Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – Die Begegnung mit der Kraft. 1. Aspekt: Sichtbares und Unsichtbares. 3. Teil
Es stimmt schon. Die Kraft, von der hier gesprochen wird, also speziell schamanische Kraft, können Sie nicht riechen oder schmecken. Zumindest nicht mit Ihrem gewohnten Geruchs- oder Geschmacksinn. Wenn Sie jedoch einmal auf den Geschmack der Kraft gekommen sind, werden Sie ihn höchstwahrscheinlich gar nicht mehr loslassen wollen.
Sichtbares und Unsichtbares: Das soll sich hier auch auf die Verschleierung der Realität durch die gesellschaftlichen Bedingungen unserer Kultur beziehen.
Verschleierung bedeutet, dass einige wesentliche Aspekte unseres Daseins kulturell verleugnet, nicht wahrgenommen und häufig auch in ihrer Bedeutung abgewertet werden.
Diese kulturelle Ignoranz führt zu einer Schwächung unserer Lebensgrundlagen, die sowohl den Einzelnen als auch die gesamte Spezies betrifft.
Für den Einzelnen wirkt sich dabei vor allem die Verleugnung der Existenz von Magie und Kraft negativ aus.
Einige Vertreter des naturwissenschaftlichen Denkens halten sich allen Ernstes für die Hüter der Wirklichkeit.
Wissenschaft soll ihrer Ansicht nach darüber entscheiden können, was wirklich ist, also existiert, und was nicht.
Diese Denkweise ist zwar an sich beschränkt, wäre aber in einem offenen Diskurs durchaus ein möglicher wenn auch durch sichtbare Phänomene widerlegbarer Standpunkt der Weltbetrachtung.
Doch diese Auseinandersetzung wird eben nicht durch Diskussion und wissenschaftliche Neugier inspiriert und nicht mit unvoreingenommenen Mitteln des Diskurses ausgetragen. Vielmehr herrscht hier eine Kultur der Diffamierung und des polemischen Verächtlichmachens anderer Ansichten vor, welche zu Recht der Wissenschaft nicht das Monopol auf die Erfassung der Wirklichkeit zugestehen.
Warum kann die Wissenschaft die Welt nicht erfassen wie sie ist?
Weil es erfassbare Phänomene in der Welt gibt, zu welchen die Wissenschaft nichts zu sagen vermag.
Ein kleines triviales Beispiel für die Begrenztheit wissenschaftlicher Welterklärung findet sich in einem Fernseh-Beitrag zum Thema Unverwundbarkeit durch energetisches Training. Ein chinesischer Experte für Unverwundbarkeit setzt eine Speerspitze genau so an seinen Hals, dass sie unter Druck bis zu seiner Halswirbelsäule durchdringen müsste. An dieser Stelle des Körpers gibt es anatomisch keine Möglichkeit, sich durch Muskeln zu schützen. Dann drückt der Mann seinen Körper gegen den am Boden aufgestützten Speer, der sich daraufhin durchbiegt. Ein Helfer schlägt nun mit einem Baseballschläger von hinten auf den Rücken des Ausführenden. Anstatt vom Speer durchbohrt zu werden, bleibt der Ausführende unverletzt und der Speer verbiegt sich nur noch stärker. Die Stimme der Sprecherin dieses Beitrags ertönt aus dem Hintergrund: „Das ist wissenschaftlich nicht erklärbar.“ Damit ist scheinbar alles gesagt. Ein Wunder also.
Tatsächlich bedeutet dieser Satz aber im Klartext nichts Anderes als das Eingeständnis der Tatsache, dass die Wissenschaft die möglichen Vorgänge in unserer Welt eben nicht vollständig erfassen kann, oder zumindest in ihrer derzeitigen Gestalt die Vorgänge in dieser Welt nicht vollständig erfasst.
Damit ist aber logisch auch der Beweis erbracht, dass die Wissenschaft sich als Hüterin der Realität keineswegs eignet.
Im Übrigen hat der Autor dieser Zeilen ähnliche Begebenheiten mit wissenschaftlich unerklärlicher Unverwundbarkeit am eigenen Leib er- und überlebt.
Ich habe hier dieses relativ triviale Beispiel für die Begrenztheit der Wissenschaft in Bezug auf unsere Lebenswirklichkeit deshalb angeführt, weil es einfach und spektakulär ist und so ganz und gar nicht von mystischen Glaubensinhalten abhängt.
Der Ausführende überlebt, obwohl er laut wissenschaftlicher Erkenntnis sterben müsste. Er führt dieses Überleben auf einen energetischen Schild zurück, den er in jahrelanger Übung über dem physischen Körper aufzubauen gelernt hat. Dieser energetische Schild existiert nach Meinung der Wissenschaft nicht. Er ist also, mit dem Lieblingswort einiger aggressiv in Erscheinung tretender Vertreter eines neopositivistischen Standpunkts zum Erkenntnisbereich der Wissenschaft bezeichnet, einfach Humbug.
Doch der Humbug funktioniert peinlicherweise.
Er funktioniert sogar ausgezeichnet.
Dasselbe trifft auch für die Magie und die Auswirkungen veränderter Bewusstseinszustände im Schamanismus zu.
Sie erinnern sich vielleicht noch an eine frühere Aussage von meiner Seite:
Schamanismus betrachtet die äußere Welt und die Welt im Inneren des Betrachters nicht als grundsätzlich verschieden, sondern als weitgehend identisch.
Das heißt natürlich nicht, dass jeder Ihrer Gedanken sogleich Wirklichkeit wird.
Es heißt aber unter anderem, dass eine Veränderung Ihrer Wahrnehmung der Welt neue Wirklichkeiten erzeugt. Diese unterliegen anderen Gesetzen als die uns gut bekannte Alltagswirklichkeit. Diese Gesetze können sich, einfach gesagt, eben auch im physischen Aspekt Ihrer Umgebung als Veränderung physikalischer Gesetze auswirken.
Hier, mitten im Text, müssen wir jetzt einen harten, wissenschaftlich jedoch leicht erklärbaren, Schnitt machen. Lesen Sie mehr über die Kraft im Schamanismus im nächsten Blog, der Sie wieder zu den Wurzeln unseres magischen Selbstverständnisses zurückführen soll.
Das Beitragsbild und die anderen zwei Bilder in diesem Blog zeigen Eindrücke unseres diesjährigen schamanischen Meeresrituals, bei dem wir auf zwei Segelschiffen in den Kornaten unterwegs waren.
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Trance in Bewegung, nur vom Geist getragen, so können wir das ewige Geheimnis dessen, was uns einst Leben gab, erfragen.

