Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – Die Begegnung mit der Kraft. 1. Aspekt: Sichtbares und Unsichtbares. 2. Teil
Schamanismus wie ich ihn sehe ist einfach eine Einladung, ein Leben der Kraft zu führen.
Dieser Satz stammt aus dem ersten Teil des Blogs, den Sie jetzt gerade lesen.
Was bedeutet der Ausdruck, „ein Leben der Kraft“ zu führen?
So wie er hier vor Ihnen steht, ist dieser Satz gleichzeitig vielsagend und unvollständig.
Denn ich meine damit nicht nur, dass es für Sie, falls Sie sich zu einem Leben der Kraft entschließen sollten, etwa nur darum ginge, Ihre schamanische und magische Kraft zu entwickeln und auf heilsame Weise anzuwenden.
Aus ganzheitlicher, spiritueller und globaler Sicht geht es nämlich nicht nur um die Entwicklung eines schamanisch kraftvollen Lebensstils.
Es geht vor allem auch um die Entwicklung einer Art planetaren Verantwortungsgefühls, also einer tief empfundenen Verantwortung für die ursprünglichen Zusammenhänge und Bedürfnisse des Lebendigen auf unserer Erde.
Ganzheitlich, spirituell und global im umfassenden Sinne sind eigentlich genau genommen dieselben Begriffe, wenn wir versuchen, unser Dasein als Teil einer größeren komplexen kosmischen Einheit zu erfassen, eine Haltung und Weltsicht, welche Schamanen im Grunde immer schon zu eigen war.
Wenn Sie Ihr zukünftiges Leben der Kraft also in diesen Zusammenhang der größeren Einheit allen Lebens stellen, die Ihr eigenes persönliches Dasein zugleich umfasst aber auch in Ihrer Wichtigkeit übersteigt, dann öffnet sich bereits eine wesentliche Ebene der Bedeutung meines oben angeführten Satzes.
Doch wozu braucht der Mensch noch ein Leben der Kraft, wenn er beispielsweise bereits über ein gewisses Verständnis der globalen Verbundenheit alles Lebendigen verfügt?
Eine Antwort darauf lässt sich wie folgt in mehrere Punkte fassen:
- Zumindest dann, wenn Sie bestimmte Phänomene der Wirklichkeit, die wir als Wirkung von Magie wahrnehmen und bezeichnen können, direkt und klar erkennen und in ihrer ganzen Auswirkung klar erleben wollen, brauchen Sie einen eigenen stimmigen Zugang zur Kraft.
- Die Magie, von der hier gesprochen wird, ist keine Nebensache des Lebens, auch wenn sie in unserer Kultur verleugnet und in ihrer Existenz verdrängt wird.
Magie ist eine Art Geburtsrecht unserer Spezies. Sie ermöglicht uns Wahrnehmungen der Ganzheit und Wahrnehmungen unseres eigenen tiefen Selbst ebenso wie die Wahrnehmung unserer Bestimmung und unseres eigentlichen und wahren Weges.
Natürlich ist es nicht unbedingt notwendig, schamanische und magische Wege zu beschreiten, um spirituell weiter zu kommen.
Wird das Magische aber vom Spirituellen abgespalten und als unwesentliche Zauberei entwertet, führt dies auch zu einer Spaltung unserer ursprünglichen kosmischen Wahrnehmungsfähigkeit.
- Ein Leben der Kraft ist vor allem auch ein Leben der Vision. Die Vision ist dabei nicht einfach eine Anhäufung von Bildern oder Einsichten, sondern die Entwicklung eines feinen und starken spirituellen Wissens, was wir in unserem Leben umsetzen wollen und sollen.
- Die Kraft verändert uns und unsere Ausstrahlung.
Es gibt einen intensiven Zusammenhang zwischen persönlichem Charisma, Ihrer Fähigkeit, der Kraft zu folgen und der Wahrhaftigkeit, mit der Sie Ihren Weg als Schamane oder angehender Schamane gehen.
Durch das Charisma, das in Ihnen durch ein Leben der Kraft aufgeht, steigert sich Ihre persönliche und spirituelle Wirksamkeit.
- Ein Leben der Kraft führt Sie über die kulturell konditionierten Wahrnehmungsmöglichkeiten hinaus in einen Bereich der Freiheit des Wissens und der Erkenntnis, der Ihnen sonst in seinem ganzen Ausmaß verschlossen bleibt.
- Wahre Selbstannahme setzt auch die Annahme unseres magischen und visionären Anteils voraus. Kosmische Liebesenergien sind magisch und überpersönlich, und ein Leben der Kraft zu führen heißt, dem Spirit Vorrang vor allem anderen zu geben und dies mit jener Kraft umzusetzen, die sich für uns jenseits unserer rein persönlichen Ebene öffnet, wenn wir sie suchen und finden.
- Vor allem aber bringt uns ein Leben der Kraft aus der gesellschaftlichen Depression heraus, die uns als einzelne Mitglieder einer aus Milliarden Menschen bestehenden Weltbevölkerung zu unwesentlichen Mitspielern eines nahezu undurchschaubaren Spiels degradiert. Ein Leben der Kraft zu führen bedeutet, sich seiner eigenen magischen, persönlichen und spirituellen Wirksamkeit bewusst zu sein und es bedeutet, sich selbst die Macht zu geben, auf die Welt einzuwirken und dadurch Veränderungen auf allen Ebenen des Daseins bewirken zu können.
Nach dieser Erklärung über die Wichtigkeit eines Lebens der Kraft für den Einzelnen möchte ich mich auf ganz bestimmte Aspekte von Kraft und Vision konzentrieren, die für unseren Schamanismus charakteristisch sind.
Dabei wird die Begegnung mit der Kraft vielleicht anschaulicher und klarer zu Tage treten.
Der Begriff Kraft, wie er hier gebraucht wird, hat im Schamanismus einen grundsätzlichen Charakter. Obwohl oft bei schamanischem Praktizieren die Kraft nicht oder nur sehr vorsichtig in Erscheinung tritt, wird Schamanismus zu Recht als Weg der Kraft bezeichnet.
Die Kraft, von der hier gesprochen wird, will und muss erlebt werden, weil sie sich unter anderem aufgrund ihrer spirituellen, magischen und mystischen Aspekte einer Definition weitgehend entzieht.
Magie tritt unter anderem an den Schnittstellen verschiedener Welten oder Dimensionen auf und ihre klare Wahrnehmung verlangt einen ausgebildeten Kraftkörper beim Beobachter. Dieser muss die Magie sowohl erkennen als auch im Kraftkörper aushalten können.
Sonst nimmt er nur ihre Auswirkungen wahr.
Magie fließt stets aus einer Dimension der Unendlichkeit.
Das Wort Dimension ist hier im Gegensatz zu seinem weiter oben gepflegtem Gebrauch rein qualitativ eingesetzt und bezieht sich nicht auf eine Welt jenseits der von uns gewohnten. Die Sprache, welche uns zur Beschreibung magischer und spiritueller Phänomene zur Verfügung steht, ist relativ begrenzt.
Magie fließt aus einer Dimension der Unendlichkeit und berührt dadurch auch die grundlegende mystische Qualität der Welt, welche zwar von unserer Kultur zumeist verneint wird, jedoch allem tieferen Erleben von Welt und selbst zu eigen ist.
Das Mystische aber gehört ebenso wie die anderen wesentlichen Aspekte unserer Welterfahrung zum Bereich des zumeist Unsichtbaren. Obwohl unsichtbar ist das Mystische jedoch konkret erfahrbar und keine Sache des Glaubens oder Resultat einer Art von Mystifizierung.
Lesen Sie weiter im dritten Teil dieses Blogs über Magie, Erfahrung und magisches Erwachen.
Wählen Sie aus unseren Rubriken...

