Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Zwischenspiel zum europäischen Schamanismus. Später sprechen wir weiter über Magie…. Aber hier geht es zunächst um etwas ganz Anderes. Denn: Im ersten Moment…..dann sprach ich: Alles Firlefanz……..im letzten Moment aber….. Teil 3
Normaler Weise denken Schamanen ja kaum über die Welt nach.
Oder vielmehr, Sie denken vielleicht beständig darüber nach, erzählen es Ihnen aber nicht.
Ich bin da aber ganz klar eine rühmliche Ausnahme.
Seien Sie froh darüber, sonst könnten Sie jetzt ja gar nichts weiter von mir hören.
Ich wandte mich also fast im letzten Moment wieder dem Leserbrief und meiner inneren Bewegung, die er ausgelöst hatte, zu.
Und so ging ich schließlich in mich.
Die scheinbare Ungeheuerlichkeit des im Leserbrief zu mir Gesagten beruhte ja wohl vor Allem auf schierer und reinster Unwissenheit auf Seiten des Schreibers.
Ich atmete auf.
Würde sich jetzt Alles wieder ganz wie von selbst ins richtige Fahrwasser begeben?
Doch noch schien eine wirkliche Lösung meiner Frage in der fernen Zukunft zu liegen.
Nach weiterer kurzer aber heftiger Innenschau fand ich jedoch eine gewisse Zuversicht, die wohl schon die ganze Zeit über dicht vor mir unter der Oberfläche meines gut trainierten schamanischen Bewusstseins geschlummert hatte.
Denn mir wurde wieder einmal klar, dass es nicht darauf ankommt, was man mit seinem Wirken erreicht.
Ein Mann, so sprach ein schamanischer Spirit dereinst zu mir, wird nicht nach dem beurteilt, was er erreicht, sondern nur nach dem, was er tut.
Natürlich klingt das jetzt vielleicht etwas machohaft.
Allerdings kann ich da jetzt nichts machen. Der hier zitierte Spirit entstammte offensichtlich einer eher männerorientierten indianischen Kultur.
Oder er war sich eben dessen bewusst, dass sein Zuhörer, also ich, eben etwas über den wahren Weg eines Mannes hören wollte.
Wenn Sie ein Mann sein sollten, werden Sie das jetzt sicher sofort verstehen.
Bei den Frauen unter meinen Leserinnen kann ich mich gerne entschuldigen, wenn der Satz Sie etwa verärgern sollte. Ich meine es aber gar nicht so. Ich finde, er ist trotzdem schön. Zumindest mir gab er sehr viel seelischen Auftrieb und auch so Einiges zum Nachdenken.
Ich denke im Übrigen auch dass dieser Satz in etwas anderer Formulierung genau so gut für Frauen zutrifft.
Mit diesem Satz auf den Lippen, oder zumindest im Kopf, wandte ich mich also dem Schrecken des zuvor Gelesenen zu und blickte dem Dämon geradewegs in die glitzernden Augen.
Fast hätte ich dabei vergessen, tief ein- und auszuatmen. Aber dann tat sich etwas Merkwürdiges auf, sozusagen gerade im letzten Moment.
Im letzten Moment fand ich nämlich meine Spucke wieder.
Die brauchte ich auch noch für das nächste schamanische Ritual.
Zeitweise spucke ich da nämlich auf den Boden, natürlich nicht um Mutter Erde zu schänden, sondern um mich mit Hilfe meiner Körpersäfte mit ihr inniger zu verbinden. Ich hinterlasse sozusagen meinen genetischen Speichelabdruck auf der Erde.
Das funktioniert aber normaler Weise wieder nur dann gut, wenn Sie schon recht fortgeschrittener Schamane sind. Ansonsten besteht auch bei den Geistern eine gewisse Möglichkeit der Fehldeutung Ihres Verhaltens. Deshalb empfehle ich es eben auch nicht. Ich würde es vielmehr an Ihrer Stelle tunlichst vermeiden.
Sie wissen ja: I am a trained professional don´t try this at home…..Ich bin ein geübter Experte, versuchen Sie dasselbe besser nicht zu Hause….
Nun ja, ganz wie Sie wollen. Ich aber habe Sie gewarnt.
Inzwischen hat sich auch meine Frau eines Besseren besonnen. Sie sagt jetzt, dass ich zumeist ja eigentlich gar keine Mimose sei, nur manchmal würde ich mich in eine solche verwandeln. Ich hätte eben zuweilen schwache Nerven. Und damit hat sie irgendwie wahrscheinlich ja doch auch Recht.
Im letzten Moment also fiel mir ein dass jeder Moment ein Geschenk des Himmels ist. Das machte mich in diesem Moment dann doch sehr zuversichtlich.
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