Stormy Monday, Montagskater 14

20180202_114909

Oh ja, schon wieder Montag. Eigentlich müsste mein Katerproblem jetzt schon wieder wirklich ganz akut sein. Aber…..

Lassen Sie mich vielleicht von einer anderen Seite an die ganze Sache herangehen.

Ich liebe den Sommer. Er ist genau die richtige Jahreszeit für einen Schamanen wie mich. Heiß und sonnig. Allerdings sollte ein idealer Sommer vielleicht auch wieder nicht gar zu heiß werden. So ab 28 Grad wird er nämlich mehr oder weniger unangenehm. Deshalb mag ich ja den Frühsommer noch viel lieber.

Trauriger Weise kann hierzulande aber nicht ununterbrochen Frühsommer sein.
Wahrscheinlich wäre das im Übrigen auch nicht ideal.
Soweit kann ich mich noch an meine fünf Aufenthalte in Sumatra und meine Reise in die Karibik erinnern.

Peru zählt hier nicht, da hängt das Klima nämlich hauptsächlich von der Höhe ab, in der man sich gerade befindet.
Und davon, ob man gerade in den Anden oder im Dschungel verweilt.
Die Höhe variierte dann in meinem Fall zwischen Meeresniveau und knapp fünftausend Metern, und der Amazonasdschungel fühlt sich tatsächlich klimatisch ganz anders an, als die Wind, Hitze und Kälte gleichermaßen ausgesetzten Wege in den Anden.

Insofern fällt Peru also aus dieser Wertung heraus, aber Karibik und Sumatra können wir hier ruhig gelten lassen.
Und das Seltsame und leicht Irritierende an dem ewigen Sommer um den Äquator herum ist, dass er nach einiger Zeit unnatürlich wirkt.
Zumindest für einen vom europäischen Klima geprägten Menschen wie mich.
Das immerwährende gemäßigte oder heiße Sommerdasein führt nämlich über kurz oder lang bei mir zu einer ganz und gar unerklärlichen und nahezu perversen Zustandsveränderung in meinem Inneren. Das Wohlbefinden über die sommerliche Wärme nimmt allmählich ab und macht einer ganz anderen Art von Befindlichkeit Platz. Ich beginne am Sommer zu leiden.
Was mich dann packt ist tatsächlich ein anderer Kater. Die Kraft der Jahreszeiten erfasst mich wie eine Welle aus Prägung und Erwartung und führt zum Gefühl, etwas Wichtiges zu vermissen.
Es handelt sich, Sie werden es kaum glauben, um eine Art Winterentzug, der mich dann plötzlich und unversehens erfasst.
Ja, Sie lesen richtig. Der Winter geht mir ab, wenn er nicht eintrifft.
Wenn er aber eintrifft oder jedenfalls irgendwann wieder eintreffen wird, versuche ich ihn so lange wie nur möglich zunächst zu vermeiden, dann hinauszuzögern und schließlich zu ignorieren, bis ich mich zu guter Letzt mit ihm abfinde, leidgeplagt von der Kälte und gepeinigt von der Unmöglichkeit, leicht bekleidet über längere Zeit im Freien zu bleiben, und in ständiger Erwartung der Wiederkehr der ersten Frühlingsboten.

Der Frühling ist wirklich am Schönsten. Allerdings vergeht er unheimlich rasch, und das ist insofern auch gut so, weil dann eben der Frühsommer einsetzt.
Der Frühsommer aber ist meine liebste Jahreszeit, oder wäre es jedenfalls, wenn er nicht zuweilen in unerträglich heiße Sommer mündete.
Das Alles hat sich durch die Klimaerwärmung im Übrigen einerseits noch verschärft und andererseits irgendwie durchgehend verwirrt wie wir wissen.
Lassen Sie mich aber auf mein katerhaftes eigentliches Thema zurückkommen.

Wenn nämlich nun der Sommer mit aller Wucht einsetzt und es einfach zu heiß wird, um ohne tragbares Klimagerät das kühle Haus noch zu verlassen, wenn also die Hitzewelle um sich greift oder schlägt, und ich zudem noch viele Kilometer weit vom nächsten Meer entfernt bin, weil ich seinerzeit mein Zentrum eben nicht in die Südsee verlegen konnte oder wollte, packt mich zuweilen eine sommerliche Trägheit, die fast alle meine Impulse lahmlegen kann.
Ich sprühe ja an und für sich beständig von kreativen Impulsen, die aus mir herausquellen wollen. Das tun sie im Sommer natürlich ebenso, nur viel langsamer, sozusagen unter der Zeitlupe der Hitzewelle dahinkriechend.

Während dessen verändert sich aber nun mein Katerproblem ganz drastisch.

Der Kater pflegt während meiner sommerlichen hitzebedingten sommerschlafähnlichen Lebensphasen nämlich eine Art Nichtangriffspakt einzuhalten.
Nicht dass ich etwa einen solchen mit ihm abgeschlossen hätte. Dazu fehlt uns ja auch jegliche Form klarer Kommunikation. Er redet nämlich nicht mit mir und antwortet dementsprechend auch nicht auf meine diversen Anfragen zu seiner Natur oder seiner Bedeutung.
Aber jedenfalls greift er nicht an, wenn es zu heiß ist um tiefer einzuatmen.

Er rollt sich dann irgendwo in meinem Wohnzimmer zu einer Art Katerkugel zusammen und schnurrt vor sich hin, wobei ich aber trotzdem nicht in seine Nähe kommen darf, was er mir durch ein gelegentliches Fauchen auch recht gut klarzumachen versteht.

Aber er greift nicht an…..

Sie werden sicherlich verstehen, dass mich das zunächst sehr beruhigt, dann, im zweiten Moment aber, aufs Tiefste beunruhigen kann.

Nun ja, vielleicht verstehen Sie es ja auch nicht.
Vielleicht sind Sie schon bei meinen differenzierten und achtsamen Betrachtungen zum Klima aus unserem heimlich von mir ja immerzu vorausgesetzten Konsens ausgestiegen.
Vielleicht denken Sie inzwischen: „Der Mann weiß nicht was er will. Wenn es kalt ist jammert er. Wenn es heiß wird, ist es ihm auch nicht Recht. Diesem Menschen ist wohl nicht zu helfen.“
Wenn Sie jetzt wirklich so oder so ähnlich denken sollten, liegen Sie natürlich völlig falsch.
Dann haben Sie mich wirklich ganz und gar missverstanden.
Wirklich.

Ich jammere nämlich keinesfalls über Kälte oder Hitze.
Ich stelle nur ihr jeweiliges Vorhandensein fest und erlaube mir dann, eine Vorliebe dafür oder dagegen zu entwickeln.

Keinesfalls empfinde ich mich dabei als Opfer der Umstände.
Schamanen nehmen die Welt nämlich zunächst mehr oder weniger so wie sie ist, und versuchen dann im zweiten Schritt, sie zu verändern.

Letzteres will mir aber bei den Jahreszeiten nicht so richtig gelingen, und deshalb sage ich ihnen, den Jahreszeiten also, hier zumindest einmal ganz unverblümt meine Meinung.
Und es soll auch Sie, den Leser meiner hintergründigen Überlegungen, schließlich dazu ermutigen, sich mit den unveränderlichen Gegebenheiten des Lebens auf diesem kleinen blauen Planeten nicht einfach gedankenlos abzufinden.
Sie haben genauso wie ich ein Recht, gegen die Jahreszeiten und deren Ablauf zu protestieren, wenn Ihnen danach sein sollte.
Allerdings wird dieser Protest voraussichtlich auch Ihnen nichts nützen, oder zumindest keine weitreichenden Veränderungen im Verlauf der Jahreszeiten bewirken.

Die Veränderungen stellen sich zwar aufgrund der leidigen Klimaerwärmung ohnehin schon ein, aber die sind nun mal wirklich nicht unbedingt berechenbar und wahrscheinlich auf Dauer auch nicht ganz so angenehm.

Aber lassen wir das jetzt ruhig wieder.

Sie wollen ja vielleicht noch wissen, warum mich die fehlende Aggressivität des Katers ebenso beunruhigen kann wie seine zu anderen Zeiten stattfindende heftige Jagd auf mich.

Die Antwort ist einfach.

Ich vermute nämlich, er hält mich zu Zeiten des Hitzekollers einfach nicht für einen würdigen Gegner.

Er achtet es offenbar nicht für der Mühe wert, mir in diesem Zustand, der mich eben während der Hitzewelle erfasst hat, noch irgendwie nachzustellen.

Das ist doch einfach völlig würdelos. Wie lässt mich sein Verhalten jetzt denn dastehen?

Trotz meiner schamanischen Kraft und meines magischen Wissens ignoriert mich das freche Tier derzeit völlig.

Wissen Sie was:
Ich warte einfach auf die nächste Kältewelle. Dann wird er schon sehen, was er an mir hat.

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