Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – Die Begegnung mit der Kraft. 1. Aspekt: Sichtbares und Unsichtbares. 4. Teil

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Schamanen und Wissenschaft scheinen nur auf den ersten Blick nicht so ganz zusammen zu passen.

Tatsächlich erweitern wir Schamanen das Weltbild, welches die Wissenschaft nahelegt, nur um das nicht immer gleichartig Ablaufende. Wir bilden das Magische und Geheimnisvolle in der Welt mit unserer schamanischen Erkenntnis und unseren Lehren ab.

Es ist verständlich, dass die Wissenschaft sich einer Erweiterung ihres Weltbildes um das nicht beständig Gleichbleibende ganz streng zu verweigern trachtet.

Wenn wir uns auf Aberglauben und seine negativen Auswirkungen auf frühere Gesellschaftsformen beziehen, hat sich die Wissenschaft durchaus als Wohltäterin im Bereich der Erkenntnis erwiesen.

Leider wurde dabei sozusagen das Kind mit dem Bad ausgeschüttet.

Alles was phänomenologisch wahrnehmbar ist, gehört nämlich zur Wirklichkeit im umfassenden Sinn, und zwar ganz unabhängig davon, ob es mit wissenschaftlichen Methoden erfassbar, klassifizierbar oder beschreibbar ist.

Ein nicht unter Laborbedingungen wiederholbares Experiment wird aber bisher von der Wissenschaft in seiner existenziellen Bedeutung nicht erfasst, auch wenn es als Teil der erfassbaren Wirklichkeit bisweilen auftritt.

Wir glauben vielmehr als wissenschaftlich Vorgebildete, dass alle Vorgänge in der Natur jederzeit auf dieselbe Weise stattfinden können.

Auch dies ist Aberglaube im weiteren Sinn, oder zumindest eine unzulässige Einschränkung des Möglichen aufgrund unserer beschränkten wissenschaftlichen Möglichkeiten, die Wirklichkeit zu beschreiben.

Gerade die subjektiv beeinflussten, durch eine bestimmte Zeitqualität gekennzeichneten Vorgänge, mit denen sich magisches und schamanisches Tun beschäftigt, sind aufgrund ihrer nicht beliebigen Wiederholbarkeit unter Laborbedingungen der Wissenschaft weitgehend nicht zugänglich.

Sie können aber als Phänomene durchaus erlebt werden und haben Bedeutung, und, -hier kommt wieder unser zentraler Begriff ins Spiel -, sie haben Kraft.

Die Qualität unseres Lebens wird meiner Ansicht nach durch die Qualität unserer Erlebnisse bestimmt.

Das Leben ordnet sich seinem Wesen nach nicht abstrakten oder gedanklichen Konstruktionen unter, selbst wenn ein Mensch fest an diese glauben will.

Etwas, das wir hier die Seele nennen können, oder auch die Kongruenz des Tiefenerlebens eines Menschen mit seiner psychischen Oberfläche, verspürt die Qualität und Authentizität des eigenen Lebens ganz genau.

Wird diese innere Instanz ignoriert oder vernachlässigt so führt dies zu mehr oder weniger bewusst wahrgenommenem unglücklich Sein.

Dieser Zustand eines Individuums kann natürlich wieder durch Verleugnung, Ablenkung und Selbstbetrug übergangen werden. Doch seine Anzeichen bleiben bestehen und charakterisieren den verloren gegangenen Kontakt zum eigentlichen Seelenleben.

Auf genau dieselbe Weise kann meiner Ansicht nach auch eine ganze Kultur einen Seelenverlust erleiden, indem sie die menschlichen Möglichkeiten, das humane Potenzial, zu ignorieren trachtet.

In unserer Kultur werden Magie, Kraft, Spirit, feine Emotionalität und Ekstase zur Seite geschoben.

Dadurch entsteht eine Verzerrung in der gesellschaftlichen Seele.

Einzelne, besonders für Magie und Spirit begabte oder berufene Personen brechen jedoch aus dieser Klammer der Verzerrung aus und begeben sich auf die Suche nach den sinnstiftenden Werten und Potenziale, welchen unsere Kultur so skeptisch gegenübersteht.

Im Gegensatz zu dem deutlich sichtbaren Aspekt in unserem Beispiel mit dem chinesischen Meister der Unverwundbarkeit sind viele der hier aufzufindenden Schätze nicht gleich sichtbar, weil sie dem Bereich des Unsichtbaren angehören.

Doch dasselbe trifft ja auch auf den energetischen Schild im obigen Beispiel zu. Das Sichtbare findet sich an der Oberfläche, vom Unsichtbaren aber Wesentlichen getragen.

Verwechseln Sie hier bitte zum Einen das Unsichtbare nicht mit dem Unfassbaren.

Das Unsichtbare umfasst zunächst all das Fassbare, welches sich energetisch und konzeptuell als Teil unserer fassbaren Wirklichkeit in unsere Wahrnehmung hineindrängt.

Das Unfassbare liegt zwar unserer Wirklichkeit zugrunde und ist als Kraft aufrufbar. Es tritt jedoch aus einer anderen Dimension hervor, die wir hier als zweite Aufmerksamkeit bezeichnen wollen.

Mit der Beschäftigung mit der zweiten Aufmerksamkeit und ihren Eigenheiten beginnt der Bereich tiefergehender schamanischer Magie in Ihr Leben zu treten.

Zum Anderen sprechen wir weiter oben zwar von der veränderten Wirklichkeit, die durch eine veränderte Wahrnehmung hereinbrechen kann.

Wir meinen damit aber nicht die andere Wirklichkeit der Schamanen, welche zum Beispiel durch imaginative Methoden wie eine schamanische Bilderreise erreicht werden kann.

Vielmehr sprechen wir von der Wirklichkeit der Kraft. Diese durchzieht unsere gewohnte Wirklichkeit, so wie das Nagual, das Unfassbare, eben das Tonal umgibt und durchzieht. Die Wirklichkeit der Kraft tritt im Tiefenschamanismus direkt aus der Welt hervor, die wir kennen, wenn wir die Veränderung unserer Wahrnehmung zulassen.

Die dann entstehende Welt der Kraft und unsere gewohnte Wirklichkeit bilden gemeinsam ein erweitertes Modell der Wirklichkeit, in dem sich der Schamane kunstvoll und auf magische Weise zu bewegen weiß.

Die Fotos in diesem Blog und auch das Beitragsbild zeigen Eindrücke unserer schamanischen Segelwoche im Süden. Selbstverständlich waren wir nicht nur mit den Booten sondern auch magisch im Mythosschiff und immer wieder ganz intensiv im unsichtbaren Raumschiff des kosmischen Tantra unterwegs. Doch die Verwendung von ein bisschen zusätzlicher Windmagie zahlte sich für uns ebenfalls zwischendurch auf sehr vergnügliche Weise aus.

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