Der Schamane zur Lage der Nation, Sonderausgabe und zugleich Nummer 33
Wer konnte das denn ahnen, Mister Jones?
Because something is happening here
But you don’t know what it is
Do you, Mister Jones?
Bob Dylan
Wer konnte das denn ahnen, Mister Kurz?
All die Ereignisse, welche Sie schlucken mussten, bevor es untragbar wurde, mit den Rechtsextremen weiter in derselben Regierung zu sitzen. Sie waren wirklich zu bedauern. Ihr Durchhaltevermögen gegenüber rechtsextremem Verhalten und dem Vokabular der Unanständigkeit ist jedoch durchaus bewundernswert.
Endlich aber hat es das Schicksal gut mit Ihnen gemeint. Die extremen Rechten haben sich enttarnt und gezeigt, wer und wie sie wirklich sind.
Da sind Ihnen jetzt wohl mit einem Mal die Augen aufgegangen, nicht wahr, Mister Jones? Wer hätte das denn auch nur aufgrund der vielen menschenverachtenden und teilweise sogar rassistischen Ausritte Ihres Koalitionspartners vermuten können?
Wer hätte denn je gedacht, dass diese Kerle gar die Kronenzeitung übernehmen, Österreich verschachern und sich als durch und durch korrupte Bande selbst darstellen würden?
Natürlich nur im besoffenen Zustand. In vino veritas sollen übrigens schon die Römer behauptet haben. Im Wein läge die Wahrheit. Doch das stimmt nicht ganz.
Kinder und Narren sprechen die Wahrheit. Besoffene lassen die Wahrheit nur durchklingen. Jene Wahrheit, die ihre wirkliche Einstellung verrät, kommt im betrunkenen Zustand eben heraus.
Fehlende kortikale Kontrolle nennt man so was. Das Großhirn konnte den Mist, welcher ihm zu entfleuchen trachtete, einfach nicht mehr wirklich erfolgreich zurückhalten. Und das alles vor laufender Kamera.
Unangenehm, wirklich, aber ich nehme an, Sie haben schon einen kühlen und erfolgversprechenden Plan auf Lager.
Am besten distanzieren Sie sich diesmal ganz von ihrer Partei, färben sie auf dunkelviolett oder hellbeige um und erklären im Brustton der Überzeugung, Sie wären ja selbst gar nicht an dieser unheiligen Regierungskoalition beteiligt gewesen, oder hätten die Entscheidung, sich mit jenen rechtsextremen Genossen ins selbe Regierungsboot zu begeben, nur aufgrund zeitweiser Umnachtung oder unter dem Einfluss starker hypnotischer Drogen getroffen.
Jetzt aber könnten Sie beim Erreichen einer absoluten Mehrheit den Österreichern einfach am Besten jene bittere Medizin zu schmecken geben, welche diese anscheinend ja auch gern zu sich nehmen wollten. Abschaffung der Notstandshilfe mit Zugriff auf das Vermögen des Betroffenen, steuerliche Begünstigung der Großkonzerne, Ermöglichung des zwölf Stunden Tages und der 60 Stunden Arbeitswoche, und was Sie an weiteren edlen Projekten für die Bevölkerung noch so im Talon hätten.
Auf alle Fälle bin ich mir ziemlich sicher, dass Sie nicht dabei gewesen sein werden, wenn es um die offensichtliche Fehleinschätzung bei der Wahl Ihres Regierungspartners geht.
Sie werden wohl am Liebsten wie der Phönix aus der Asche dem ganzen Desaster entsteigen wollen und sich zum zweiten Mal von der eigenen politischen Vergangenheit zu distanzieren trachten. Viel Glück dabei. Vielleicht werden Sie das ja noch brauchen.
Vergessen Sie nur nicht:
„You can fool some of the people all of the time, and all of the people some of the time, but you can not fool all of the people all of the time.“
Abraham Lincoln, (attributed), 16th president of US (1809 – 1865)
Ach, hier noch schnell eine kurze Auffrischung der Erinnerung an Ihre Regierungszeit, nur für den Fall, dass sich diese nicht wiederholen sollte, nämlich deren
Beurteilung durch Politologen
Ein Jahr nach Angelobung der Regierung im Dezember 2017 bezeichnete der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier die Regierung als „klassische Koalition“ der Tauschgeschäfte. Diese seien die Basis für das Finden eines Regierungsprogramms gewesen, etwa verzichtete die FPÖ auf ihren Widerstand gegen das Handelsabkommen CETA, während die ÖVP der Rückgängigmachung des Rauchverbotes in der Gastronomie zustimmte. Andererseits würde die Regierung Kompromisse im parlamentarischen Prozess mit der Opposition ablehnen, mit dem Argument, man mache keine Tauschgeschäfte. Filzmaier bezeichnete dies als „Kommunikationsgag“.
Filzmaier und die Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle befanden nach dem ersten Jahr deren öffentliche Kommunikation am Auffälligsten. Es sei gelungen, nach außen das Bild zu vermitteln, nicht zu streiten. Die Kommunikationsarbeit sei „unbestritten professionell“. Themen, die internen Konfliktstoff bieten, würden möglichst totgeschwiegen. Stainer-Hämmerle kritisierte, dass parlamentarische Verfahren teilweise „übergangen oder ausgehebelt“ wurden, etwa bei Begutachtungen. Dieser Stil des „Drüberfahrens“ würde Verfassungsgerichtshof und Europäischen Gerichtshof noch beschäftigen….
Quelle: Wikipedia
etwas im Talon haben (österreichisch: etwas in Reserve, in der Hinterhand haben)
Quelle: Duden.
Wir werden ja sehen, wie es mit Ihnen und Ihrem politischen Werdegang so weitergeht.
An Alle:
Die Lage der Nation hat sich jedenfalls durch Mister Kurz bisher eher nicht gebessert.
Das macht aber gar nichts. Das hat einfach nichts zu sagen. Der Mann sieht doch jung und unverbraucht aus. Er wirkt irgendwie cool. Deshalb wäre es einfach falsch, ihn nach seinen bisherigen Taten oder gar nach seinen fehlenden Aussagen zur Menschlichkeit und Anständigkeit zu beurteilen. Nein, so eine Behandlung hat er nicht verdient.
Geben Sie ihm doch vielmehr eine zweite Chance. Der Mann hat irgendwie und irgendwo Charakter und er weiß vor allem was er will.
Auf jeden Fall wird er den grässlich drohenden Linksruck in Europa verhindern, den wir ja jetzt überall schon unglaublich deutlich auf uns zukommen sehen.
Lassen Sie sich also durch das kühle Auftreten von Mister Kurz und durch die schlechte Wahl seiner bisherigen Bundesgenossen nicht täuschen.
Er meint es zumindest gut mich sich selbst. Und Selbstliebe ist doch schon mal zumindest EINE gute politische Eigenschaft.
Der wirkliche Charakter des Herrn Kurz aber kann sich doch sicherlich nur in seinem dritten politischen Leben erfüllen.
Lassen Sie Ihrer Neugier also freien Lauf und nehmen Sie etwaige unangenehme oder unanständige mögliche Nebenwirkungen dieses politischen Medikaments willig auf sich! Ihr Arzt oder Apotheker kann Ihnen hierbei nicht helfen, und wenn Sie noch Fragen dazu haben, wenden Sie sich getrost an den Schamanen Ihres Vertrauens.
Nachsatz: Wen soll ich denn jetzt nur fragen, wann unser heldenhaftes Heer endlich mit untadeliger militärischer Gewalt halb Nordafrika besetzen und jene berüchtigten Anhaltelager errichten wird, welche alle Flüchtlinge auf immer vom heiligen Boden Europas abhalten sollen?
Könnte es denn womöglich gar der Fall sein, dass das ganze edle Projekt für einige Zeit auf Eis gelegt worden ist?
Ich hoffe doch auf die Vernunft der Massen. Wir müssen endlich unseren verdienten Platz in der Heldengeschichte des europäischen Kontinents einnehmen und uns als würdige Nachfolger der unerschrockenen Dynastien erweisen, welche einst dieses kleine aber furchterregend kriegerische Land zu Ruhm und Ehre geführt haben, nicht wahr?
Im nächsten Blog erzähle ich Ihnen die ganze Wahrheit über die Hintergründe des Ibiza- Videos.
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Kaum fragt mich Jemand nach meinem Schamanismus, schon kann es geschehen, dass…


