Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – Die Begegnung mit der Kraft. 4. Aspekt: Zwischen Pirschen und Träumen. Der Raum der Unendlichkeit. Teil 1.

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Nun ja, der wöchentliche Beitrag zur Magie war schon überfällig. Hier ist er nun endlich, reichlich verspätet, aber gerade noch rechtzeitig vor Einbruch der Wochenmitte angekommen.

Dafür führt er sofort und ohne Umschweife tief in die Wirklichkeit des Schamanen hinein.

Halten Sie sich also besser gleich am Türstock fest. Sie werden schon sehen, was zum Schluss noch als stabil erscheint…..

Natürlich ist die Magie. Sie ist Teil unseres evolutionären und auch unseres kosmischen Erbes.

Wenn wir hier von Magie sprechen, die aus dem Bereich des Unfassbaren kommt, können wir zwischen zwei verschiedenen Arten, mit dem Unfassbaren umzugehen, unterscheiden.

Entweder Sie sind Träumer oder Sie sind Pirscher.

Pirscher, Gestaltwandler, hängen sich mit ihrem Kraftkörper an andere Realitäten an, um sich diesen soweit anzugleichen, dass sie in die ausgewählte Realität überwechseln können.

Träumer, Formwandler, überschreiten die Grenzen ihres jeweiligen bisherigen Daseins, indem sie mit ihrem Kraftkörper mögliche Realitäten gleichsam durchdringen und so auch in ihre Existenz rufen.

Im Kraftkörper des Träumers wirkt das Aleph als Ursubstanz, als Traum ohne Bilder, als reine Traumbewegung ohne Inhalt.

Das Aleph kann als Traumgöttin oder kleine Deva angesehen werden, welche sich überall zugleich und nirgends ganz befindet. Sie wächst und schrumpft, schlüpft durch die Maschen jedes Netzes der Wahrnehmung und bleibt doch beständig in unserer Nähe.

Die Gestaltwandler oder Pirscher vermögen zu träumen, indem sie sich an den Traum heranpirschen.

Die Formwandler oder Träumer vermögen zu pirschen, indem sie sich an das Pirschen heranträumen.

Träumen und Pirschen sind zwei gleichwertige Beschreibungen des Unfassbaren, das sich entweder als Nagual-Tonal-Begriffspaar oder als sich beständig wandelnde Traumzeit beschreiben lässt.

Im Traum ist die Wahrnehmung der Welt derart unbegrenzt, dass selbst Träumer vor der Tiefe des Traumes bisweilen zurückschrecken.

Hier, im Traum, ist es nicht wirklich möglich, von verschiedenen Level oder Ebenen der Magie zu sprechen, wie ich es im Bereich des Unfassbaren, welches das Nagual ist, gern zu tun pflege.

Der Traum bringt alle Ebenen der Magie gleichzeitig zum Aufleuchten. Genau deshalb ist es schwierig, sich den Traum als Ausgangspunkt für eine magische Ausbildung zu wählen. Doch schwierig bedeutet nicht: unmöglich.

Es hängt natürlich auch davon ab, ob Sie in Ihrer schamanischen Richtung eine(n) Traummeister(in) oder eine(n) meisterhafte(n) Pirscher(in) an der Hand haben.

Die Schüler können es sich naturgemäß nicht aussuchen, welchen Weg die Magie des Lehrers oder der Lehrerin bevorzugt.

Wobei bevorzugen auch keinesfalls stimmt.

Denn auf einer bestimmten Stufe des Wissens erscheinen Traum und Pirschen wieder sehr ähnlich, wenn auch völlig andersartig in ihrer Ausprägung.

Als Pirscher wähle ich naturgemäß den mir zum Zweck der Ausbildung leichter erscheinenden Weg der Begegnung mit dem Unfassbaren, dem Nagual. Zumindest das Tonal, das Fassbare, ist meinen SchülerInnen ja schon ein wenig vertraut.

Im Nagual begegnen sie der Unendlichkeit und der Magie gleichermaßen. Es ist ein gewisser Schock, eine heilsame Erschütterung, die einsetzt, weil die Welt nach der Begegnung mit dem Nagual nicht mehr die gleiche ist oder zumindest nicht mehr als die gleiche erscheint. Jenseits naturwissenschaftlicher Erkenntnis tut sich nämlich mit einem Mal eine Möglichkeit des Welterfassens auf, die unsere gewohnten Wahrnehmungsgrenzen sprengt und unsere Wirklichkeit auf den Kopf stellt.

Natürlich passiert das auch im Traum. Ich liebe es, zeitweise in die Tiefen des Träumens hinabzusteigen, den ekstatischen Traum im Wachbewusstsein zu zelebrieren.

Der Traum ergänzt also das sich bei den SchülerInnen langsam entwickelnde Verständnis des Unfassbaren in seiner Form des Nagual.

Vom Pirscher aus betrachtet, ist der Traum eine Art instabiles, sich ständig in Bewegung befindliches und über alle Grenzen hinaus waberndes Nagual.

Vom Standpunkt des Träumers aus ist das Nagual ein bestimmter Traum, der eben vom Unfassbaren als solchem handelt.

Auch auf dem Weg über das Nagual begegnet uns der Traum beständig und in allen möglichen Formen.

Es gibt zwar magische Räume, die dem Träumer grundsätzlich verschlossen sind, doch tut das der Gleichwertigkeit von Träumen und Pirschen keinen Abbruch.

Auf der anderen Seite finden wir magische Räume im Traum vor, zu denen es keine äquivalenten Räume im Nagual gibt.

Wenn Sie es genau betrachten, – und diese Art des Betrachtens setzt magisches SEHEN auf fortgeschrittener Ebene voraus -, so besteht der Großteil des Traumes aus Räumen ohne Gegengewicht im Pirschen.

Trotzdem entsprechen Pirschen und Träumen zwei Kielen eines Bootes, welches stets mit seinen beiden Kielen durch den Ozean der Unendlichkeit fährt.

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