RedHOTAction 3
Diesmal geht es wirklich um ein heißes Thema. Sie werden das gleich erkennen können.
Aber zuvor folgt hier bitte noch der übliche dörfliche Wettertratsch.
Schon wieder ein Monat zu Ende.
Nun ja, das macht mir an sich gar nichts aus.
Vor allem dann, wenn es sich um Februar handelt.
Denn bekanntlich endet ja im März der Winter.
Die schamanische Zeitung, die Sie hier vor sich haben, wird mit Anfang März jetzt tatsächlich schon ganze zwei Monate alt.
Nun ja, fast, weil wir erst in der zweiten Jännerwoche mit dieser Zeitung begonnen haben. Das hatte damals natürlich einen guten Grund.
Vor sechstem Jänner bringt es nämlich wahrscheinlich nicht viel, etwas unter die Leute zu werfen. Da sind doch Alle mit dem Umtausch der Weihnachtsgeschenke beschäftigt.
Sie sehen also, wir haben es ganz schlau gemacht.
Jetzt, fast zwei Monate später, ist die Zeitung schon fast erwachsen.
Nun ja, vielleicht nicht ganz, aber was wollen Sie denn von einem gerade einmal zwei Monate alten Wesen erwarten?
Sicher handelt es sich bei der schamanischen Zeitung eher um einen Nestflüchter als um einen Nesthocker, soviel ist klar.
Trotzdem, ich freue mich, dass bisher all die guten feinen interessanten und spannenden Artikel so einfach über die Schwelle des Virtuellen direkt zu Ihnen hinüber fließen konnten.
Das sollten wir wirklich gemeinsam feiern, finden Sie nicht?
Allerdings bin ich organisatorisch in letzter Zeit doch ein wenig überlastet.
Die Damen von der Redaktion verdrehen jetzt gerade wieder einmal die Augen. Das ist mir nahezu unverständlich.
Ich schreibe das ja nur für Sie. Die übrige Redaktion muss eigentlich überhaupt nicht mithören. So ist das. Na also.
Wir sind wieder allein.
Und da kann ich es jetzt zugeben.
Ich hätte manchmal nämlich schon gern Etwas, das Sie wahrscheinlich ja auch gern hätten, nur so unter uns gesprochen. Aber Sie haben es wahrscheinlich auch nicht. Zumindest haben es wirklich die Wenigsten unter uns.
Wovon ich spreche, lässt sich leider wieder am Besten nur auf Englisch ausdrücken.
Das Ding oder die Angelegenheit, ganz wie Sie wollen, nennt sich nämlich personal assistance.
Es ist so etwas in der Art wie eine persönliche Sekretärin oder ein persönlicher Sekretär, der oder die mir dann die Arbeit abnimmt. Natürlich nicht alle Arbeit, da wäre mir ja gleich ganz gewaltig langweilig, aber doch all die Arbeiten, die ich gern weiterreichen würde.
Theaterkarten bestellen, lästige Telefonanrufe erledigen, Organisatorisches hinter mich bringen, rechtzeitig die Zeitung herausgeben, ja all diese Dinge und noch viele andere Dinge mehr, die mir jetzt aufgrund einer mich beständig plagenden tiefenpsychologischen Verdrängung nicht mehr einfallen wollen.
Personal assistance. Das klingt doch schon so entspannend.
Leider konnte ich diesmal nur in der englischen Wikipedia eine Erklärung für diesen Begriff finden, der mich auch gleich ausnehmend angesprochen hat.
A personal assistant, also referred to as personal aide (PA) or personal secretary (PS), is a job title describing a person who assists a specific person with their daily business or personal tasks.
Ich übersetze gleich hurtig für Sie:
Ein personal assistent, auch persönliche Hilfe genannt (oh ja!), oder persönlicher Sekretär (eher nein, siehe unten), ist eine Berufsbezeichnung die eine Person beschreibt, welche einer bestimmten anderen Person bei ihren täglichen Geschäften oder persönlichen Aufgaben zur Seite steht.
Oh ja, genau das will ich!
Auf Deutsch fand ich dasselbe nur unter dem schnöden Titel Privatsekretär.
Das klingt aber dementsprechend bieder und irgendwie schrecklich öde.
Lieber bleibe ich beim englischen Wort.
Nun war es aber auch für einen frischgebackenen virtuellen Zeitungsherausgeber wie mich wirklich ungemein schwer, personal assistance zu bekommen.
Ich war natürlich gleich emsig bemüht, dafür Interessenten oder Interessentinnen aufzutreiben.

Der einzige personal assistant, den ich in der Eile finden konnte, war leider nicht ausreichend haltbar.
Doch die Damen aus der Redaktion winkten nur lässig ab. Nicht unser Job, meinten sie grinsend.
Meine Organisatorin warf mir ein Buch an den Kopf, als ich sie danach fragte. Das nahm ich als nonverbales Nein zur Kenntnis, umso mehr, als es sich bei dem Buch um ein relativ schweres Exemplar in Form eines Lexikons handelte.
Also fragte ich etwas später, mir die Beule am Kopf gerade mit nassen Tüchern etwas angenehmer gestaltend, noch meine Frau.
Die war allerdings von dieser Idee absolut nicht angetan und zeigte mir das durch Zeichensprache auch eindeutig an.
Sie klopfte sich nämlich in Stirnhöhe seitlich auf den Kopf und verließ danach ohne weitere Worte den Raum.
Nun stand ich etwas verlegen da.

Dieses ganze Labyrinth der Wirrungen und Verirrungen musste ich durchschreiten, nur um am Ende endlich eine klare Lösung für meine Anforderungen zu entdecken.
Ich hatte trotz aller Bemühungen keine Person zu personal assistance für mich überreden können. Bevor ich aber etwa an meiner Überzeugungsgabe zu zweifeln hätte beginnen können, fand ich eine nahezu geniale Lösung für mein Problem.
Ich besprach die ganze Sache mit einem mir sehr vertrauten Mitmenschen und er war mit meiner Lösung mehr oder weniger sofort einverstanden.
Ich habe meinen persönlichen Zugang zu personal assistance schließlich also doch gefunden.
Die Lösung lag ja irgendwie schon die ganze Zeit über klar auf der Hand:
In Zukunft mache ich meine personal assistance eben einfach selber.
Das erspart mir und meiner Umgebung ja wirklich jede Menge Ärger.
Viel Spaß mit unserer schamanischen Zeitung jetzt im März
wünscht Ihnen der persönliche Assistent des Herausgebers!
Wählen Sie aus unseren Rubriken...
Spotlight, der schamanische Scheinwerfer. Werdegang und Ankunft. Diesmal geschrieben von Lydia.
