehmen sollten.
Ein Fluss (von althochdeutsch fluz, zu fliozan „fließen“) ist ein natürliches, linienhaft fließendes Gewässer auf Landoberflächen. Landläufig können aber auch nur Fließgewässer mittlerer Größe als Fluss bezeichnet sein; davon unterschieden werden dann die größeren Ströme und die kleineren Bäche. Diese beiden Begriffe werden in den Geowissenschaften aber vermieden, weil ihre Abgrenzungen regional und historisch variieren und darum nicht allgemeingültig sind….
Die Längen von Flüssen selbst können variabel sein, besonders in den Laufabschnitten, in denen sie freie, sich verändernde Mäander bilden.
Oft werden die kleinen Mäander an Oberläufen nicht gemessen, wohl aber die größeren an Unterläufen.
Bei Verzweigungen ist nicht immer zu entscheiden, welcher der den Fluss repräsentierende Hauptarm ist.
Gelegentlich wird nur der eher gestreckte Weg gemessen, dem ein maximales Hochwasser folgen würde.
Fluss (von althochdeutsch vluz ‚Fließen‘) steht für:
Fluss, größeres Fließgewässer
Atmosphärischer Fluss, tropische Luftströmungen in gemäßigten Breiten.
Fluss (Physik), die Anzahl von Teilchen, die Masse, die Energie etc., die sich pro Zeitspanne durch eine Fläche bewegt
Flüsse und Schnitte in Netzwerken, spezielle Abbildung von der Menge der Kanten in die Menge der reellen Zahlen
Fluss (Mathematik), ein Konzept, das es ermöglicht, zeitabhängige (System-)Zustände zu beschreiben
die Lösung eines vektoriellen Oberflächenintegrales (Flussintegral) in der Mathematik
eine Heroldsbildbezeichnung in der Heraldik, siehe Fluss (Heraldik)
Fluss (Krankheit), eine Krankheit; zum Beispiel Schlagfluss oder „Stickfluss“ (beim Lungenödem)
Flussmittel, Zusatzstoffe, die den Schmelzvorgang und die Handhabung geschmolzener Stoffe erleichtern
Fluss oder Fluß ist der Familienname von:
Grete Fluss (1892–1964), Sängerin, Humoristin und Schauspielerin
Manfred Fluß (* 1943), deutscher Politiker
Max Fluß (1889–1935), österreichischer Historiker und Gymnasiallehrer….
Beispiele:
Die größten Flüsse Deutschlands sind der Rhein, die Donau und die Elbe.
„Der Fluss ist voller Geheimnisse, Gefahren und Mächte, und alle Flussvölker der Erde sind über solche Legenden spirituell mit der Inneren Welt ihres Stroms verbunden.“
„Die meisten der in Flüssen lebenden Tiere rupfen ihre pflanzliche Nahrung in kleinen Stücken ab, nur einige verspeisen ganze lebende Pflanzen.“
Der Fluss seiner Rede wurde jäh unterbrochen.
„Elektrischer Fluss“ und „magnetischer Fluss“ sind physikalische Begriffe.
Quellen: Wikipedia und Wiktionary
Dazu wäre jetzt aus meiner Sicht noch in Etwa Folgendes zu ergänzen:
Schamanen befinden sich immerzu in einem Fluss von Ekstase und Magie.
Das Universum selbst befindet sich im Fluss, und sein Fluss ist vom Einfluss von Kraft und Geist bestimmt.
Die Flüsse der Erde können auch als Teile des göttlichen Chaos betrachtet werden, das sich dann bereit fand, aktiv zur Gestalt der Welt beizutragen.
Die Tatsache, dass jemand Fluss mit Nachnamen heißt, bedeutet zwar noch keinesfalls, dass der oder die Betreffende auch im Fluss mit sich selbst oder dem Universum wäre, schließt diese Möglichkeit aber auch keinesfalls von vornherein aus.
Eigentlich haben wir, wenn auch indirekt, jetzt schon den ersten Teil unserer metaphysisch angehauchten Frage beantwortet. Das merken Sie natürlich jetzt nur, wenn Sie auch mit der dazu nötigen Aufmerksamkeit bei der Sache bleiben konnten.
Denn wenn die Welt selbst dem Schamanen
als Ausdruck der Manifestationen des Spirits, der sich, selbst unzerstörbar und unteilbar, trotzdem in viele Flüsse und Orte der Kraft bricht um sich darin selbst immer wieder aufs Neue zu gebären….
….erscheint, dann liegt das wohl einfach daran, dass der Spirit überall tätig und das eigentliche Wirkprinzip der Wirklichkeit ist, ähnlich wie ein Fluss sich in die verschiedensten Formen und Gestalten wandeln kann, im Wesen aber in all seinen Gestalten derselbe Fluss bleibt.
Das ist jetzt keinesfalls religiös gemeint. Es geht hier nicht um Glauben und Glaubenssätze, sondern nur um spirituell und schamanisch erfahrbare und für den Sehenden auch sichtbare Wirklichkeit.
Der Schamanismus spricht über die Wirklichkeit in jenen Facetten, die durch magische und schamanische Vorgangsweisen erreichbar und erkennbar sind. Seine Vorgangsweisen sind zumeist sehr pragmatisch ausgerichtet und zielen auf die Beeinflussung und den Dialog mit der Natur und dem Spirit in seinen verschiedensten Erscheinungsformen ab, meist mit dem Ziel, Heilung, Balance und Ursprünglichkeit in einem ganz bestimmten Kontext der Welt wiederherzustellen. Wobei diese drei Begriffe, nämlich Heilung, Balance und Ursprünglichkeit, schamanisch betrachtet nahezu Dasselbe beschreiben.
Doch an der Grenze zwischen Erfassbarem und Unfassbarem schwebend, mit einem Bein in der Welt und mit dem Anderen beständig, wenn auch dieser Tatsache zumeist ganz unbewusst, im Jenseits verharrend, befindet sich der Mensch in einer sehr speziellen Situation der Wahrnehmung.
Er kann sich dem Spirit nicht zur Gänze verschließen, ihn jedoch als Wegweiser zurückweisen, er kann der Welt nicht zur Gänze einen Stempel der Erkenntnis aufdrücken, sich ihrer vertrauten Fremdartigkeit jedoch auch nicht entziehen. Er folgt dem Sog des nicht Erfassbaren, schwimmt im Gewässer des Unerreichbaren, lässt sich im Fluss des Unbegrenzten treiben und ist zugleich begrenzt und unbegrenzt in seiner Eigenart.
Der Schamane ist sich normaler Weise der Tatsache wohl bewusst, dass die Welt geheimnisvoll und nur zum kleinen Teil erfassbar ist, nicht deshalb, weil wir etwa unsere Erkenntnisse nicht über immer weitere Bereiche des Endlichen ausdehnen könnten, sondern auf grundsätzliche Weise unfassbar durch die Anwesenheit des Nagual und des Numinosen.
Das Numinose und das Nagual öffnen sich großzügig für uns und wehren uns aufgrund ihrer ihnen eigentümlichen Unbegrenztheit und Unendlichkeit zugleich auch ab, solange wir mit endlichen Mitteln wie dem der Erkenntnisfähigkeit an sie heranzugehen trachten.
Deshalb sieht der Schamane die Welt eben auch
…. als heimliche aber stetige Verbindung von Spirit, Kraft und Magie, die sich zwar jenseits unseres weitest gespannten Verständnisses vollzieht, uns zugleich aber in eben genau dieses Jenseits beständig hinüberzieht.
Und genau darüber wollten wir Ihnen in diesem Blog ja erzählen.
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