Kaum fragt mich Jemand nach meinem Schamanismus, schon kann es geschehen, dass…

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….ich zunächst an einen Schwan denke.

Der Schwan repräsentiert übrigens den Weg der Schönheit.

Selbstverständlich ist er kein Krafttier.

Neulich hat mir Jemand auf Facebook geschrieben.
Das kommt natürlich öfter vor. Aber diesmal wurde ich schon so Allerlei gefragt.
Also beschloss ich, eine ganz kurze Antwort zu verfassen.

Leider wurde diese beim Schreiben dann doch noch länger als geplant, sodass sie jetzt hier gleich als Blog erscheint.

Ich hoffe, dass ich damit alle Fragen meines Interessenten so vollständig wie möglich beantworten konnte.

Ausnahmsweise hab ich mich beim Beantworten anstatt auf das bei mir allgemein übliche Sie aufs intime Du verlegt.

Das liegt aber jetzt nur daran, dass ich beim Verfassen des Blogs vielleicht nicht mehr ganz nüchtern war.

Ich musste nämlich davor noch schnell eine Vielzahl schamanischer Reinigungsrituale direkt hintereinander durchführen, bei denen der Schamane üblicher Weise Schnaps in den Mund nimmt und ihn, sanft oder wild – Letzteres je nach Laune des das Ritual durchführenden Schamanen – über das Gesicht des zu Reinigenden sprüht. 

Ich meine damit eigentlich, er, der Schamane nämlich, spuckt den Schnaps ins Gesicht des Klienten. Spucken klingt aber in unserer Kultur eigenartig.
Wir spucken also nicht auf den Klienten, wir besprühen ihn mit Schnaps. Das klingt, wie ich finde, gleich viel besser, auch wenn es technisch gesehen jetzt tatsächlich keinen allzu großen Unterschied macht.
 

Fünf Dinge sind bei diesem Ritual von äußerst wichtiger Bedeutung:

1. Der jeweilige Klient soll die Augen schließen, damit ihm der Schnaps nicht in dieselben gerät.

2. Der Schnaps wird dabei nicht getrunken. Sie werden als Schamane trotzdem womöglich nicht ganz nüchtern bleiben, weil Sie viel Alkohol durch die Mundschleimhaut aufnehmen.

Mundschleimhaut ist im Übrigen bei diesem Ritual einer meiner bevorzugten Begriffe.

3. Falls Sie versehentlich doch den Schnaps getrunken haben sollten, geht das mit der fehlenden Nüchternheit nur um so schneller, das können Sie mir ruhig glauben, wirklich.

4. Führen Sie dieses Ritual bitte nur mit Klienten durch, welche dafür auch tatsächlich bereit sind. Am Besten ist es, Sie finden die jeweilige Bereitschaft des Klienten vor der Durchführung des Rituals durch ein kurzes Gespräch heraus, das jedenfalls auch eine klare und ausführliche Information über den geplanten Ritualablauf beinhalten sollte. Das Ritual selbst ist dann, zumindest rein technisch gesehen, ja relativ einfacher Natur. Es funktioniert aber umso besser, je mehr schamanische Kraft Sie besitzen. Letztere Tatsache ist übrigens auch die einzige magische Schwierigkeit bei diesem Ritual, wenn Sie von den möglicher Weise brennenden Augen absehen, die durch ungeplantes Eindringen des Schnapses…nun ja, Sie haben Recht….das brauchen wir ja jetzt hier wirklich nicht weiter auszuführen.

5. In Zukunft kehre ich schriftlich mit Ihnen wieder zum Sie zurück. Das ist doch viel angenehmer für uns Beide, finden Sie nicht auch? Vor allem deshalb, weil ich Sie ja doch eigentlich gar nicht kenne, nicht wahr? 

Hier also der Blog, der die Fragen meines Interessenten so vorzüglich beantwortete.

Zum besseren Verständnis füge ich vielleicht die Fragen ganz am Anfang auch hinzu.  

„Würde mich interessieren, ob ihr ein Nagualzug seid. Ob man für die Workshops bezahlen muss. Und was eure Hilfsmittel sind. Und was euer spirituelles Ziel ist.

Mit freundlichen Grüßen……“

Sie müssen nur ganz einfach Ihre Füße Schritt für Schritt auf die Holzpfähle setzen und schon überwinden Sie den See der Schwierigkeiten. Diese Weisheit lässt sich im Übrigen in praktisch allen Lebenslagen gut gebrauchen. Sie hilft Ihnen zudem auch bei Übergängen zwischen dem Einen und dem Anderen und beim Unterscheiden von Beidem.

Lieber…..! 

Zu Deinen Fragen:

Beim Begriff Nagualzug beziehst Du Dich wohl auf Carlos Castaneda.
Wir sind zwar ebenfalls eine nagualistische Richtung, aber kein Castaneda-Ableger.

Einige Begriffe Castanedas haben wir, weil sie eine geniale Beschreibung nagualistischer Arbeit darstellen, allerdings auch recht ungeniert für unsere eigene nagualistische Arbeit übernommen.

Wir bewegen uns also schamanisch unter anderem in drei Aufmerksamkeiten, jagen Kraft (zwar ganz anders als Du es bei Castaneda lesen kannst) und nützen das Nagual, Pirschen und Träumen auf unserem Weg.

Unsere Ziele und Handlungen unterscheiden sich von den von Castaneda beschriebenen.  

Der Mythos von Jaguar, Kraftblume und Adler prägt unser schamanisches Wirken.

Wir arbeiten mit Nagualkraft, sehen uns aber als Mythosschiff, mit dem wir, jeweils  in Kleingruppen um eine Nagualperson aufgeteilt, gemeinsam die Welten des Bewusstseinszaubers durchqueren, und nicht als Nagualzug im Sinne Castanedas. 

Für die Workshops muss man bezahlen. Wir leben hier ja nicht im Dschungel sondern inmitten der recht kapitalistischen mitteleuropäischen Kultur und leisten uns den Luxus ein altes Forsthaus als Seminarzentrum neu zu beleben und es zu einem Ort der Kraft zu machen.

Aus dieser Antwort kannst Du im Übrigen auch leicht entnehmen, dass wir durchaus orientiert sind, wo wir uns befinden und was wir hier, gesellschaftlich betrachtet, tun.

Die Preise für die Workshops liegen im unteren Bereich des für professionelle Selbsterfahrungsgruppen üblichen Betrags bei 100.- für 7 Stunden Arbeit. 

Eines unserer Hilfsmittel ist ein alter mittelamerikanischer Mythos, den ich, Udo, in den Alpen an Feenplätzen erhielt und seitdem spirituell und magisch verwalte.

Jedenfalls reisen wir nicht schamanisch in einem induzierten Alpha-Zustand in die drei Welten und arbeiten nicht mit der anderen Wirklichkeit der Schamanen.
Wir führen keine technischen Seelenrückholungen durch und nützen keine Krafttiere.

Dadurch unterscheiden wir uns doch recht erheblich von allgemein üblichen Vorgangsweisen europäischen Schamanisierens. 

Ich arbeite mit dem direkten Zugang zur Kraft und zehn unterschiedlichen Quellen der Magie.

Ein Teil unserer spirituellen Konzepte stammt beispielsweise aus dem Sufismus, auch wenn wir keine Sufi-Techniken unterrichten.
Magisches Tantra, Feenmagie und die nicht-duale Magie der Trancekraft sind andere wesentliche Elemente meiner und unserer Arbeit, die zum Nagualismus hinzutreten.

Diese Synthese unterscheidet sich schon sehr vom Ansatz eines Carlos Castanedas.

Allgemein lässt sich unsere Arbeit als Magieschule, tiefenschamanische Richtung und spiritueller Weg beschreiben.

Es gibt wie in den meisten spirituellen Schulen mehrere Ziele, die wir anstreben und zugleich kein einziges Ziel, weil die Gegenwärtigkeit des in der Kraft und mit dem Spirit verbunden Seins ein Ziel in sich darstellt. 

Der Schamane in der offenen abendländischen Kultur hat meiner Ansicht nach andere Aufgaben als der Schamane in einer geschlossenen Kleingesellschaft und soll sich, auch nach Meinung meiner spirituellen Lehrerinstanzen, diesen Herausforderungen stellen. 

Eines unserer gesellschaftlichen Ziele ist die Wiedergeburt lebendiger magischer Träger von Wissen und Kraft.
Das bedeutet einerseits, dass wir in mindestens achtjährigen Ausbildungs- und Einweihungswegen dazu berufene Menschen als Schamanen initiieren und danach noch intensiv fortbilden, und andererseits, dass wir uns in unserer Arbeit als spirituelle und magische Antwort auf die wesentlichsten kulturellen Defizite der westlichen Kultur verstehen.
Wir ermöglichen dem westlichen Menschen also wieder den Zugang zu Magie, Trance, Ekstase, sowie zu einem Leben in Kraft, zu direkter magischer Naturerfahrung, und schließlich auch zur Transformation des kleinen Ichs in Richtung eines kosmischen und planetaren Bewusstseins, sowie zur Entwicklung anderer – also eben magisch-schamanischer – Bewusstseinsformen.

Eine andere Art, unsere Hilfsmittel zu beschreiben, wäre die, dass wir veränderte Bewusstseinszustände erzeugen, ohne Zuhilfenahme von Drogen oder heiligen Pflanzen, und jenseits der Ebene schamanischer Techniken.

Die Einweihungen, die wir anbieten, sind im Wesentlichen Kraftübertragungen mit Hilfe bestimmter wissender Instanzen der Natur.

Wir nützen andererseits Wissen, Sehen, Handeln, Beabsichtigen, Welt anhalten und andere nagualistische Vorgangsweisen. 

Du kannst Nagual-Schamanismus auch als Renaissance schamanischer Magie in Europa betrachten.

Ich habe mein Wissen direkt von den Kräften der Alpen vermittelt bekommen, obwohl es wichtige menschliche „Türöffner“ für diese speziellen Einweihungen durch die Natur gab.

Es gibt noch andere magische und spirituelle Ziele in unserer Arbeit. 

Der Schwan sich stolz ins Nagual senkt. Wer weiß, was unsren Weg heut lenkt und wohin uns die Kraft hier zieht. Wir hören der wilden Faune Lied, das jedes unserer Bilder sprengt. Das Nagual selbst, dem Du Dich schenkst, ist Ausdruck dessen, was uns blieb. Das erste Feuer trieb die Welt in ihre volle Existenz. Aus allen Fugen dieser Welt ganz still Du Dich ins Wirken drängst.

Du kannst Dir ja, falls Du Dich persönlich für den Weg der Kraft interessierst, gern bei uns im Rahmen unserer vielen offenen Gruppenangebote ein genaueres Bild von dem machen, was unsere magische und spirituelle Safari vor Ort wirklich ausmacht.

Schließlich lässt sich, wenn ich es recht überlege, Schamanismus virtuell nur recht unzureichend beschreiben.

Ja genau, das wollte ich eben noch sagen:

Passen denn Facebook und Schamanen überhaupt irgendwie zusammen? 

An der Beantwortung dieser Frage arbeite ich noch.

Danke für Dein grundsätzliches Interesse an unserem Tun.

Wir freuen uns, Dir persönlich zu begegnen, falls Du uns kennenlernen willst.

Mit freundlichen Grüßen 

Udo und Kristina Vukovics und das Nagual-Team

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