Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – das Heilige und das Profane. Teil 4

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Ein Teil, in dem es zunächst vor allem um Eines gehen soll, nämlich um Sternenstaub. Das ist zwar zunächst ziemlich langweilig, aber wie schon früher in diesem Blog vom Autor ganz zart angedeutet wurde, müssen Sie da jetzt eben durch, wenn Sie zu den im Anschluss dargebotenen schamanischen Sichtweisen kommen wollen.

Notfalls könnten Sie natürlich im Text nach vor scrollen also einfach weiter vorne weiterlesen, aber das betrachtete ich dann tatsächlich als ein wenig unfair.

Sternenstaub:

Hier zunächst einmal die Definition, die Ihnen Wikipedia ganz leichtfüßig auftischt:

Sternenstaub bezeichnet als wissenschaftlicher Begriff kleine, teilweise mikroskopische Materiepartikel im interstellaren Raum. Sie sind Produkte von Novae und Supernovae und tragen einen kleinen Teil zum interstellaren Staub bei. 

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird mit dem Begriff Sternenstaub auch jede interstellare Materie bezeichnet, die aus Sternen hervorgegangen und nicht in festen Gebilden wie Sternen, Planeten oder Asteroiden gebunden ist. Diese Materie bildet die verschiedenen Arten von astronomischen Nebeln, Globulen, Dunkelwolken und die Beimischungen zum Wasserstoff von Molekülwolken. Sternenstaub in dieser Wortbedeutung besteht aus allen chemischen Elementen außer Wasserstoff (der Theorien zufolge schon beim vermuteten Urknall gebildet wurde), auch in gasförmigem Zustand. 

Eine Quelle von Sternenstaub – Die Nova im Jahre 2002 des 20.000 Lichtjahre entfernten Riesensterns V838 Monoceros im Sternbild Einhorn. Die braunen Sternenstaub-Wirbel stammen von einem Ausbruch mehrere 10.000 Jahre zuvor. Ihr Durchmesser beträgt etwa 7 bis 8 Lichtjahre…..etc. etc. etc.

Quelle: Wikipedia.   

Der Körper des Menschen ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Sternenkleid. Er besteht zur Gänze aus Sternenstaub, der Asche toter Sonnen. 

Aus: takimo.de/lexikon/sternens-html. 

Sie sehen also, dem Sternenstaub können Sie einfach nicht entkommen, ganz egal, wie Sie das auch anstellen wollten. Hier noch mehr davon:

STUDIE BELEGT: MENSCHEN BESTEHEN ZU 97 PROZENT AUS STERNENSTAUB

…. Es stimmt anscheinend wirklich. Wir Menschen bestehen zu 97 Prozent aus Sternenstaub. Das ergab eine Analyse von 150.000 Sternen. 

Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Phosphor und Schwefel werden als die Elemente des Lebens bezeichnet. Und zum ersten Mal haben Astronomen nun diese Elemente in einer riesigen „Sternen-Stichprobe“ katalogisiert.

„Zum ersten Mal können wir die Verteilung der Elemente in unserer Galaxie studieren“, erklärt Sten Hasselquist von der New Mexico State University. „Die gemessenen Elemente beinhalten Atome, die 97 Prozent des menschlichen Körpers ausmachen“.

Aus: www.galileo.tv  

Ich bin inzwischen immer noch auf der Suche nach den 97 Prozent Sternenstaub in mir. Aber ich glaube ich werde wirklich bald fündig. Es kann jetzt wohl nur noch ein paar Minuten dauern. Ich spüre schon, wie sich der Sternenstaub in mir zu regen beginnt. Er tanzt seinen eigenen faszinierenden Tanz und behauptet am Ende gar, ich zu sein.

Wie faszinierend! Nicht wahr.

Die drei fehlenden Prozent bestehen laut diesem Artikel übrigens auch nicht aus Nagual, Spirit, Kraft oder Magie, sondern gottseidank nur aus ein paar anderen chemischen Elementen.

Drei Prozent Kraft wären nämlich auch wirklich viel zu wenig für eine halbwegs menschenwürdige magische Existenz.

Aus schamanischer Sicht ist der Sternenstaub also zwar irgendwie grundlegend, aber nicht allzu wesentlich für unser Dasein.

Oder vielleicht ist er für uns ja irgendwie wesentlich, aber eben nicht wirklich grundlegend.

In jedem Fall lässt sich die von uns erfahrbare Wirklichkeit rein gar nicht befriedigend naturwissenschaftlich beschreiben.
Ist Ihnen das im Übrigen auch schon einmal aufgefallen?

Kehren wir nach dieser Begriffsdefinition deshalb einfach zum Schamanischen zurück. Ich hätte ja gedacht, dass der Begriff Sternenstaub viel mehr hergibt, wenn wir ihn einmal näher betrachten, aber offenbar hat sich der Sternenstaub bei der Bildung des materiellen Universums bereits derart verausgabt, dass er uns begrifflich jetzt nicht mehr allzu viel zu bieten hat.

Schamanisch betrachtet aber sind wir vielleicht vor allem

  • ein reiner magischer Fluss, der uns direkt aus dem Fassbaren zurück ins Unfassbare führt, aus dem wir kommen, wir, Sternenstaub aber auch Staub des Nagual, der unfassbaren Dichte der Welt. 

Ich finde, das klingt doch gleich viel schöner als Alles, was ich jetzt in der Eile über Sternenstaub finden konnte.

Verstehen Sie mich an dieser Stelle jetzt bitte nur nicht falsch: Aus romantisch verklärter Sicht der Welt betrachtet ist es einfach ganz wunderbar, dass wir aus Sternenstaub bestehen.

Auch in spiritueller Hinsicht ist diese Tatsache aus zweierlei Gründen sehr bemerkenswert. Zum einen vermittelt sie uns irgendwie doch ein Gefühl für den tiefen Zusammenhang von Kosmos und Mensch.

Das wäre zwar eigentlich insofern nur selbstverständlich, als wir ja ohnehin Alle Teil des Kosmos sind.
Aber jetzt, wo wir wissen, dass wir aus Sternenstaub bestehen, fühlt es sich trotzdem noch einmal ganz anders an.

Zum anderen rührt es an unserem Gefühl kosmischer Geborgenheit, wenn wir auf diese Art Teil des Ganzen sind.

Wir verlassen trotzdem schnell wieder die schnöde rein materielle Ebene der Existenz, obwohl auch diese aus dem Unfassbaren herausfließt, und das wohl nur deswegen, weil sie eben auch Teil der Wirklichkeit ist.

Umfassende Erkenntnis der Wirklichkeit umfasst vor allem auch das Erkennen jener Phänomene, welche uns in unserer Wahrnehmung entgegentreten, oder vielmehr, welche uns als wahrnehmbar entgegentreten können, sobald wir unsere Wahrnehmung erst einmal soweit geschult haben, dass wir dieses, ihr uns Entgegentreten, überhaupt wahrzunehmen imstande sind.

Unter anderem umfasst diese Erkenntnis die Kunst magischer schamanischer Wahrnehmung.

Wir sind selbst Teil des Unfassbaren wie des Fassbaren, und allein dadurch imstande, uns mit dem Unfassbaren auseinanderzusetzen.

Mehr dazu im nächsten Teil dieses Blogs.

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