Was war das doch noch einmal? Schneewächte? Schneewächter? Schneewelke? 1. Teil

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Nein, jetzt fällt es mir gleich wieder ein.

Schneewette.

Ich beziehe mich da keinesfalls auf irgendwelche Werbemaßnahmen bestimmter Handelstreibender.

Was ich Ihnen vielmehr in Erinnerung rufen will, ist unsere schamanische Schneewette.

Schneit es zu Weihnachten, oder eher wieder nicht?

Dazu möchte ich Ihnen hier nur einen ganz klitzekleinen Auszug aus meinem weihnachtlichen Blog aus dem Vorjahr präsentieren.

Am liebsten würde ich Ihnen ja gleich den ganzen Blog noch einmal zeigen.

Aber dazu haben Sie in der vorweihnachtlichen Hektik wahrscheinlich ja gar keine Zeit.

Außerdem finden Sie ihn auf der Website unter den Blogs von Dezember 2016 ohnehin vor, wenn Sie es denn wirklich wollen.

Für die vorweihnachtlich Bewegten unter Ihnen folgt also hier nur ein kurzer Ausschnitt aus demselben, – dem Blog vom letzten Dezember, natürlich.

Ich schrieb damals an meine hochverehrte Tante Clara, die leider inzwischen offenbar doch mit unbestimmtem Reiseziel in die Ferne aufgebrochen ist.
Knapp nach der Wahl des absolut nicht rechtsradikalen Bundespräsidenten war sie nebenbei gesagt noch ansprechbar und schien guter Hoffnung für unser Land zu sein.

Jetzt, kaum ein Jahr später, ist sie verschwunden. Mir schwant nichts Gutes. Obwohl ich sie durchaus verstehen kann. Ich würde auch jederzeit auswandern, wären wir nicht von anderen möglichen rechtsradikalisierbaren Ländern umgeben. Hat ja keinen Sinn, da wandert der schamanische Mensch aus und findet sich am Ende seiner Reise im selben Sud des Unerträglichen wieder. Tante Clara ist da in Bezug auf Auswandern schon etwas fundamentalistischer unterwegs. Vielleicht erinnere ich Sie bei Gelegenheit ja auch daran noch einmal.

Hier unser wunderschönes schamanisches Seminarzentrum, natürlich im Februar oder März. Dann, wenn hier Schnee liegt.

Jetzt aber zunächst zurück zum Schneeblog:

Warum wir Schamanen den Sommer im Winter feiern, die Nacht zum Tage machen und überhaupt alles am Liebsten verrückt auf dem Kopf stehen lassen.

Liebe Tante Clara!

Danke für Deine mitfühlenden Zeilen. Ich finde sie dichterisch natürlich auch sehr wertvoll, umso mehr als sie von Dir, meiner Lieblingstante, kommen.

Trotzdem muss ich an dieser Stelle zwei kleine Einwände vorbringen, die gegen ihre unkommentierte Veröffentlichung sprechen.

Ich darf, damit unser Leser auch weiß worum es geht, Deine andächtigen Zeilen hier einmal kurz wundervoll wiederholen, ich meinte jetzt natürlich, ich darf hier einmal Deine wundervollen Zeilen kurz andächtig wiederholen.

Du schriebst also:

Tja, so schnell kann´s gehen.

Kaum schreibt man unbedacht,

wird eine Türe zugemacht.

Doch der Vorteil ist:

Auch wenn es draußen stürmt und schneit

versüßen wir euch die Weihnachtszeit

mit einem schönen Sommergruß

und Blogs die man wohl lesen muss.

Landschaft im März.

Liebe Tante Clara!

Hier nun meine Einwände.

  1. Schamanen schreiben nie unbedacht.

Sie schreiben immer genau das, was sie wollen und das dazu noch immer genau dann, wenn die Zeit dafür reif ist.

Das wissen wir als stets cineastisch informierte Zeitgenossen im Übrigen schon von ihren Verwandten, den Zauberern. Genau so wird diese unbestreitbare Tatsache nämlich beispielsweise schon von Gandalf dem Grauen in „Herr der Ringe“, am Anfang des ersten Teils der Trilogie, wirklich zutiefst zutreffend bemerkt.

    2.  Und dann der Satz: Wenn es draußen stürmt und schneit, versüßen wir Euch die Weihnachtszeit: Der ist völlig unrealistisch, Tantchen.

Das passiert nun mal nicht. Ich meine, es wird zu Weihnachten nicht schneien.

Nicht dass ich es nicht erhoffen könnte. Ja, Hoffnung gibt es. Hoffentlich also schneit es endlich einmal zu Weihnachten. Normaler Weise schneit es ausgerechnet dann nämlich nicht.

Es kann das ganze Jahr über schneien, speziell im Hochgebirge. Wir schamanischen Bergwanderer wissen das.

Frischer Schnee im Juli in den Alpen ist ja wirklich zumeist kein Vergnügen. Aber zu Weihnachten, wenn das ganze vom unglaublichen Weihnachtsstress bis auf seine Grundfesten durchgerüttelte österreichische Volk wirklich ganz begierig auf Schnee wartet, ja genau dann schneit es eben nicht.

Prinzipiell nicht. Oder jedenfalls so gut wie nie.

Ich glaube ja, das liegt daran, dass wir die guten alten heidnischen Bedeutungen von Weihnachten und den Raunächten vergessen und verdrängt haben. 

Jaja, ich weiß, ich breche jetzt mitten im Blog des vergangenen Jahres ab. Ich lasse Sie also praktisch hilflos in einer unheimlichen schamanischen Zeitschleife zurück, aus der Sie ja wohl nur mit meiner wohlmeinenden Unterstützung wieder herausfinden können.

Aber nur keine Panik. Dieser Blog wird alsbald fortgesetzt.

Dann kommen Sie wieder nach Hause. Versprochen.

Obwohl das eigentliche Zuhause eines Schamanen ja wohl der Spirit ist. Sein Heim steht mitten in der Wildnis und zugleich im Spirit. Das schreibe ich Ihnen jetzt natürlich vom gemütlichen Bürozimmer aus. Daraus können Sie leicht erkennen, dass, wenn auch das wahre Heim des Schamanen in Wildnis und Spirit liegt, er sich doch nicht ununterbrochen in demselben aufzuhalten pflegt.

Auch Schamanen kennen also die Komfortzone und leben sogar zeitweilig darin. Wenn auch nicht ununterbrochen.

Wie auch immer, lesen Sie ruhig oder unruhig weiter von warmen Wintern und kalter Politik im nächsten spannenden Teil des Blogs.

Das Beitragsbild stellt im Übrigen keine Gartenmöbel dar, es handelt sich bei diesem Bild vielmehr um zwei Teile von Tante Claras im Februar oder März teilweise schneebedeckter fliegender Untertasse. Die genaue Funktionsweise dieses Gerätes konnten wir vor seinem endgültigen Verschwinden leider nie so ganz herausfinden.

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