Der Schamane zur Lage der Nation, Nummer 2
Oh ja, schon wieder einmal dieser Schrecken des Wohlbekannten
Mit einem kleinen Scherz auf der Zunge schmecken bekanntlich auch die grässlichsten Dinge gleich viel besser, nicht wahr? Ja?
Dann lassen Sie mich hier nur die bekanntesten Schrecken gleich zu Beginn dieses Textes wieder einmal geschmackvoll aber grässlich anführen. Man kann es ja gar nicht oft genug hören, finden Sie nicht auch? Sie werden mich und meine Ansichten gleich zutiefst wertschätzen und lieben und sich in sonnigem wenn auch verzweifeltem Suchen nach Auswegen die Zeit vertreiben können. Ihre heutigen Aussichten sind:
Schöne neue Welt
Wir verlieren den Kampf um unsere natürlichen Ressourcen. 25 000 Tierarten sind derzeit vom Aussterben bedroht. Wir geben so uralte Geschöpfe wie das Sumatra-Nashorn inzwischen verloren.
Die Klimaerwärmung schreitet nahezu ungebremst voran, auch wenn sie in neuester Zeit erkenntnistechnisch um Nordamerika einen weiten Bogen macht, um der dort exzessiv grassierenden politischen Dummheit auszuweichen.
Die letzten Wildnisparadiese werden zunehmend kleiner und seltener, bis sie schließlich aus Gründen des Schutzes der Wissenschaft vorbehalten bleiben müssen und von der Bevölkerung nicht mehr betreten werden dürfen.
Der Mensch jedoch verliert ohne Kontakt zu unberührter Natur und zur Wildnis sein Verständnis für seinen Ursprung, seine Seelenstärke, seine Wurzel als natürliches Wesen.
Diese Erkenntnis hat sich bisher außerhalb fortgeschrittener schamanischer Kreise aber noch zu wenig herumgesprochen.
Neid und Gier sind immer hier
Gesellschaftlich betrachtet wird die Gier der Reichen und Superreichen immer größer und die Kluft zwischen immer mehr verarmenden großen Teilen der Bevölkerung und den paar superreichen Prozent der Gesellschaft, die ihr Geld nicht mehr zählen können, weil ihnen fast das gesamte Vermögen der Welt gehört, wächst und wächst.
Das führt bei den verarmenden Gesellschaftsschichten nicht zu einem Wunsch nach einer in einer demokratisch regierten Welt durchaus vorstellbaren Umverteilung des Vermögens innerhalb der Gesellschaft.
Nein, es führt vielmehr zu einer dumpfen Wut der Kleinbürger, die sich gegen Zuwanderer, Arbeitslose und Besitzlose richtet, denen jegliche Solidarität dann entzogen werden soll.
Der Neid wird dabei wichtiger als das eigene Wohlbefinden.
Es scheint nur wesentlich zu sein, dass die Anderen nicht mehr haben als ich selbst. Anstatt dass ich also darauf hinarbeite, einen gerechteren Anteil vom materiellen Kuchen zu bekommen, versuche ich doch lieber gleich einmal, nur niemals Jemandem etwas zu gönnen, der etwa jetzt schon noch weniger haben könnte als ich.eee
Wenn das Mitgefühl fehlt verzerrt sich die Welt
Das ich in diesen Zeilen meint jetzt selbstverständlich nicht mich selbst, sondern steht in allgemein bezeichnender Weise für diejenigen unter Ihnen, die davon betroffen sind.
Ich persönlich finde diese Einstellung nämlich eher dumm und darüber hinaus entbehrt sie jeglichen Mitgefühls.
Das Mitgefühl aber macht uns zu Menschen. Ohne Mitgefühl sehen wir nur äußerlich wie Menschen aus, gehören aber einer anderen, von Dämonen besetzten Spezies an.
Der schamanische Radfahr-Beobachter
Das oben erwähnte Prinzip des auf die Schwächsten noch Einschlagens klingt im Übrigen doch verdächtig nach einem Abkömmling des alten und wohlbekannten österreichischen Radfahrer-Prinzips der Beamtenschaft, das in den fünfziger Jahren wohl in derselben allgemein verbreitet war:
Nach oben buckeln, nach unten treten.
Sie sehen schon, ich mische hier ungeniert globale, österreichische und europäische Themen ganz wie es mir passt.
Nur mit ihrer Erlaubnis natürlich. Das versteht sich ja von selbst.
Wohl dem der Andere gängeln kann?
Bei der neuen gefühlskalten und unsozialen Regierung wird sich wohl früher oder später, – aber wahrscheinlich wohl eher früher als später -, zudem ein wirklich angenehmes Law and Order- Gefühl in der Gesellschaft breitmachen.
Eine brisante Mischung aus neuen Berührungspunkten von Zivilgesellschaft, Überwachung und unnötigen oder schikanösen polizeilichen Amtshandlungen.
Ein erster Schritt wurde ja schon von der vorherigen Regierung mit dem bisher massivsten Eingriff in die bürgerliche Freiheit gesetzt, den es bisher in Österreich gab.
Wehe Ihnen, wenn Sie also etwa genauso kälteempfindlich wie ich zu früh im Jahr ihr Gesicht mit einem Schal vermummen sollten.
Sie werden in aller Öffentlichkeit sofort polizeilich beamtshandelt.
Rechtsextrem eingestellte Mitbürger lieben es, ihre Zeitgenossen zu gängeln und in ihren Freiheiten einzuschränken. Sie faseln etwas von Nur zu Ihrer Sicherheit und spielen sich als Erziehungsberechtigte anderer Erwachsener auf.
Meine Forderungsliste zur Förderung allgemeiner und spezieller Verkühlung
Meine regierungsangepasste Forderung lautet also: Entmündigung für Alle.
Lassen Sie uns dementsprechend einen kurzen glücklichen Blick in die Zukunft werfen.
Wenn das Staatsverständnis der Regierenden dahin tendiert, dass uns, den Bürgern, dem absoluten Souverän eines demokratischen Staates, vorgeschrieben werden darf, was wir wann anzuziehen oder eben nicht anzuziehen haben, wo wir uns aufhalten dürfen und wie lange, wann wir zu Bett gehen sollen und mit wem, dann findet endlich die allgemeine Orientierungslosigkeit des unmündigen Staatsbürgers ihr vorzeitiges Ende und wir nähern uns wohlmeinenden nordkoreanischen Verhältnissen an.
Bleibt nur der Spirit? Ja wer weiß….nur keine Panik, Sie sind hier auf der Titanic
Natürlich bleibt der Spirit unzerstörbar.
Nur Natur und Mensch, Gefühl, Leben und Freiheit sind bisweilen in Gefahr.
Sie sehen also, es besteht gar kein Grund zur Panik.
Sie wissen ja, wie immer gilt für uns das Eine:
Die Lage ist gänzlich hoffnungslos aber keinesfalls ernst.

Der Schamane schlägt die Trommel. Früher war es üblich, die Zeit öffentlich verkünden zu lassen. Seit der allgemeinen Verbreitung von Smartphones, auf denen man ja jederzeit auch die Uhr ablesen kann, ist das öffentliche Ausrufen der Tageszeit nicht mehr nötig. Umso mehr brauchen wir die öffentliche Bekanntmachung der ökologischen und demokratiepolitischen Uhren. Auf diesen ist es leider jeweils fünf vor zwölf. Das haben Sie sich sicher aber ohnehin schon selbst gedacht. Ich wiederhole es nur der Andacht willen. Und damit Sie es nicht wieder im Lauf des Tages gleich verdrängen. Ich verdränge es ja auch immer wieder, weil es eben einfach nicht so gut erträglich ist. Aber was sollen wir Schamanen denn nur machen? Wir sind nun einmal der Wahrheit verpflichtet. Da hilft nichts. Wir bleiben beständig wachsam auf dem Zug der Kraft.
Wählen Sie aus unseren Rubriken...
Warum Schamanismus nebenbei auch das beste Aphrodisiakum des Lebens ist.
RedHOTAction 5

