Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen: 1. Magie…..jetzt aber wirklich….3. Teil

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Wir haben gerade über schamanische Magie gesprochen, soweit ich mich jetzt erinnere.

Bevor wir die theoretische Erörterung dieses Themas weiter ausweiten, möchte ich Ihnen hier ein praktisches also angewandtes Beispiel kraftvoller schamanischer Magie vorstellen. Und das nicht nur in Worten sondern auch ganz bildhaft. Ja, wir können Ihnen hier ganz einfach zeigen, was wir meinen. Sehen Sie nur selbst….

 

Das magische Ritual des Jaguars

Wir hier im Nagual-Schamanismus arbeiten vor allem mit dem Jaguar des Ostens.

Der Jaguar als Hüter des heiligen Feuers lässt sich natürlich in allen vier Richtungen des sogenannten Medizinkreises antreffen.

Doch seine Bedeutung verändert sich mit jeder Drehung des Kreises.

Ist er im Westen vor allem der reinigende Todbringer und Vernichter des Unheilvollen, so wird er im Osten, als Hüter der aufgehenden Sonne, zum ersten Strahl des Lichtes, das den ersten Augenblick der Schöpfung versinnbildlicht.

Wenn ich hier vom Medizinkreis spreche, beziehe ich mich selbstverständlich nicht auf das einer bestimmten indigenen Kultur angehörige spirituelle Wissen.

Doch als Allgemeingut lässt sich folgende Zuordnung der Himmelsrichtungen zu den kosmischen Kräften treffen: Der Osten, in dem die Sonne aufgeht, steht für Beginn und Frühling. Der Süden, in dem die Sonne am höchsten steht, ist einerseits die Blüte der Kraft, andererseits versinnbildlicht er die Wärme des Wachsens und auch die Qualität des tief in der Erde wurzelns. Er entspricht dem Sommer. Der Westen steht für Übergang, Herbst, Tod und Transformation in eine andere Erscheinungsform. Der Norden bildet Winter, die schlafende Erde, aber auch Qualitäten wie Klarheit und instinkthaftes Wissen ab. Diese Himmelsrichtungen lassen sich auf unterschiedliche Art den Elementen zuordnen. Darauf will ich hier nicht weiter eingehen.

Der Mythos zeigt die magische und spirituelle Welt

Der Mythos von Jaguar, Kraftblume und Adler bildet einen kosmischen Schöpfungsbaum. Darauf habe ich an anderer Stelle schon des Öfteren hingewiesen.

Hier, an der Wurzel der Welt, am Beginn von Allem, im ersten Augenblick des Dasein, im ersten Licht der Schöpfung, zeigt sich die Kraft des östlichen Jaguars.

Das hier angesprochene Jaguarritual wird von uns nur selten ausgeführt. Wie alle großen Rituale verlangt es zum einen Respekt, was auch bedeutet, dass es nicht alle Tage vollbracht werden kann.

Zum anderen ist es dafür notwendig, die ganze Nacht mit dem Jaguar in seiner Nachtgestalt zu wachen, um dann den ersten Strahl der Sonne zu begrüssen.

Aber welche Sonne ist das! Die Sonne wird zum flammenden Auge des Jaguars, mit dem er uns die Schöpfung wie einen brennenden Spiegel aus Kraft und Schönheit zurückwirft.

Staunend sehen wir ihr, der Jaguarsonne, direkt ins Antlitz. Wir erkennen dabei plötzlich, dass die Welt nicht immer nach denselben Prinzipien funktioniert. Wenn die Magie überhand nimmt, verwandelt sich die Natur und mit ihr verwandelt sich das, was wir bisher von ihr wahrnehmen konnten, in Etwas durchaus ganz und gar Magisches. In einen Bestandteil des großen Mythos von Schöpfung und Geist, die einander umarmen.

Wir sehen direkt in den Anfang der Welt. Wir sehen direkt ins Auge des Jaguars, in den ersten Lichtstrahl der Welt.

Notwendige Ingredienzen für dieses Ritual sind: Ein autorisierter Hüter des Jaguarmythos in Ihrer Mitte, die Bereitschaft, sich eine starke Nacht schamanisch um die Ohren zu schlagen, ohne dabei einzuschlafen, spirituelle Hingabe und Hingabe an den Weg der Kraft, das Know How der Schamanen, die richtige Stelle zum Warten und Schauen, am Besten hoch oben am Berg. Alles andere kommt dann von selbst, oder besser gesagt: Es kommt vom Geist, der sich in diesem Ritual machtvoll äußert.

Die folgenden Bilder sollen Ihnen einen Eindruck von der Kraft und Schönheit des Jaguarrituals vermitteln.

Bilder der Kraft

Bei diesem Ritual lege ich aus Respekt für Geist und Mythos gern auch das große Schamanengewand an, das im Allgemeinen ja aufgrund einer gewissen Umständlichkeit bei seiner Benützung nur selten zum Einsatz kommt. Immerhin brauche ich drei Helfer und eine halbe Stunde Zeit, um schließlich das vollständige Gewand tragen zu können.

Bevor die Sonne schließlich kommt, sieht der Himmel des Jaguars so aus.

Noch etwas früher, am Rande der Nacht: Wir hüten des heilige Feuer und in ihm den feurigen Geist des Jaguars und warten auf den Jaguar des Himmels.

Allmählich zeigt sich die Morgendämmerung. Der Kopf des Jaguars lugt aus dem Feuer hervor, um den Jaguar des Himmels zu begrüssen, der hier aber noch unsichtbar bleibt.

Der Schamane wartet auf seinen Jaguar des Himmels. Der Jaguar der Kraft hat sich aber schon in ihm erhoben und seine Augen funkeln.

Hier das kosmische Auge des Jaguars bei seinem ersten Blinzeln.

Im nächsten Blog zeigen wir Ihnen weitere Bilder des Jaguarrituals. Direkt im Auge der Kraft stehend, verwandelt sich der Beginn des Tages in eine Feier der Schöpfung. Sie werden es sehen…

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