Spotlight, der schamanische Scheinwerfer….diesmal auf die Kunst des magischen Lauschens gerichtet

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Das LAUSCHEN gehört, nagualistisch betrachtet, selbstverständlich zum SEHEN.

Schließlich es lässt sich tatsächlich nicht feststellen, welche unserer Sinne die Eindrücke aus dem Nagual, dem Unfassbaren, in unsere gewohnte Wahrnehmungswelt übertragen. Häufig ist es neben den Eindrücken, welche unsere Sinne vermitteln, auch eine ganz bestimmte Art des Wissens, die bildhaft oder einfach als Klarheit in uns auftaucht und uns Information über das Nagual vermittelt.

Diese Beschreibung ist natürlich viel zu sehr ans Tonal, das Fassbare, angelehnt. Denn das Nagual erleben wir in einem Zustand gesteigerter Aufmerksamkeit, in dem unser Zugang zur Welt grundsätzlich anders ist als im Tonal.

Vor diesem Hintergrund betrachtet, dem Hintergrund des Nagual, verblassen die Bedeutungen des Tonal zuweilen und wir tauchen in dieses charakteristische Element des Unfassbaren ein, in welchem wir zugleich deutlicher und undeutlicher vorhanden sind.

Deutlicher, weil wir mithilfe gesteigerter Bewusstheit die Welt anders erfassen können, und weil wir mithilfe gesteigerter Aufmerksamkeit aus dem Raster des Alltäglichen ins magisch Außergewöhnliche fallen.

Undeutlicher, weil wir die gewohnten Bahnen und Sichtweisen unserer Alltagsperson verlassen und uns in ungewohntes und von seiner Eigenart her eben gänzlich unfassbares Terrain begeben, in dem wir nicht mehr sind, was wir waren und nicht mehr wollen, was wir vorher wollten.

Nur unsere Absicht und unsere Wahrhaftigkeit bleiben gleich, letztere aber aufgrund der Übung und Ausbildung, die wir auf dem schamanischen Weg erlernen. Das Nagual zeigt uns seine eigene Wahrheit, indem es uns in ein Gefäß der Wahrheit verwandelt, in dem sich die Kraftlinien der Wirklichkeit bündeln.
Die Art der Bündelung kann wechseln und damit unser magischer Dialog mit der Welt. Dies ist mehr oder weniger das, was Carlos Castañeda als Veränderung des Montagepunktes bezeichnet.

SEHEN ist eine direkte Auswirkung des Kontaktes mit dem Nagual. Es fließt als Kraft aus dem Nagual, und wenn wir daher SEHEN praktizieren, surfen wir einfach auf einer bestimmten Welle der Kraft dahin.
Auch das ist wieder nur eine dem Tonal entsprechende Beschreibung, wie Ihnen jetzt sicherlich schon klar geworden ist.

LAUSCHEN aber ist ein Teilbereich des SEHENS, und hier, im LAUSCHEN, öffnet sich dieser Bereich der Kraft auf etwas andere Weise als wir es sonst im Zustand des SEHENS kennen, selbst wenn wir verstanden haben, dass es verschiedene Arten des puren SEHENS gibt.

Doch das LAUSCHEN behält dennoch seinen ganz eigenen Charakter, und dieser wirkt sich über die Verbindung zwischen zweiter Aufmerksamkeit und magischer erster Aufmerksamkeit, – jenem Bereich also, den ich mit einem druidischen Wort gern als das Wyrd bezeichne -, auf unsere Art des Daseins im Moment des LAUSCHENS aus.

Wir lauschen und LAUSCHEN gleichzeitig.

Wir lauschen und LAUSCHEN dabei den Kraftlinien der Welt, ähnlich wie wir dem Ozean lauschen können, an dessen Gestade wir gerade stehen.
Nur dass uns das Gestade des Nagual überall umgibt, dass dieser Ozean uns grenzenlos und zeitlos umfließt, weil er den Hintergrund unserer alltäglichen Wirklichkeit bildet.

Das LAUSCHEN, welches hier großgeschrieben wird, bezieht sich auf die Verbindung zum magischen Fluss der Welt, das kleingeschriebene Lauschen beschreibt unsere Haltung der Achtsamkeit, unseren inneren Zustand des Gewahrseins, während des LAUSCHENS.

Lauschen entspannt, weil es uns die Grenzen unserer Einbildung aufzeigt.

Unsere Einbildung besteht im Kern aus all unseren Vorstellungen, was unbedingt nötig und wichtig wäre, um in dieser Welt leben und bestehen zu können.

Nicht dass diese Vorstellungen etwa immer falsch wären, doch sie hindern uns auf verschiedenste Weise daran, das Wesentliche hinter dem Scheinbaren zu erfassen.

Beim Lauschen aber, – und tiefer noch beim gleichzeitigen LAUSCHEN -, wenden wir uns wie selbstverständlich jener Wirklichkeit zu, welche sich der gewohnten Wahrnehmung und unserer Einbildung entzieht, wir lauschen der Wirklichkeit, wie sie aus den Tiefen des Nagual aufsteigt.

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