Stormy Monday, Montagskater 13. Beachten Sie bitte nicht die magische Zahl 13 an dieser Stelle, sie hat nichts zu bedeuten.
Erinnern wir uns nur einmal kurz an die letzte Folge des Stormy Mondays, meines heißgeliebten Montagskaters.
Da wollte ich ihn unbedingt loswerden und hatte dazu auch schon einen genialen aber ganz unkomplizierten Plan geschmiedet,…
…der mich für immer aus den scharfen Klauen des missmutigen Tieres befreien würde.
Schwelgen wir also weiter in der Erinnerung an den letzten Blog und meine wohldurchdachten Absichten:
Mein ganzer gut vorbereiteter Plan sollte schließlich folgendermaßen vor sich gehen:
Zuerst wollte ich die Badewanne mit Wasser von angenehmer Temperatur füllen.
Dann sollte sie mitten im Wohnzimmer abgestellt werden und ich stiege ins lauwarme Wasser und wartete einfach, bis der Kater käme.
Da mit die besondere Form und magische Gestalt meiner Wanne mit Sicherheit den unschätzbaren Vorteil völliger Unsichtbarkeit verliehe, wäre ich kurz danach den Kater auch schon für immer los.
Im Vorübergehen oder besser gesagt, im Vorüberdenken, fasste und verwarf ich den Plan, ihn einfach zu meiner Schwester zu schicken und blieb somit von allfälligen möglichen Familienzwisten ebenfalls verschont.
Die frei im Raum auf drei Entenfüßen stehende Badewanne, welche genau die Form des legendären Hauses von Baba Yaga angenommen hatte, war für Kateraugen einfach nicht zu erkennen.
Aufgrund der doppelt wirksamen Magie des Katzen ja zurückweisenden Wassers und der paradox anmutenden Entenfußwanne entschwände ich flugs der Wahrnehmung und somit dem Einflussbereich des Katers.
Soweit der unglaublich ausgekochte Plan, den ich in monatelanger anstrengender Denkarbeit gefasst hatte. Zudem war ich die ganze Zeit über gezwungen gewesen, den ausgetüftelten Plan ganz und gar für mich zu behalten.
Ausgetüftelt heißt hier sinngemäß etwa so viel wie ausgefeilt.
Das für mich Behalten genialer Pläne fällt mir aber naturgemäß eher etwas schwer, weil mich die Eitelkeit des verkannten Genies dann wieder und wieder nicht zur Ruhe kommen lässt. Doch ich hielt eisern durch, weil ich ja nicht wissen konnte, über welche geheime Quellen der Information die Katzengeheimpolizei in meinem häuslichen Domizil verfügen würde können.
Nun aber hatte ich es endlich geschafft. Die große Stunde meiner Befreiung nahte.
Es konnte nur noch eine Frage weniger Stunden sein, bis sich das völlig frustrierte Untier mit eingezogenem Katzenschwanz aus meiner Umgebung vollkommen und für immer und ewig zurückziehen würde.
Ich stieg also wie vorgesehen in die Badewanne.
Ein riesiger Schatten fiel kurze Zeit später auf die Wand meines Wohnzimmers. Er hatte die Gestalt eines Katers. Natürlich war er schwarz. Ich meine, das haben Schatten ja so an sich. Weiße Schatten gibt es zwar vielleicht auch, aber wir sehen sie eben nicht so gut, weil sie sich beispielsweise auf einer weißen Wand praktisch nicht von ihrem Hintergrund abheben.
Der Schatten also war schwarz, und der Kater schlich mit irgendwie zornig klingendem Miauen an mir und meiner Badewanne vorbei. Er nahm mich offensichtlich nicht wahr. Mein Plan war also durch und durch von Erfolg gekrönt.
Zumindest bis zu diesem Augenblick. Ich beschloss, einige Zeit in der Badewanne abzuwarten, damit der Kater auch sicher davongeschlichen wäre und sich ein anderes Opfer gesucht hätte.
Ein paar Stunden später trat ich äußerlich zitternd vor Kälte aber innerlich total erleichtert aus dem inzwischen doch recht deutlich abgekühlten Bade, um mich mit einem schon zu Beginn der ganzen Aktion vorsorglich zurechtgelegten Handtuch wenigstens von der gröbsten Nässe zu befreien.
Wie ich Ihnen ja schon im letzten Teil dieses Katerblogs mitgeteilt habe, teile ich leider eine angeborene Wasserscheu mit dem Katzenvolk.
Obwohl ich mich, wenn ich jetzt so zurückdenke, schon dunkel daran erinnern kann, dass ich als Kind eigentlich sehr gern badete und mich sogar wagemutig in größere Wasseransammlungen wie Meere und Seen warf.
Aber jedenfalls hat sich diese seltsame Liebe zum Wasser irgendwann in mir erschöpft und seitdem meide ich es, von reinen Waschzwecken einmal abgesehen.
Nur wenn es wirklich extrem heiß wird, steige ich mit Abscheu ins kühle Nass und genieße dann sogar tatsächlich die Abkühlung. Sekunden später verlasse ich die unheimliche Tiefe des Elements jedoch wieder um mich beispielsweise an Bord eines sicheren Schiffes oder eben einfach an Land zu begeben.
Wenn es wirklich extrem heiß ist esse ich aber sogar Wassermelonen, und die verabscheue ich sonst ebenfalls sehr.
Wo waren wir aber jetzt gleich stehengeblieben?
Ach ja, beim verschwundenen oder verscheuchten Kater und meiner neu gewonnenen Freiheit. Ich begann augenblicklich, einen Art glückseligen Tanz in meinem Wohnzimmer aufzuführen, als ich den Kater nun endlich los war. Endlich katerfrei, stand schon auf meinem ebenfalls vorsorglich für diesen Moment vorbereiteten und heimlich ins Wohnzimmer gelegten T-Shirt. Ich zog es an und tanzte weiter. Die Kälte verließ mich durch die von den Bewegungen des Tanzes erzeugten inneren Wärme. Ich war rundum zufrieden mit mir und der Welt.
Schließlich blieb ich einfach still und in mich versunken mitten im Raum stehen.
In diesem Moment erwischte mich die gewaltige Pranke des Katers.
Sie erwischte mich nicht etwa nur, sie wischte mich mit einer Bewegung durch das ganze Wohnzimmer. Es gelang mir gerade noch, mich schnell zu einer Kugel zusammen zu rollen, bevor ich durch das Wohnzimmer kugelte, um dann durch die geöffnete Türe in den Vorraum und über unzählige Stiegen hurtig weiter ins untere Geschoss meines Hauses zu rumpeln. Schließlich rollte ich unsanft aber eindeutig genau auf meinem Kachelofen zu, der freundlicher Weise meine Bewegung in einem einzigen, allerdings doch einigermaßen unbequemen, Augenblick zu stoppen vermochte.
Im Hintergrund höre ich das vernehmliche Schnauben und Lachen des Katers.
Ich hatte bei meinem Plan zweierlei Fakten über die Natur der Katzen vergessen.
Zum einen sind sie geduldige Jäger und können stunden-, ja manchmal sogar tagelang auf der Lauer liegen, um ihre Beute doch noch zu fangen.
Zum anderen lieben es Katzen, die von ihnen bereits erfolgreich angepirschte Beute im Unklaren über ihr weiteres Schicksal zu lassen, indem sie erst zuzuschlagen pflegen, wenn das künftige Opfer diese Entwicklung der Dinge gar nicht mehr erwartet.
Der Kater bleibt mir also weiter treu.
Ich muss mich doch noch in meinem tiefen Inneren auf die Suche nach seinem Ursprung machen, um ihn mit diesen dann neu hinzutretenden Informationen endlich in aller Ruhe ruhigstellen zu können.
Warten Sie also nur ab.
Ein wahrer Schamane wie ich lässt sich ja durch kleine Rückschläge wie den oben gerade geschilderten keinesfalls aus seiner Ruhe bringen.
Wir werden ja noch sehen, wer hier schließlich das Sagen hat.
Vergessen Sie nur nicht, dass die meisten Märchen für die Bösewichte keinesfalls gut ausgehen. Außerdem habe ich sicherlich die Spirits fast alle geschlossen auf meiner Seite.
Deshalb gebe ich jetzt entschlossen meine neue Devise aus, die dem Kater mit Sicherheit einen kalten Schauer über seinen katzenbuckeligen Rücken jagen wird:
Wer zuletzt lacht lacht am Besten.
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