Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – Die Begegnung mit der Kraft. 6. Aspekt: Die Magie der Übergänge 1. Teil

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Kaum haben wir den Traum verlassen, treten wir augenblicklich in einen anderen Raum der Kraft ein.

Denn Sie können als Schamane nicht einfach von einem Kraftzustand zum anderen wechseln, ohne dabei eine gewisse Veränderung im Universum zu bewirken, welche Sie wie eine Welle der Kraft wenig später dann auch einholt.

Wenn Sie tatsächlich Zugang zur Magie haben sollten, ist Ihnen dies vielleicht trotzdem nicht bewusst, weil sich Ihr Bewusstsein eben den neuen Gegebenheiten anpasst, ohne zu merken, was die Bewegung der Welt gerade mit Ihnen angestellt hat.
Nicht dass dies für uns Schamanen etwa unangenehm oder unwillkommen wäre. Wir leben in dieser beständigen Veränderung, welche durch unsere eigene Magie und deren eingebunden Sein in das große kosmische Ganze hervorgerufen wird. Tatsächlich könnte man unsere ganze Arbeit mit der Ausbildung, also die Schule der Magie und den Einweihungsweg zum Schamanen sowie die Fortbildungen für eingeweihte Schamanen auch als eine Serie magischer Veränderungen betrachten, durch welche Sie, unsere Interessenten und SchülerInnen, in die Lage versetzt werden, sich als magisch erweckte Wesen in einer scheinbar nur ein klein wenig veränderten Welt wiederzufinden.

Tatsächlich sind die Veränderungen für unsere SchülerInnen und SchamanInnen doch recht beachtlich. Denn der magisch Eingeweihte wird auf einem stufenartig ansteigenden Weg vom Zustand des Normalbewusstseins in den Zustand eines gesteigerten schamanischen Bewusstseins übergeführt.

Vergessen Sie dabei aber nicht, dass für uns Schamanen die Veränderung des Bewusstseins auch eine Veränderung der Welt bedeutet, nicht etwa nur in politischem oder ökologischem Sinn, sondern als Veränderung der Wahrnehmung, welche die Welt in ihrer Beschaffenheit verändert, also beispielsweise in bestimmten Momenten Naturgesetze einfach außer Kraft setzen kann.

Wenn Sie wissenschaftlich verbildet sind, werden Sie diese Tatsache wahrscheinlich vehement abstreiten wollen, doch meine eigene Erfahrung und meine Arbeit als Schamane sprechen hier eine ganz andere Sprache vom Wesen der Welt.

Ich gebe Ihnen aber auch gern wieder einmal ein Beispiel dafür. Als ich mich noch intensiv mit Kampfkunst aus Sumatra beschäftigte, geriet ich in die Lage, von einem Meister der Unverwundbarkeit zu einem kleinen Ritual eingeladen zu werden, welches er zuerst an sich selbst und gleich danach an seinem fünfjährigen Sohn vorzeigte. Dabei säbelte er mit einer scharfen und schweren Machete mit Druck an seiner Halsschlagader und Zunge herum, ohne dabei schwere Verletzungen zu erleiden. Ganz im Gegensatz zu Logik und Physik blieb er völlig unversehrt.
Ich befragte meine Spirits, ob ich dies ebenfalls ausprobieren könnte, und erhielt als Antwort ein klares Ja. Daraufhin stellte ich mich für seine Demonstration zur Verfügung und erlebte am eigenen Leib, wie es sich anfühlt, wenn die scharfe Schneide einer wuchtigen Hiebwaffe gegen die Halsschlagader und die Kehle gedrückt und an beiden heftig hin- und hergesäbelt wird, ohne dass das Metall die Haut durchdringt.
Es ist eine Übung, die ich Ihnen nicht unbedenklich zur Nachahmung empfehlen kann. Immerhin hätte unter nur geringfügig veränderten Umständen auch mein plötzlicher Tod die Folge dieser Demonstration sein können. Aber die Gesetze der Physik und der körperlichen Gegebenheiten des Menschen waren für einige Minuten völlig außer Kraft gesetzt.

Ich habe ähnliches, wenn auch nicht so Dramatisches in meiner Arbeit praktiziert, allerdings ohne scharfe Schneidwerkzeuge.

Eine ähnliche Demonstration wie die von mir in Sumatra erlebte war vor einiger Zeit im Fernsehen zu sehen, wobei ein chinesischer Meister der Unverwundbarkeit sich eine Speerspitze an die Kehle setze und dagegen drückte, wodurch sich aber nur der Speer verbog. Danach schlug ein Helfer mit einem Baseballschläger auf den Rücken des Mannes ein, und der Speer verbog sich nur umso stärker, während der seine Unverwundbarkeit Demonstrierende unverletzt blieb. An dieser Stelle kann der Körper aber keine schützende Muskulatur ausbilden. Die Stimme der Sprecherin erklärte im Hintergrund, dass es für diese Demonstration wissenschaftlich keine Erklärung gebe.

Tatsächlich bedeuten diese Phänomene aber viel mehr als das. Sie besagen nicht mehr oder weniger als die Tatsache, dass die Wissenschaft unsere Welt eben nicht vollständig beschreibt und viele real existierende Vorgänge mit wissenschaftlichen Mitteln nicht zu erfassen oder zu erklären sind.
Denn es handelt sich nicht etwa um vereinzelte Ausnahmen der Wirklichkeit, welche praktisch ohnehin nie in bedeutsamen Momenten auftreten. Es sind vielmehr die eigentlichen Grundlagen unserer durchaus magisch existierenden und magisch veränderbaren Wirklichkeit, auf welche die Wissenschaft durch diese Gucklöcher des Außergewöhnlichen hier stößt.

Die Übergänge zwischen verschiedenen Träumen oder verschiedenen magischen Realitäten sind ebenfalls Zustände der Welt, in denen sich weder die Objektkonstanz noch das Prinzip der Kausalität zur Gänze aufrechterhalten lassen. 

Wenn Sie genau hinsehen oder sich auf dem magischen Weg befinden, wird Ihnen das früher oder später nicht entgehen.

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