Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Statt des versprochenen Blogs folgt zunächst: Wieder ein Zwischenspiel. Kraftjagen und andere schamanische Arten des Zeitvertreibs. Teil 2
Wie stand es, schwarz auf weiß, als letzter Satz im vorigen Teil dieses Blogs zu lesen:
“Doch der Charakter des Textes hatte sich inzwischen unwiederbringlich verändert.
Jede Anwendung von Magie ist eben ein unumkehrbarer Prozess, wie wir Schamanen wissen.”
Der veränderte Text begann also schlussendlich von sich aus, den Platz einzunehmen, der ihm seiner Meinung nach zustand.
Und plötzlich ging es deshalb auch um schamanisches Kraftjagen, alles natürlich (fast) ganz nüchtern betrachtet….
Den zeitweise abhanden gekommenen Text stelle ich Ihnen hier kursiv vor:
Ich bin im Übrigen gar kein Freund des Schnellfahrens, falls Sie das jetzt irrtümlicher Weise etwa dem obigen Textteil im ersten Teil des Blogs entnommen haben sollten.
Die meisten Schnellfahrer kompensieren ohnehin nur ihr viel zu wenig aufregendes Leben durch die künstlichen Aufregungen des Straßenverkehrs.
Doch falls Sie jemals einem rasenden Meteorstück ausweichen müssten, indem Sie ganz ungeniert auf ihr Gaspedal drücken, so hätten Sie mein vollstes Verständnis dafür, dass Sie sich auf diese Art vor dem Unheil zu retten trachteten.
Benützen Sie das aber bitte jetzt nur nicht als Ausrede und glauben Sie bitte auf keinen Fall, dass mir die Versuche unserer sich leider streng rechtsdrehenden Regierung, die Gunst ihres Publikums durch kleine Taschenspielertricks zu erlangen, – wie beispielsweise jenen, ganz unsinnige und gefährliche Geschwindigkeitserhöhungen einzuführen -, auch nur irgendwie gefallen würden.
Kehren wir zu unserem eigentlichen Ausgangspunkt zurück, bevor ich mich hier aus reinster Empörung etwa in textlichen Ausschweifungen verlieren sollte, die Sie zudem ja wohl eher in unseren Beiträgen des Schamanen zur Lage der Nation erwarten würden.
Reinste Empörung steht uns Schamanen allerdings wirklich gut, das stimmt schon.
Aber trotzdem, hier ist es nun:
Nüchtern betrachtet…..diesmal also wohl von drei Schamaninnen und mir selbst geschrieben…..
An dieser Stelle hätte ich jetzt eigentlich schon ganz klar bemerken müssen, dass der Text den Rahmen von Nüchtern betrachtet wohl oder übel zu sprengen begann.
Stattdessen machte ich in einem Anfall von, von mir selbst erzwungener, Selbstverleugnung einfach weiter wie bisher. Das sollte und konnte später natürlich nicht ohne Folgen bleiben. Doch zunächst schien noch Alles ganz nüchtern zu verlaufen und zwar so:
Im Spiegel der Kraft musst Du manchmal ganz nüchtern bleiben.
Trunken vor eigenartiger Nüchternheit, der Nüchternheit des Schamanen, erkennst du dich.
Du bewegst Dich durch Raum und Zeit in der Stille, hebst vielleicht eine Hand oder setzt Fuß vor Fuß.
Du HANDELST:
Eine Geste der Kraft – Deine Geste, die Geste einer Schamanin.
Eine Geste der Einmaligkeit in Raum und Zeit.
An dieser Stelle und zu dieser Zeit kann es kein Anderer tun als Du selbst.
……
Natürlich lesen Sie jetzt gerade vom Kraftjagen im Nagual, dem Unfassbaren, auf höherer Ebene. Schließlich ist es eine ausgebildete und eingeweihte Schamanin, die hier ihre Hand hebt, und HANDELN und Kraftjagen in Eins zusammenführt.
Wenn Sie selbst beginnen wollen, die Kraft des Nagual zu jagen, beginnen Sie bitte nicht gleich mit dem Versuch, dies mit ausgefeilten schamanischen Gesten zu bewirken.
Nein, besser, Sie beginnen gar nicht erst mit Kraftjagen, wenn Sie nicht entweder selbst über das nötige innere Wissen verfügen oder jemanden mit diesem Wissen gerade an Ihrer Seite haben. Der Wissende sollte allerdings auf jeden Fall in Ihr Projekt eingeweiht werden und es grundsätzlich gutheißen und im Speziellen auch unterstützen. Ja, dann sollte Alles gut gehen. Diese Begegnungen mit dem Nagual sind nun einmal wirklich nicht zu unterschätzen.
Der folgende Teil über das Auffinden des magischen Kieselsteins lässt sich im Übrigen sowohl als Analogie als auch als ganz praktische Vorgangsweise einer Schamanin verstehen.
Also fahren wir fort im eigentlichen Text:
……
Du spürst den Luftzug der Wirklichkeit Deines Seins, eines zunehmend ekstatischen Zustands, der sich als Atem der Freiheit in deinem Körper ausdehnt, während Deine Füße weiter dem Tanz der Schamanin folgen.
Auch deine Seele weiß um die Unendlichkeit, auch in Deinen Knochen steckt der Staub der Vergänglichkeit.
Und doch, bei näherer Betrachtung, entdeckst du ein Funkeln zwischen den Körnern, die am Wegesrand liegen.
Alles ist jetzt nur noch eine sanfte Entscheidung für die Kraft, ein kleiner Schritt.
Denn es ist ja alles bereits da.
Du musst nur diesen einen kleinen Kieselstein finden, der da am Wegesrand liegt und aus sich heraus leuchtet.
Aber Du darfst Dich dabei nicht blenden lassen von den Sonnenstrahlen, den Kindern des Tages, welche die anderen Kieselsteine zum Leuchten bringen.
Es ist eigentlich nur ein ganz einfacher Kieselstein, den Du suchst. Doch er steht für den Stein der Weisen, für den Stein der Kraft.
Während die anderen Steine jetzt im Sonnenlicht glitzern und funkeln wie Diamanten und Rubine könntest Du leicht den einen Stein der Kraft übersehen.
Schon flüstern Dir die Edelsteine im Sonnenlicht allerlei Versprechungen ins Ohr.
Der eine Kieselstein schweigt. Er wirkt aus sich selbst heraus.
Es geht um schamanisches Kraftjagen. Im Stein steckt die Kraft die Du suchst.
Die Kraft aus dem Unfassbaren, das Dich flirrend umgibt.
Also nüchtern betrachtet ist das Alles einfach, aber schwierig.
Nüchtern betrachtet ist es eigentlich auch ganz einfach, in den Fluss, sprich zu sich selbst zu kommen.
Aber, wie so oft, sind die einfachen Dinge die schwierigsten.
Damit bleibt mir jetzt zum Schluss noch eine letzte bange Frage.
Kann ich überhaupt Nüchtern betrachten und solch einen Text verfassen, wenn ich doch niemals je ganz nüchtern bin sondern beseelt von den Geistern?
Bin ich denn jemals nüchtern, nachdem ich ja ständig im Dauerzustand einer Art Trunkenheit lebe, sobald ich in Ekstase gehe?
Doch sehen wir es einmal so:
Manche nehmen Ayahuasca, andere LSD.
Ich tauche in den tiefen See
der Ekstase und bin deshalb
einfach des Lebens froh.
Hier endet das erneute Zwischenspiel auf schönste Weise.
Das Beitragsbild und die darauf folgenden Bilder im Text sind hier absichtlich etwas dunkel gehalten, um Sie vor den Gefahren eines unbedachten Selbstversuches im Kraftjagen abzuschrecken.
Sie wissen ja: Im Kraftwagen und beim Kraftjagen ist gleichermaßen oft höchste Vorsicht geboten.
Wir dürfen zu guter Letzt hier noch ein paar tröstende Worte für alle inzwischen schon ungeduldig auf die Fortsetzung des ursprünglich an dieser Stelle geplanten Blogs über Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – das Heilige und das Profane wartenden Leser einfügen:
Auch dieser von Ihnen nun schon sehnlichst erwartete Blog wird kommen. Sicher. Schon bald sogar. Seien Sie also genau an dieser Stelle jetzt nur nicht allzu sehr beunruhigt. Dazu besteht nun einmal wirklich gar keine reale Veranlassung.
Wählen Sie aus unseren Rubriken...
Nüchtern betrachtet….auch diesmal wieder von Katharina…..
Die 7 großen W des Schamanismus, 2. Teil.

