Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – Die Begegnung mit der Kraft. 3. Aspekt: Pirschen in die Tiefe. 1. Teil.
Nun ja, ich zögere noch. Etwas. Ich meine, ich zögere noch. Etwas gehört hier schon zum nächsten Satz. Etwas tief in meinem Inneren lässt mich aufhorchen.
Aufhorchen. Ein Wort aus dem Wald, dem Bereich der wilden Tiere entnommen.
Vorsicht. Gefahr. Aufhören zu trinken, zum Sprung bereit sein, schnell den Ort wechseln.
Aufhören und Aufhorchen. Aufhören hat hier interessanter Weise nicht direkt mit Hören zu tun, und Horchen ist ein Hören mit Aufmerksamkeit, ungerichtet, aber auf Alles gerichtet, was da nun einmal kommen möge.
Ungerichtet wird im Englischen offenbar entweder mit undirected oder mit omnidirectional wiedergegeben, das eine bedeutet, auf keine bestimmte Richtung ausgerichtet, das andere eine Ausrichtung auf alle Richtungen zugleich hin.
Nun ja, ich zögere eben noch, omnidirectional aufhorchend, lauschend.
Weshalb aber eigentlich?
Wie immer geht es hier um Magie.
Eigentlich will ich Ihnen ein klein Wenig über das Tiefenpirschen erzählen, kurz nach dem Blog, in dem wir uns gemeinsam, Sie und ich, in der Tiefe einer magischen Höhle wiederfanden, Sie natürlich eher nur virtuell auf dem Bauch kriechend durch unendliche labyrinthische Schlünde und Kriechgänge der Höhle weiter voran kommend, ich hingegen kurz davor tatsächlich fast durch eine Engstelle in der Höhle hindurchkriechend, aber schließlich, weil es genau dort genau zwei Möglichkeiten des Weiterkommens gab, lieber doch in luftiger Höhe meinen Weiterweg wählend. Schamanen sind zwar völlig frei von Klaustrophobie, aber zur Sicherheit ist es bisweilen besser, diese wahre Aussage nicht auch noch physisch überprüfen zu müssen.
Welchen Weg aber soll ich hier in diesem Blog wählen?
Es ist ein altbekanntes Problem, eine wahre Herausforderung des Wissenden, ein unheimliches Monster, das uns Lehrende, vor allem uns esoterisch Lehrende, ja vielleicht ganz allgemein verfolgt, und dem ich mich eben hier jetzt stellen muss. Mich zumindest verfolgt es immer wieder einmal, auch wenn es Sie, meinem Leser und ebenfalls als esoterischen Lehrer Tätigen, vielleicht ja gar keine Kopfschmerzen bereitete. Die Kopfschmerzen sind hier nur im übertragenen Sinne gemeint. Meinem Kopf geht es gut. Das dürfen Sie mir jetzt ruhig glauben.
Aber die Herausforderung bleibt bestehen. Bevor ich Ihnen diese aber jetzt im Einzelnen darlege, will ich kurz noch auf den Begriff esoterischer Lehrer eingehen, damit auch dabei zwischen uns, also zwischen mir und Ihnen, keine Missverständnisse aufkommen. Es geht hier nämlich nicht um die Missverständnisse zwischen mir und mir, die bisweilen zwar aufkommen, aber dann im Allgemeinen durch ein ernsthaftes Gespräch mit mir selbst wieder aus der Welt geschafft werden. Hie und da muss ich sogar ein ernsthaftes Wörtchen mit mir reden, aber das genügt dann tatsächlich praktisch immer, um jegliche Missverständnisse zwischen mir und mir aufzuklären.
Das Missverständnis in Bezug auf den Begriff esoterischer Lehrer könnte aber zwischen Ihnen und mir auftreten, und da gibt es nun einmal mit Selbstgesprächen, auch ganz ernsthaften, kein Weiterkommen. Esoterisch bezieht sich hier also nur auf die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes, auf die Tatsache also, dass es sich um geheimes und nicht einfach offen zugängliches Wissen handelt, welches mir hier zu Eigen ist. Es ist mir selbstverständlich nur deshalb zu Eigen, weil dies dem Spirit so gefallen hat.
Insofern könnte man auch anstatt von zu Eigen genauso gut von ausgeborgt, erhalten, geschenkt, beglückt oder vom Schicksal und vom Geist ganz glücklich bereichert sprechen. Wie auch immer, das ist mir nun einmal zu Eigen und ich gebe es in gewissem Maße auch gern an Sie weiter. Aber genau da liegt nun das Monster der Ungewissheit begraben und streckt seinen hässlichen Schädel ganz plötzlich aus seinem Bett aus Erde und Schlamm nach uns beiden aus. Nach mir, dem Autor mit dem geheimen Wissen, und nach Ihnen, wenn auch nur indirekt aber doch, dem Leser mit dem hoffentlich wachen Interesse an ebendemselben, also nicht am Monster, sondern am Wissen, wie ich wohl hoffen möchte.
Ja, nun, ich zögere noch. Genau deshalb braucht der Blog ein wenig länger, wie ich meine. Er erscheint hoffentlich ja noch heute, aber eben erst im letzten Moment dieses Tages seines schon lange vorher geplanten Erscheinens.
Eine gute Möglichkeit wäre es natürlich auch, die Einleitung dieses Blogs jetzt so lange zu gestalten, meine Beschäftigung mit dem eigentlichen Inhalt des Blogs damit so weit vor mir herzuschieben, dass mir zumindest noch eine weitere Woche bliebe, um mein Zögern in entschlossenes Handeln oder Nicht-Handeln umzuwandeln.
Lassen Sie mich also jetzt wieder einmal kurz innehalten und Zeichen zählen. Nein, das mache ich nicht selbst, das macht der Computer, oder eben das kleine Männchen, das irgendwo tief drinnen im Programm steckt.
4783 ohne Überschrift, sagt es. Oh gut. Das ist mehr als genug.
Wir sehen einander also mit genau dieser hier noch gar nicht klar aufgeworfenen Frage erst nächste Woche wieder.
Bleiben Sie dran, dann werden Sie schon sehen.
Wählen Sie aus unseren Rubriken...
Zur Traumdeutung aus schamanischer Sicht, 1. Teil: Wahrlich ganz traumhaft
Der Schamane zur Lage der Nation, Nummer 32

