Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – Die Begegnung mit der Kraft. 2. Aspekt: Schamanische Tiefe und Oberfläche. 2. Teil.

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„Verlassen wir diesen ersten Aspekt von Oberfläche und Tiefe wieder…..Wenden wir uns im nächsten Teil dieses Blogs direkt der Magie zu.“

Das war am Ende des vorhergehenden Teils dieses Textes zu lesen.

Die Magie ist, wie schon an anderer Stelle von mir angesprochen, ein Teil unseres frühmenschlichen Erbes, die Hinterlassenschaft des magischen Jägers und Sammlers in uns.

Aus anderem Blickwinkel her betrachtet, ist die Magie Ausdruck unseres Verhältnisses zum Spirit.

Der Spirit oder Geist manifestiert sich in uns, unserer Existenz mehr oder weniger bewussten, Geschöpfen genau so wie in unseren tierischen Verwandten. Selbstverständlich manifestiert er sich in jeglichem Sein, sei es Pflanze, Stein, Tier oder Mensch. Aber die Art der Manifestation unterscheidet sich offensichtlich je nach den Freiräumen der grundsätzlich möglichen Selbstbestimmung, die dem einzelnen Geschöpf innewohnt.

Der Spirit selbst zeigt uns ein nicht-duales Gesicht, er wirkt aus der Einheit heraus und als Grundlage und Ausdruck der Einheit. Polaritäten wie Leere und Fülle, Ruhe und Bewegung, Hier und Dort, Subjekt und Objekt heben sich in der Dimension des Spirits auf beziehungsweise verschmelzen zu einer einzigen ungeteilten Einheit. Genauer gesagt findet die Trennung der Welt in einander entgegengesetzte Polaritäten in der Dimension des Spirits gar nicht statt. Er ist durchdringende, allumfassende Bewusstheit.

Natürlich spreche ich hier zwar über einen quasi religiösen Bereich, aber nicht über Religion an sich. Der Unterschied zwischen einem Schamanen und dem Vertreter fast jeglicher religiösen Ausrichtung ist, dass wir Schamanen jenseits religiöser Dogmen unsere Begegnung mit dem Spirit so einfach und frei wie möglich gestalten.

Das ist hier nicht als Angriff auf Religiosität oder religiöse Überzeugungen gemeint. Meiner Ansicht nach ist Ihre Religion einfach Ihre Privatangelegenheit, in die ich mich als Mensch, als spiritueller Lehrer oder als Schamane nicht einmische.

Das, was wir im spirituellen Bereich aber erleben und erfahren können, also beispielsweise die Präsenz des Spirits oder eben seine Magie, wird während meiner Arbeit mit Ihnen zum zentralen Thema von Schamanismus.

Der Spirit enthält Magie. Dieser Satz ist heutzutage nicht selbstverständlich. Denn durch die Einwirkung verschiedener religiöser Richtungen wurden die Begriffe Magie und Spirit getrennt und damit die Einheit von Geist und magischer Kraft aufgespalten.

Magie galt seitdem oft nur als niedrige, zweckgebundene oder gar den natürlichen spirituellen Lauf der Welt auf unnatürliche Weise verändernde Beschäftigung spirituell nicht wirklich Fortgeschrittener.

Im Katholizismus ist Magie beispielsweise weitgehend dämonisiert worden.

Im Buddhismus beispielswird Magie zwar als Nebenwirkung von Erleuchtungserfahrungen anerkannt, hat aber eben eher den Stellenwert eines Hinweises auf die erfolgte und geglückte spirituelle Transformation eines Menschen.

Natürlich hängt die Akzeptanz oder Ablehnung von Magie von Seiten verschiedener religiöser Ansätze auch mit deren Haltung zu den älteren animistischen oder schamanischen Glaubenssystemen zusammen, an deren Seite sich die im Vergleich viel jüngeren religiösen Ansätze entwickelten. Wir dürfen dabei nicht übersehen, dass Schamanismus wahrscheinlich schon weit über zehntausend Jahre die Menschheit als magisch-spirituelles System begleitet hat.

Der Spirit enthält Magie, weil Magie Teil der Welt ist. Jenseits der verengenden Wirklichkeitsbeschreibung der Wissenschaft quillt die Magie aus den Ritzen der Welt. Unseren mit der Natur intensiv verbundenen Urahnen war diese Tatsache sehr viel klarer bewusst als unseren heutigen Zeitgenossen. Die Natur folgt nämlich keineswegs nur den bekannten Naturgesetzen, sondern darüber hinaus auch Feldern von Synchronizität und der Fluss der Geschehnisse unterliegt durch magische Potentiale beeinflussten Ereignisstrukturen.

Das bedeutet, dass ein magisch mit der Natur verbundener Mensch wie ein Schamane bestimmte Gefahren vorhersehen, Ereignisse für eine bestimmte Zeit zurückhalten oder beschleunigen kann.

Ob der Steinschlag, der sich über Ihrem hochalpinen Weg löst, vor, während oder nach Ihrer physischen Präsenz auf ebendiesem Ort stattfindet, macht für die Natur zunächst keinen großen Unterschied, für Ihr Überleben könnte es jedoch von absolut wesentlicher Bedeutung sein.

Ob Sie als Jäger die Bahn eines Tieres oder einer Herde kreuzen, die als Jagdbeute Ihr Überleben für viele Tage sichert, oder ob Sie stattdessen in die falsche Richtung gehen und Ihre Jagd erfolglos bleibt, kann für das Überleben des Stammes von zentraler Wichtigkeit sein.

Damit war der Mensch schon ganz früh gezwungen oder jedenfalls sehr motiviert, sich magische Abläufe zu vergegenwärtigen und danach zu trachten, diese Abläufe durch sein eigenes Teilhaben an ihnen, durch die Entwicklung seiner magischen Fähigkeiten und Sinne, zu seinem Vorteil zu beeinflussen.

Wir heutige Menschen haben, so wir in der Wissenschaftsgläubigkeit stecken, dafür pseudowissenschaftliche Erklärungen entwickelt, die sich um Aberglauben drehen, oder um die menschliche Tendenz, auch unzusammenhängenden Ereignissen einen sinnstiftenden Zusammenhang zu geben.

Tatsächlich setzen diese Erklärungen aber bereits als Prämisse die Nichtexistenz von Magie voraus. Wenn Sie nun so wie ich Magie sowohl selbst praktizieren als auch die Magie naturverbundener Kulturen erlebt haben, funktioniert diese Verleugnung des magischen in der Welt naturgemäß für Sie nicht mehr ganz so gut.

Stattdessen beginnen Sie dann Ihre Sinne zu schärfen, um das ja eigentlich ganz leicht wahrnehmbare Vorhandensein der Magie und ihre Auswirkungen klarer wahrnehmen und spirituell nützen zu können.

Halten wir an dieser Stelle jetzt einmal inne, und halten wir zugleich fest, dass der Ursprung der Magie im Spirit liegt, oder genauer gesagt, dass der nicht-dualen Charakter der Welt schon die wesentliche Grundlage der Magie darstellt.

Wie schon weiter oben gesagt, spreche ich hier nicht über Glaubenssysteme, sondern über erfahrbare und magisch nutzbare Phänomene, die wir als potentiell magisch begabte Wesen in dieser Existenz antreffen.

 

 

 

 

 

 

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