Die 7 großen W: Winter-Wahnsinn-Walachei-Wagemut-Wonnemond-Wiederkäuer und Wiedergeburt, 4. Teil.
Ansonsten finde ich ja selbst als eingefleischter Europäer und Alpenverehrer, dass der
Winter,…
Alljährlich, sobald er seinen Zenit überschritten hat, sich schon ein wenig mühsam anfühlen kann.
Gottseidank ist der jetzt endlich vorbei.
Ende März ist ja bekanntlich der Winter mehr oder weniger vorüber.
Schon im März herrscht bei uns dafür aber häufig Aprilwetter.
Aprilwetter mag ich, natürlich, aber am liebsten eben auch nur Anfang April, vielleicht also nur genau am ersten April, zum Beispiel.
Immerhin, im April ist der Winter vorüber.
Meine alljährlich allmählich wachsende Abneigung gegen einen verlängerten Winter ist ungerecht, ich weiß, jede Jahreszeit hat Ihren ganz eigenen Zauber.
Nur mag ich persönlich den Frühlingszauber eben auch sehr gerne.
Aber lassen wir das.
Schamanen zeichnen sich ja im Übrigen wie allseits bekannt auch dadurch aus, dass sie Dinge wie Jahreszeiten und alle anderen Ereignisse mit unglaublich konstanter spiritueller Gleichmut hinnehmen.
Alles ist wie es ist.
Nicht wahr?
Eben.
Genau so ist es.
Einfach vollkommen.

Mein Hund liebt den Winter. Das liegt jetzt aber wohl nur daran, dass er das ganze Jahr über ein ziemlich dichtes Fell hat. Bei mir hingegen ist das Alles völlig anders gelagert. Insofern können wir beide, mein Hund und ich, uns über die beste Zeit des Jahres nie so richtig einigen. Aber im Gegensatz zu mir nimmt er alles locker. Einfach beneidenswert, finden Sie nicht? Er kann auch bei jedem Wetter schwimmen gehen. Das könnte ich zwar wohl auch, aber normalerweise gelüstet es mich einfach nicht wirklich danach, nein, einfach gar nicht wirklich. Daran können Sie wieder einmal erkennen, wie eigenartig die Wirklichkeit bisweilen in unserem Leben auftritt. Mein Hund meint ja, dass es gar nicht daran läge. Ich meine, nicht an der Wirklichkeit an sich. Doch ich glaube fest daran, dass er dieses eine Mal nicht wirklich recht hat.
Dieser April war zwar vollkommen, aber tatsächlich vor allem insofern, als er vollkommen anders war als der sogenannte gewöhnliche April. Mitten im April kehrte nämlich der Winter zurück. Ungeniert begann er es schneien zu lassen. Aus einem anderen also früheren Blog von mir wissen Sie ja längst, dass es bei uns immer schneien kann außer zu Weihnachten, wo es grundsätzlich eben nicht schneit. Allerdings löst intensiver Schneefall im April bei mir keine Wonnegefühle aus. Eigentlich ist alles vollkommen, das weiß ich natürlich. Ich weiß es ja auch zu schätzen. Ich schätze, der nächste April wird etwas wärmer als dieser. Ich hoffe jetzt jedenfalls, dass meine Schätzung mich hierbei nicht etwa in die Irre gehen lässt. Hier, mitten in der Walachei, ist ein zusätzlicher Wintertag mehr oder weniger andererseits auch schon völlig gleichgültig. Erhabene spirituelle Gleichgültigkeit heißt nun auf Japanisch…..warten Sie einmal. Gleich fällt es mir wieder ein. Nein, doch nicht. Leider. Aber dafür weiß ich nun endlich (dank Wikipedia), wie auf Japanisch früher der Mai hieß.
Honigmonat heißt nun auf Japanisch (veraltet): 皐月(さつき, satsuki [5. Mondmonat]. Das gefällt mir. Der Mai ist also nicht nur im Deutschen als Wonnemond veraltet, sondern sogar noch im Japanischen.
Wonnemond ist im Übrigen offenbar ohnehin eine gewisse Verfälschung von Weidemond. Lesen Sie nur selbst:
Wonnemonat, frühneuhochdeutsch.
Erneuerung von althochdeutsch winnimānōd = Weidemonat; althochdeutsch winne = Weide(platz), schon in althochdeutscher Zeit umgedeutet zu wunnia (Wonne)
Quelle: Duden
Wunnia hängt nun vermutlich mit Wunjo, der Rune der Vollkommenheit zusammen.
Wenn ich mich in meiner Arbeit zeitweise mit Runen beschäftige, bedeutet das nun im Übrigen keinesfalls eine Verehrung des Germanentums von meiner Seite.
Wäre ja auch nur zu komisch mit dem Namen Vukovics, den ein Teil meiner Ahnen offenbar von Kroatien durch Rumänien und Ungarn in Zickzacksprüngen bis nach Wien trug.
Vuko ist im Übrigen der Wolf, vics oder vic´ heißt dann soviel wie Abstammung von, Nachfahre des, dem Clan des…zugehörig.
Klingt schamanisch doch sehr gut.
Da sollte ich doch wohl eine ordentliche Portion Wolfsschamanismus in mir tragen.
Eigenartiger Weise bekam ich aber den Jaguar, die Schlange und den Adler als Wegweiser, Kraftsymbol und Totemtier.
Das kommt mir jetzt an dieser Stelle ziemlich ungelegen.
Ehrlich.
Nun ja, fast ehrlich.
Nein, gelogen.
Erstunken und erlogen.
Sehen Sie, jetzt haben Sie mich ertappt.
Dabei sprechen wir Schamanen im Allgemeinen wirklich immerzu die Wahrheit.
Sogar dann wenn Sie uns gar nicht zuhören.
Eigentlich bin ich mit meinem alten Mythos von Jaguar, Kraftblume oder Schlange und Adler nämlich hoch zufrieden.
Er ist wirklich etwas ganz Besonderes.
Nicht jeder hat so einen zuhause.
Oder kreist bei Ihnen etwa der Adler im Wohnzimmer, während unten im Dschungel des Waschsalons, – ein altertümlicher Ausdruck für Badezimmer, gerade der Jaguar vor sich hin pirscht?
Hängt bei Ihnen etwa eine Schlange direkt vom Himmel zur Erde herunter und trifft sich genau in Ihrer magischen Küche mit der anderen Schlange, die von tief Unten kommend genau nach Oben zum Himmel strebt?
Dort wo die beiden Schlangen sich treffen ist der Mittelpunkt der Welt zu Hause.
Bei mir also in der Küche.
Deswegen kommen Sie ja zu mir, wenn Sie kommen.
Um Jemandem zu begegnen, der so seltsame und mythisch potente Tiere in seinem Haus hat.

Hier, gleich links hinten am Ende des Waldes, finden Sie mein magisches Haus. Falls es nicht schon wieder seinen Platz verändert hat. Das tut es nämlich leider beständig, obwohl ich mich darüber immer wieder ziemlich aufrege. Meine Aufregung können Sie ja im Übrigen leicht nachvollziehen, wenn Sie sich nur einmal vorstellen, dass Sie nicht nur Ihr irgendwo geparktes Auto sondern auch noch Ihr irgendwo hingelaufenes Haus suchen müssen.
Mein Haus ist übrigens auch sonst recht magisch.
Es hat sich schon vor einiger Zeit in die Hütte der Baba Yaga verwandelt.
Baba Yaga war oder ist eine märchenhafte Hexe oder Fee aus der slawischen Volksweisheit.
Bei mir bezeichnet Baba Yaga die Hüterin meines Zugangs zur Feenwelt.
Und wenn Sie als Schamane und Hüter eines alten Mythos in einem recht hübschen alten Forsthaus leben, kommt nun einmal zweierlei auf Sie zu:
Zum ersten beginnt Ihr Haus, sobald Sie es eine Zeit lang bewohnen, zunehmend magischer und lebendiger zu werden.
Woran das liegt?
Nun ja, wahrscheinlich an all diesen Hilfsgeistern, Verbündeten, Feenkräften und mythischen Hütern, die ununterbrochen um Sie herum schwirren.
Da können Sie dann ja gleich dazu übergehen, Ihre Wohnstatt zum Ort der Magie zu erklären und sie aktiv rituell als solch magischen Ort mit der Hütte der Baba Yaga zu identifizieren.
Das verstärkt zwar das ganze Magische in Ihrem Hause noch um ein Mehrfaches, aber zumindest haben Sie dann mehr Kontrolle über die Geister, die bei Ihnen ein- und ausgehen.
Und falls Sie doch die Kontrolle verlieren sollten, behalten Sie zumindest den Überblick.
Was das Zweite ist, dem Sie in Ihrem großen magischen Forsthaus dann ausgesetzt wären?
Zum zweiten bedeutet das Haus leider immerzu ausgesprochen viel Arbeit, weil es sich trotz all seiner Magie immer noch nicht von selbst reinigt und instand hält.
Daran werde ich also in Zukunft wohl noch intensiv magisch arbeiten müssen.
Da gibt es aber ein Hindernis, das mich, wie schon sein Name besagt, daran hindert. Leider bin ich nämlich im Fach reine Küchenmagie eher nicht so versiert.
Vielleicht sollte ich mich aber bei Gelegenheit doch mehr damit beschäftigen.
Günstig wäre es schon, vor allem was das Haus und seine Reinigung betrifft.
Nun ja, wenn mir irgendwann mal die Zeit dafür bleibt, werde ich es sicher tun.
Das klingt jetzt gut und beruhigt mich auch, tatsächlich aber verweist dieser Vorsatz schon von seinem Aufbau her klar ins Reich des sehr Unwahrscheinlichen.
Vom Reich des sehr Unwahrscheinlichen wird dieser Blog Sie im Weiteren ins Reich des Unbekannten und Unfassbaren entführen, wenn Sie nur beständig und zäh seiner Spur folgen.
Fortsetzung folgt.
Bald.
Wie drückt es der rosarote Panther so schön in der Kindersendung aus:
Heute ist nicht alle Tage.
Ich komm wieder, keine Frage.
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