Nüchtern betrachtet….diesmal von Katharina

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Soeben erreichte mich ein weiterer Text von Katharina zum Thema Nüchtern betrachtet. Was sage ich da, er erreichte mich nicht, er ereilte mich, wand sich wie eine Schlange gekonnt um meinen edlen Schamanenhals und bestand darauf, Ihnen gleich unverzüglich vorgesetzt zu werden. Bei solch überzeugender Einladung war ich auch sofort dazu bereit. Hier ist er also, neu und glänzend, direkt aus der kosmischen Waschmaschine gezogen und für Sie im Licht der Vernunft getrocknet und auf kreative Art zusammengelegt.

Kreatives Zusammenlegen muss ich als Mann immer wieder praktizieren, weil mir die Feinheiten des Wäsche- oder Textzusammenlegens aufgrund falscher Sozialisierung von Seiten meiner Familie und späterer Lernunfähigkeit meinerseits nie so richtig klargeworden sind.

Wissen Sie, was wir jetzt tun werden?

Wir verzichten auf das Zusammenlegen und legen stattdessen einfach so los, pur und unverfälscht und ohne Weiteres.

Hier also der Text in seiner Roh- und Urfassung:

Lieber Udo,

ich habe wieder zwei Texte ausgeworfen, diesmal für „Nüchtern betrachtet“. Ob Du diesmal damit endlich einmal etwas anfangen kannst, weiß ich nicht.

Nüchtern betrachtet glaube ich zum Einen, dass wir in einer Singularität leben. Denn von außen betrachtet kann man nicht sagen, was darinnen ist. Es ist „nur“ ein dimensionsloser Punkt. Er kann „0“ oder „1“ sein. Es kann nichts darinnen sein oder tausende von Universen. Raum und Zeit sind nicht voneinander unterscheidbar. Alles kann gleichzeitig sein oder auch nicht.

Kurz gesagt: Alles ist möglich. Ist das nicht wunderbar?

Nüchtern betrachtet bin ich mir zum Zweiten gar nicht sicher, ob ich als Schamane irgendetwas nüchtern betrachten kann. Ich bin doch mit allem ganz fest verbunden, aber nüchtern betrachtet hat das Wort „nüchtern“ für mich nichts von dieser geradezu barocken Vielfalt, die ich als Schamane empfinde. Nüchtern betrachtet sind das alles hier nur Worte, die nicht einmal annähernd das beschreiben können, was ich empfinde. Also nüchtern betrachtet würde ich empfehlen, sich selbst ein Bild davon zu machen.

Ein kurzer Nachsatz, der das erklären oder Alles noch weiter verwirren kann: Nüchtern betrachtet bin ich eben „ICH“.

Das war’s erst ‚mal mit der nüchternen Betrachterei. Ab jetzt schreib ich wieder Barockstil.

Liebe Grüße,

Katharina

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