Die Sendung mit dem Hu(h)n(d), Klappe 16

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Nachdem ich das Huhn mit seinen verrückten Ideen über mögliche Zukünfte jetzt ärgerlich verbellt habe, hat es sich beeilt, und gleich einmal das Weite gesucht.

Mit den Bemerkungen eines Huhns kommen Sie ja ohnehin nicht weiter als bis zum nächsten Wurmloch, wenn ich mir diese Bemerkung hier einmal erlauben darf.

Als wachsamer und aufmerksamer Hund Ihres Vertrauens habe ich diesmal extra für Sie einen interessanten Text für Sie ausgegraben, der Ihre Aufmerksamkeit und Ihr schamanisches Wissen gleich ungeheuer bereichern wird. Wo ich ihn ausgegraben habe? Nun ja, er lag etwa einen Meter unterhalb und links neben dem großen Rhododendron, der gleich hinter meiner Hundehütte wächst. Hier ist er, der neu ausgegrabene Text:

Ein kurzer Ausschnitt

aus dem Lexikon der Berggelehrten.

Alpenländische Gebirgswesen und ihre Bedeutung

….Zu alledem waren die schroffen Gipfel und klaffenden Schlünde der Alpen seit jeher von jenen Naturwesen bewohnt, denen der durch Not oder Leichtsinn in die Wildnis getriebene Wanderer nach Möglichkeit weiträumig auszuweichen trachtete, während sich diese schaurigen Gesellen und Gesellinnen oft schon direkt hinter oder neben ihm zwischen mächtigen Felsbrocken aufzuhalten pflegten. Das Zusammentreffen zwischen Menschenwesen und Geistwesen verlief im Allgemeinen häufig harmlos, doch sind uns durchaus Fälle berichtet, in denen es dem ahnungslosen Wanderer auch an den zu weit ins Wilde vorgestreckten Kragen ging. Erst durch das Eintreffen der Schamanen im alpinen Gebiet wurde schließlich im Namen der Menschheit ein noch heute gültiger Pakt mit den wilden Naturgeistern geschlossen, der zumeist zu einem weit friedlicheren Zusammenleben dieser Geschöpfe mit den tüchtigen und unerschrockenen aber mitunter in Bezug auf die Geisterwelt doch recht furchtsamen Bergbewohnern führte.

Obwohl sich die meisten der einst gefürchteten und verehrten Naturwesen inzwischen  in einsame Höhen und labyrinthische Schluchten zurückgezogen haben, welche kein Mensch mehr zu betreten imstande ist, sind die Namen der verschiedenen Geistergattungen noch im Volksmund bekannt und vor allem in bestimmten charakteristischen Ortsnamen aufzufinden. Vorchen, Tschantschen, Schachen und Griffen sind neben den Perchten die bekanntesten Arten von Lauerwesen in der Natur, welche sogar bisweilen aus ihren bergigen Höhen bis in die friedlichen sanften Täler und die offen da liegenden Bereiche des Flachlandes abzusteigen pflegten, um ihrer unstillbaren Neugier auf Neues und auch leicht zu Erschreckendes nachzugehen. Während die gefürchteten Vorchen vor allem für die Entführung ganzer ländlicher Familien bekannt und berüchtigt waren, und die Schachen das Betreten bestimmter Wälder des Nachts nahezu unmöglich machten, weiß man heutzutage über die Umtriebe der Tschantschen nur noch wenig zu berichten. Auch von den Griffen ist im Allgemeinen nur ihre wahrscheinliche Abstammung von Greifen und ihre Vorliebe für Tropfsteinhöhlen bekannt. Die Schachen wurden, soviel ist gewiss, entweder in grauer Vorzeit von bestimmten darauf spezialisierten Grafen unterjocht oder vielleicht auch mit Lehen in ohnehin recht unwirtlichen hochalpinen Gegenden besänftigt, oder sie waren aufgrund nicht näher erklärbarer Umstände selbst als in den Adelstand erhobene Grafen im alpinen Umfeld tätig. Auf jeden Fall ist die Bezeichnung Grafenschachen noch allgemein bekannt und beliebt.

Zu den Perchten braucht an dieser Stelle wohl nicht mehr allzu viel gesagt werden. Sie sind bekanntlich der Mutter Perchta, der Großen gütigen Göttin der Unterwelt, zugeordnet und erschrecken in ihrem Auftrag die Vorwitzigen und Unverfrorenen, welche sich ahnungslos in ihre Fänge begeben. Die Schönperchten verkörpern dabei die trügerischen und tückischen Seiten der Naturkräfte, die Schiachperchten stehen für die wilden und gewaltigen Seiten der Natur.

Wichtig ist bei einer zufälligen Begegnung mit all diesen Wesen nur, dass….

Hier endet unser kurzer Ausschnitt aus diesem alten Text über Naturgeister.

Falls Sie mehr darüber erfahren wollen, fragen Sie doch einfach Ihren Arzt, Schamanen oder Apotheker. Einer von den Dreien sollte es ja zumindest wissen.

Dies sind keine Vorchen, Schachen, Tschantschen oder Griffen sondern die weiter oben erwähnten SchamanInnen.

Das Huhn aber weiß es mit Sicherheit nicht, soviel kann ich Ihnen berichten. Ich glaube fast, es wird der Neid fressen, wenn es jetzt meinen neuen und wissenschaftlich kaum zu überbietenden Beitrag gelesen haben wird.

Der Neid aber ist wohl eher ein Huhn als ein Hund. Aber das führt uns jetzt doch zu weit. Deshalb überlasse ich den ganzen notwendigen Rest an Überlegung und Betrachtung jetzt nur noch Ihnen, dem überlegenden Betrachter dieser neidzerfressenen Zeilen.

Ja, das ist an köstlicher Theatralik jetzt wirklich kaum zu überbieten.

Anmerkung des Herausgebers:

Diesem Kommentar des heraldisch hochgebildeten Hundes kann ich wirklich nicht widersprechen. Vielleicht sollte aber zur Ergänzung des Gelesenen an dieser Stelle noch hinzugefügt werden, dass sich sowohl Vorchen als auch Schachen, Tschantschen und Griffen zur Tarnung raffinierter Methoden der Irreführung bedienen, die bis zum heutigen Tag von ihnen durchaus erfolgreich angewendet werden. So sind bereits Wikipedia, Duden, österreichisches Fischereilexikon und verschiedene Werke der Wappenkunde durch die hinterlistigen Machenschaften der verschiedenen Naturwesen hinters Licht geführt worden, was sich ganz klar in folgenden, nur der Oberfläche der Sache gerecht werdenden, Erklärungen und Erläuterungen zeigt:

1. Das Wort kommt von althochdeutsch scahho. Es bedeutet allgemein ‚Wald‘ oder ‚Buschwerk‘, als einzeln stehendes Waldstück oder Vorsaum eines Waldes, bis hin zu Forstparzelle („Sie sollen die Stämb und Schächen, welche in irem anwesen, unserm holzhayen fürzaigen.“ – Berchthesgadner Waldordnung). Verwandt sind altnordisch skógr, schwedisch skog, dänisch skov ‚Wald‘. In Ortsnamen ist zeitlich speziell ein bei der Urbarmachung des Hochmittelalters stehengebliebenes Waldstück als Rodungsname anzunehmen.

Quelle: Wikipedia

Dagegen spricht schon der Name Schachenwald. Wenn die Schachen nämlich der Wald wären, würden sie wohl kaum in demselben hausen.

2. Forellen sind hierzulande wohl die häufigsten Fischarten. Der Name entwickelte sich aus mhd. forhele, einer Nebenform von mhd. forhe(n), ahd. for(a)hana.

erschienen in: Österreichs Fischerei 57 (7), 2004, S. 170-172.

Die Vorchen sollen also nur Forellen gewesen sein. Bei dieser Auslegung handelt es sich meiner Ansicht nach tatsächlich um ein Wunderwerk der Täuschung.

3. Worttrennung: tschen|t|schen
Beispiel: du tschentschst

BEDEUTUNGSÜBERSICHT   
raunzen, nörgeln, weinerlich jammern

Quelle: Duden

Klar scheint mir hier nur, dass der von den Tschantschen, hier fälschlicher Weise als Tschentschen bezeichnet, Ergriffene nur noch imstande war, weinerlich zu jammern und zu klagen.
Sie sehen, wie hier durch kleine geschickte manipulative Eingriffe der Naturgeister die Bedeutung des Substantivs Tschantschen, welche sich auf ebendieselben bezieht, in ein Verb namens tschentschen verwandelt wird, aus dem nur noch durch detektivische Kombinationsgabe der ursprüngliche Sinngehalt des hierin heimtückisch verborgenen Begriffes ermittelt werden kann.

4. Das Wappen von Griffen zeigt „In Gold eine schwarze, blutig abgeschnittene Greifenkralle.“ 

Damit liegt hier zumindest eine klare Aussage zur Verwandtschaft von Griffen und Greifen vor. Doch die Verschiebung der Griffen in das Reich der Wappentiere verwandelt diese ebenso unauffällig in nicht mehr offiziell existierende Naturgeister und dient somit offenbar ebenfalls nur dem reinen Zwecke der Verschleierung. Das Abschneiden der Greifenkralle im Wappen soll dem ahnungslosen Betrachter wahrscheinlich die heutige völlige Harmlosigkeit der bereits gezähmten oder ihrer einstigen Wehrhaftigkeit beraubten Griffen suggerieren. 

Insgesamt lässt sich also hier nur Eines sagen:

Vorsicht, diese urzeitlichen alpinen Geschöpfe weilen wohl noch überall ganz unerkannt unter uns!

Es kann anhand dieses Fotos nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden, um welche Art von Wesen es sich hier auf diesem Bild jetzt wohl genau handelt.

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