Keine Krafttiere!   Klappe 3

1. Blick auf den indischen Ozean mit Udo

Die Sache mit dem oben sichtbaren Beitragsbild wird für Neugierige weiter unten erklärt.

Wo waren wir aber gerade stehengeblieben? Ach ja:

Es ging um die Sache mit der Kraft und so. Sie verstehen schon. Darum geht es uns Nagual-Schamanen hier.

Es ist ja wirklich ausgesprochen spannend, was wir erkennen können, wenn wir uns dem Schamanismus nur einmal ganz unvoreingenommen zuwenden.

Wir blicken also gerade aus der Adlerperspektive auf die Entwicklung des Schamanismus als magisch-spirituelles System.

Wir sehen:
Schamanen riskieren oft alles einschließlich ihres eigenen Daseins, um die Balance der Wildnis, der in der Natur verkörperten Gottheiten und Kräfte mit dem Menschen zu bewahren oder wiederherzustellen.

Aus diesem Mut und dieser Bereitschaft entstehen wie nebenbei schamanische Techniken, Praktiken und Rituale, die den Zugang zur Magie des Schamanismus erleichtern oder einfach nur einer bestimmten ursprünglichen Vorgangsweise des Schamanen eine äußere Form verleihen.

Die Rituale oder Techniken sind nie losgelöst vom tiefen Verstehen und Wissen des Schamanen über das was er tut und warum er es tut.
Er kann jederzeit eine andere Vorgangsweise finden, weil er grundsätzlich in Kontakt mit dem ist, was er als Schamane bewirkt.

Bestimmte Techniken der Schamanen erlangen ihre Kraft durch die Unbedingtheit, die völlige Absolutheit, mit der sich der Schamane auf seinen Weg einlässt.
Die Technik allein ist nichts, das Wissen und die Hingabe sind alles.

Schamanismus ist nun einmal ebenso wild und archaisch wie die wilde Natur, die ihn umgibt.
Aus dem Unfassbaren, dem Chaotisch Wilden, dem Ursprünglich Archaischen kommend, wirft eine immer deutlicher hörbare Berufung den angehenden Schamanen mitten ins Herz der Wildnis hinein.
Er muss erkennen und lernen, um die Prüfung der Natur und den Test der Geister zu bestehen.

Wilde Natur und pure Magie.

Darin schwimmt das Feld des Schamanismus. Daraus nährt es sich. Darin lebt es.

Des Weiteren ist Schamanismus ursprünglich trotz gemeinsamer Grundlagen ein sehr differenziertes umfassendes Feld global verbreiteten Wissens.

Nicht alle Schamanen reisen mit Hilfe einer Trance zum Trommelschlag in verschiedene Welten.
Nicht alle praktizieren Seelenrückholungen, um hier nur zwei der oben angesprochenen Beispiele zu nennen.

Bei denjenigen schamanischen Traditionen, welche genau das tun, sieht es seltsamer Weise ganz anders aus als bei den schamanisch Praktizierenden im Westen.

Der sibirische Schamane verausgabt sich in der Trance, die oft Stunden dauern kann, völlig.
Er kann schließlich nur noch am Boden liegen und stammeln.
Sein Gehilfe übersetzt die Worte des Schamanen und entschlüsselt deren Bedeutung.

Um es seinem Schüler zu ermöglichen, wirkungsvoll und gefahrlos Seelenrückholungen zu praktizieren, träufelt ihm sein schamanischer Lehrer in Südamerika nach Jahren intensiven Lernens und Vorbereitens Spucke in den Mund, in der sich gleichzeitig ein tierischer Hilfsgeist befindet.

Es kommt in diesen Beispielen wieder nicht auf die konkreten Fakten an.
Das Entscheidende bleibt die absolute schamanische Hingabe, oder andersherum gesagt, die Hingabe an die schamanische Absolutheit.

Daraus entsteht die Kraft, oder zumindest stellt die Absolutheit eine notwendige Bedingung für das Auftreten schamanischer Kraft dar.

Deshalb kann ich hier als in Europa lehrender Schamane nur immer wieder auf die Bedeutung der Absolutheit auf Ihrem schamanischen Weg aufmerksam machen.

Wenn Sie als in Europa oder Amerika lebender schamanisch Interessierter sich nun bestimmten schamanischen Techniken zuwenden, in der Hoffnung, so zum Schamanen zu werden, ist das in etwa dieselbe Vorgangsweise, als würden Sie in einer seichten Bucht tauchen üben, um damit schließlich Tiefseetaucher zu werden.
Wobei man noch dazu sagen muss, dass Sie in diesem Beispiel aber gar nicht die geringste Absicht hätten, die bequeme Bucht jemals zu verlassen, um sich etwa dem wilden Meer da draußen auszusetzen.

Das bedeutet nicht, dass Ihr Schamanismus dann wirkungslos oder grundsätzlich falsch wäre. Sie haben trotzdem Teil am großen Ganzen des Schamanismus, so wie Sie in der Bucht stehend, trotzdem Teil am großen Ganzen des Meeres hätten.

Nur stehen Sie eben auf flacherem Boden, was die Wirkung der Kraft betrifft.

Sie sind Teilnehmer am heiligen Weg des Schamanismus, aber nur bis zu einem gewissen Grad der eigentlichen Kraft, die ihm innewohnen kann, ausgesetzt.

Der Grat, auf dem wir hier verweilen, lässt uns auf einmal tief verstehn, dass Kraft und Zauber sich verbreiten, wenn wir der Schönheit Pferde reiten, die aus dem Abgrund uns ereilen. Der Grad, den wir hier tiefer gehn, lässt uns dem Grat, den wir beschreiten, ganz furchtlos in die Augen sehn.

Wenn Sie genau das im Schamanismus suchen, sind Sie in der Bucht genau an der richtigen Stelle gelandet.

Es gilt nur, die Verwirrung darüber zu vermeiden, was Schamanismus eigentlich ist.

Denn Sie dürfen trotz allem, was Sie an Schönem und Heilsamem in der Bucht entdecken mögen, die Bucht keinesfalls mit dem machtvollen Meer verwechseln, das jenseits der Grenzen Ihrer Bucht liegt.

Zum vorher Gesagten tritt hinzu, dass wir in unserer europäischen Kultur alles grundsätzlich zerlegen und aus seinen Einzelteilen heraus verstehen wollen.

Der Schamanismus aber ist holistisch.

Klappe.

Jetzt, genau an der spannendsten Stelle!

Ich bin schon neugierig, wie es weitergeht.

Ich meine, ich weiß es natürlich.

Aber ich tue mal so, als wüsste ich es noch nicht.

Das lässt einfach mehr Raum für die Erwartung des Überraschenden.

Für Neugierige: Das Beitragsbild ganz zu Beginn dieses Blogs zeigt einen bekannten österreichischen Badeort in den Bergen. Das Meer im Hintergrund wurde zum Zweck Ihrer tieferen Entspannung beim Ansehen des hier vorbildlich Gezeigten im Hintergrund malerisch auf eine gewaltige Leinwand aufgezogen.

Auch in diesem Bild findet sich garantiert kein Krafttier. Hätten Sie das Fehlen jeglichen Krafttiers direkt nach unserem Blog jetzt wohl so unvermutet hier vermutet?

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