Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Zwischenspiel zum europäischen Schamanismus. Später sprechen wir weiter über Magie…. Aber hier geht es zunächst um etwas ganz Anderes. Denn: Im ersten Moment…..dann sprach ich: Alles Firlefanz……..im letzten Moment aber….. Teil 2
Trotzdem war ich zunächst eben geschockt.
Das kam jetzt wohl daher, dass ich eben durch die wohlmeinende Zensur meiner freundlichen und allgemein auf die Schonung meiner Nerven spezialisierten Umgebung…
….ja praktisch niemals mit solchen Ansichten konfrontiert werde.
Umso mehr trifft mich das daraus sprechende tiefgreifende Unverständnis dessen, was wir hier ja gerade durchaus erfolgreich in die Welt zu setzen wissen.
Ich atmete also tief ein.
Dann noch einmal, diesmal tief aus, weil ich ja gerade eingeatmet hatte.
Ich spürte ein unwiderstehliches Verlangen, diese Situation zu kommentieren.
Alles Firlefanz, sagte ich also laut, um zumindest meine eigene Stimme wieder zu hören. Im Allgemeinen vertraue ich meiner Stimme auch sehr.
Sie sagt wirklich zumeist recht kluge und wohl auch wohlmeinende Dinge.
Aber diesmal half es nicht wirklich.
Die Spucke blieb weg, der Weg in die Normalität des spontan Unmöglichen war mir verwehrt.
Sie verstehen sicher, dass die Normalität eines Schamanen eben genau dieses spontan Unmögliche ist, oder vielleicht auch das Unfassbare, das Nagual.
Oder, wenn der Betreffende vielleicht Träumer ist, eben die scheinbare Unwirklichkeit der Traumwirklichkeit, die sich dann mitunter ganz schnell in die Wirklichkeit der Traumverwirklichung verwandeln kann.
Wie auch immer, genau so ergeht es uns Nagualisten eben mit der normalen Normalität.

Eine Blume in den Bergen. Oder ist es nur der Traum von einer Blume hoch oben am Berg? Oder sind wir es, die vom Traum dieser Blume geträumt, hoch oben am Berg geträumt, hier unten als Teil dieses Traumes die Blume träumen, die uns träumt, während sie in Wirklichkeit still in ihrem Traum verharrt, einem Traum von Berg und Blume?
Nun aber war sie verschwunden, meine schamanisch normale Normalität.
Nur der Begriff Firlefanz war mir geblieben.
Also wollte ich zumindest den etwas besser kennenlernen.
Nichts leichter als das.
Ich blickte auf und nieder, warf mich in meinen Computer und rief eine alte Bekannte auf, die nahezu schon den virtuellen Stellenwert einer speziellen Form künstlicher Intelligenz erreicht hat.
Sie heißt im Übrigen einfach Wikipedia.
Der Name könnte jetzt schon etwas vornehmer klingen. Vielleicht etwas hawaiianisch angehaucht, etwa wie Wata-Pata-Pita-Wita-Wika-Peta-Zeta. Oder….
Nun ja, ich kann es eben nicht ändern.
Doch sie sprach zu mir.
Firlefanz
Mit Firlefanz (vom altfranzösischen virelai ‚Reigenlied‘,
mittelhochdeutsch virlei, spätmittelhochdeutsch firlifanz
Bezeichnung für einen lustigen Springtanz)
bezeichnet man ein albernes Gehabe oder auch unnötige Dinge.
Ursprünglich bedeutete es einen lustigen und schnellen Springtanz oder auch eine komische, alberne Person. Johann Christoph Adelung schreibt in seinem Grammatisch-kritischen Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart von 1796:
„Die Firlefanzerēy, plur. die -en: alberne Possen, unwitzige schnelle Einfälle, alberne Ausflüchte, in den gemeinen Sprecharten; fast wie Alefanzerey. Auch das einfachere der Firlefanz, plur. inus. kommt zuweilen in der eben gedachten Bedeutung vor. […] Luther nennt einen Firlefanzer, der mit Worten umher träumet. […]”
Das Wort bedeutet heute umgangssprachlich abwertend soviel wie Tand, wertloser (modischer) Kram, aber auch Albernheit, Torheit, Kinderei. Firlefanz steht auch als Synonym für bedeutungslose, unerhebliche Information und überflüssige Ausschmückung.
Das konnte also die gute Wikipedia, trotz ihres schnöden Namens, zu diesem Thema erhellend beitragen.
Dann wollte ich es gleich noch genauer wissen. Und stieß so auf ein inzwischen leider gänzlich ausgestorbenes Wort, die Alefanzerey.
Alefanzerey, die — † Die Alefanzerēy, plur. die en, ein größten Theils veraltetes Wort, welches noch hin und wieder im gemeinen Leben für unwitzige Possen, alberne, ungereimte Handlungen gebraucht wird. Alefanz bedeutete ehedem in Oberdeutschland List,… (aus dem Grammatisch-kritischen Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart)….
…und auch wohl so etwas wie Verschlagenheit.
Nun ja, dieses Wort ist wohl ausgestorben.
Die dazugehörige Eigenschaft aber hat überlebt.
Eigenartig. Sehr eigenartig.

Dieses magische Foto von der Alm der Fee hat nun wirklich weder etwas mit Firlefanz noch mit Alefanzerey zu tun. Gerade deshalb gefällt es mir aber auch wirklich ausnehmend gut.
Nicht dass ich dem kritischen Schreiber, der mich zu all diesen Überlegungen veranlasst hatte, jemals so etwas wie Alefanzerey unterstellen wollte.
Nein, das gerade nicht. Ich bin ein absoluter Vertreter freier Meinungsäußerung, zumindest im Rahmen des nicht Beleidigenden oder Verhetzenden. Das aber war hier ja nicht der Fall.
Die Gedanken über die Alefanzerey in unserer Gesellschaft waren deshalb wohl viel weitgestreuter. Jedenfalls war mir der Widerspruch zwischen dem Ausgestorbensein des Wortes und seiner gar nicht ausgestorbenen Eigenschaft nur allzu deutlich bewusst geworden.
Bevor ich mich in dieser Ecke meines Denkens aber zu verlieren vermochte, kehrte ich mit einem inneren Ruck wieder zu dem Leserbrief zurück, der mich ja schließlich überhaupt erst in diese Lage des Nachsinnens gebracht hatte.
Mehr darüber erfahren Sie im nächsten Teil dieses Blogs….
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