Der Schamane zur Lage der Nation, Nummer 10

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Ich freue mich, Ihnen endlich eine gute Nachricht zur künftigen Entwicklung unserer Nation mitteilen zu können.

Wir bekommen endlich viele neue Polizisten.

Zwar ist die Verbrechensrate allgemein rückläufig, aber das Sicherheitsgefühl der Österreicher liegt gar schlimm im Argen.

Die neuen Polizisten sind aber nicht nur dazu da, um durch ihre Präsenz dem Bürger endlich klar vor Augen zu führen, dass er sich jetzt vor nichts mehr fürchten muss, was nicht vom Staat selbst kommt. Nein, sie sollen auch zünftige Arbeit für die Sicherheit von uns Allen leisten.

Leider werden sie, damit der polizeiliche Nachwuchs schneller zur Hand ist, dafür nur verkürzt ausgebildet.

Das kann allerdings in der Praxis nicht so große Unterschiede machen. Es ist doch eigentlich ganz egal, ob Sie in Zukunft ein ausgebildeter oder halb(aus)gebildeter Polizist verhaftet. Oder etwa nicht?

Die vielen nur verkürzt ausgebildeten Polizisten, die wir zukünftig in Österreich haben werden, müssen schließlich auch Erfolge aufweisen.

Aufgrund ihrer kürzeren Ausbildung sind im Normalfall wahrscheinlich eher weniger gut überlegte Vorgangsweisen von der künftigen Exekutive zu erwarten.

Wir kombinieren noch einmal messerscharf:

Die vielen neuen Polizisten müssen also Erfolge vorweisen. Polizeilicher Erfolg bedeutet in der Regel mehr Anzeigen und wohl auch mehr Festnahmen und Verhaftungen.

Wenn die halb ausgebildeten Polizisten nun einerseits voll zuschlagen müssen, um ihr Kontingent an Übeltätern zu verhaften und damit ihre Nützlichkeit unter Beweis zu stellen, andererseits aber vielleicht auf Grund ihrer nur partiellen Ausbildung nicht so gut beurteilen können, wer nun eigentlich zu verhaften wäre kommt es schließlich zu interessanten soziologischen Nebeneffekten.
Eines ist doch wohl klar:

Diese kluge Vorgangsweise bewirkt im Endeffekt wohl eine enorme Verhaftungswelle von Menschen, die zwar zum überwiegenden Teil wahrscheinlich ganz und gar unschuldig sind, dem gestrengen aber halbgebildeten neuen Auge des Gesetzes aber doch als mögliche Verdächtige erschienen.

Da die Aufstockung der Polizei bei gleichzeitiger Kürzung der Richterposten erfolgt, sind jedoch noch weitere Maßnahmen unumgänglich notwendig, um ein zufrieden stellendes neuartiges und dann hauptsächlich von der Polizeiarbeit dominiertes Staatsgefüge zu gestalten.

Wir brauchen also selbstverständlich auch

  1. Eine Verlängerung der Untersuchungshaft auch in Bagatellfällen und ohne richterliche Anordnung, weil bei zu vielen Polizisten und zu wenigen Richtern nicht Jeder in absehbarer Zeit vor einem Richter erscheinen kann, und
  2. ein neues Gesetz zur erlaubten Überbelegung von Gefängniszellen, weil wir mit dem Neubau von Gefängnissen für alle bald schon hinzukommenden Untersuchungshäftlinge dann eben nicht nachkommen können.

Mit Wir meine ich hier natürlich nicht uns Schamanen, wir sperren ja niemanden ein, sondern Uns, die Staatsbürger in Form ihrer Vertretung durch die Regierung.

Weitere Vorschläge auf dem wunderbaren neuen Sicherheitsweg wären Folgende:

Zur Not ließen sich sicherlich einige Gefangene auch in der Psychiatrie unterbringen.

Dazu muss die neue Regierung nur nach bayrischem Vorbild ein neues Psychiatriegesetz verfassen, welches die Rechte normaler Psychiatrieinsassen auf jene von psychisch abnormen Rechtsbrechern reduziert. Und schon ist die Psychiatrie ein vorzüglicher Ort, um Ungehorsame und Verdächtige zumindest für einige Zeit sicher und streng zu verwahren.

Da werden es sich aufmüpfige Bürger in Zukunft wohl zweimal überlegen, ob sie sich mit der aufgerüsteten Gewalt des Staates anlegen wollen.

Allerdings gibt es noch eine andere und völlig neue geniale Lösung für das Problem der Unterbringung der vielen neuen Polizisten, das zugleich auf parallele Weise auch das Problem der fehlenden Gefängniszellen elegant zu lösen imstande wäre.

Ich will Ihnen meinen unglaublichen aber einfachen und klaren Vorschlag hier gleich einmal skizzieren.

Er hängt mit der ja immer wieder einmal notwendigen Erneuerung der Strommasten zusammen.

Bei dieser Erneuerung ist es nämlich offenbar so, dass die Stromgesellschaften einfach viel größere Masten aufstellen dürfen, ohne dass etwaige Anrainer oder durch die Verschandelung des Landschaftsbilds Betroffene noch irgendetwas mitzureden hätten.

Ist ein Stück Landschaft erst einmal als Stromautobahn gewidmet, unterliegen sie und ihre Umgebung der Willkür der Stromlieferanten.

Genau diese Tatsache plane ich jetzt geschickt auszunutzen, um der neuen Regierung eine realistische Unterbringungsmöglichkeit für ihre vielen künftigen Gefangenen anzubieten.

Sie sehen links also auf der unten stehenden Skizze die bisherige Stromleitung.

Gleich daneben einen Strommast mit angeschlossener Polizeistation inklusive am Mast stationierter Überwachungskamera. So kann die lückenlose Überwachung des öffentlichen Raumes auch im ländlichen Bereich leicht umgesetzt werden.

Ganz rechts erblicken Sie dann die Maximalvariante eines Strommastes mit darunter befindlichem großzügig angelegtem Gefängnisbereich.

Ganz großartig, nicht wahr?

Bedenken Sie zu meinen bisherigen Überlegung noch Folgendes:

Zu den als normal kriminell eingestuften Verdächtigen treten in Zukunft ja auch noch diejenigen Menschen hinzu, die auf Grund neuer Einschränkungen der Bürgerrechte Verwaltungsstrafen bekommen haben, diese jedoch entweder nicht zu zahlen gewillt oder nicht zu zahlen imstande sind. Die sitzen ihre Strafe dann ebenfalls irgendwo ab.

Nach der Streichung der Notstandshilfe und ihrem Ersetzen durch eine Mindestsicherung, bei der auch jegliches Vermögen oder Erspartes der Betroffenen eingezogen wird, müsste die Gruppe derjenigen, welche sich nur noch einsperren lassen leisten können, ja bald und dann unaufhörlich weiter ansteigen.

Schulschwänzen wird wohl eines dieser fürchterlichen Delikte sein, für die man seine Freiheit gleich wochenlang verliert.

Allerdings gibt es beim Schulschwänzen von Teenagern noch eine weiteren denkbaren Ausgang, den ich mir hier ungefähr so vorstelle.

Der besagte Teenager stellt seinen Vater zur Rede: „Papa, rück sofort 100 Euro raus, sonst schwänz ich eine ganze Woche, und das kostet Dich dann gleich mal 440.- oder vier Wochen Arrest. Überleg Dir das gut, bei meinem Angebot steigst Du wirklich viel besser aus als wenn Dich die Polizei dann gleich wieder abholt….“

In diesem Fall kommt es ja vielleicht gar nicht zur Verhaftung der Eltern, sondern Alles ist mit einem kleinen Schutzgeld für die Nachkommenschaft soweit ganz fein geregelt.

Trotzdem, glauben Sie mir:
Um die enorme Anzahl künftig wegen kleiner Verwaltungsdelikte eingesperrter trotziger Österreicher zusammen mit der zugleich ums vielfache steigenden Anzahl unschuldig eingesperrter Untersuchungshäftlinge zeitlich und räumlich zu bewältigen, wird man wohl schließlich auf meine oben skizzierten Lösungen zurückgreifen müssen.

Ich sehe mich hier schon verdächtig auf dem Weg zum Nobelpreis für….ja, lassen Sie mich einmal kurz überlegen. Welcher Nobelpreis wäre das denn? Ein ganz neuer vielleicht, für die gelungene Einschränkung menschlicher Freiheit.

Der bekommt mir aber als Schamane nicht so gut, fürchte ich.

Das ist eben der Preis für Law and Order. Ich meine, eine Law and Order – Mentalität beraubt nun einmal Menschen unnötiger Weise ihrer Freiheit. Das liegt ja in der Natur dieses Denkens und Wollens.

Die Anderen sollen sich unbedingt so verhalten, wie es mir als Regierendem für sie vorschwebt.

Mit ein paar kleinen Gesetzchen und Verordnungen bekomme ich das dann schon hin.

Wer dagegen verstößt, wird eben kriminalisiert.

Endlich lässt sich Gesinnung wieder bestrafen.

Wieder möchte ich Sie hier nur der Ordnung halber darauf hinweisen, dass dieses Ich nicht den Autor dieser Zeilen meint. Das war doch wohl klar, oder? Es gibt nämlich auch keine schamanischen oder als Bewusstheitsarbeiter tätigen Law and Order Fanatiker. Irgendwie schließen sich die Liebe zum Menschen und die Gängelung desselben scheinbar doch aus.

Mit einer weiteren ausgezeichneten Nachricht zum Schluss dieses Blogs kann ich Ihnen aber jetzt doch noch aufwarten:

Es gibt offenbar keine Tendenz zur unerträglichen Gängelung mündiger österreichischer Staatsbürger mehr.
Oder zumindest gibt es sie nicht mehr in allen Bereichen.

Ganz im Gegenteil:

Denn Sie dürfen jetzt demnächst 140km/h auf der Autobahn fahren und weiterhin ungestört in Ihrem Lieblingslokal rauchen.
Das ist doch wahre Freiheit. Was wollen Sie noch mehr?

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