Neue Glut für alte Bekannte….oder: Über den funkelnden Feuerteppich schreiten
Feuerlauf: Ein Ritual voll von Magie, das in uns Himmel und Erde in mystischer Hochzeit vereint. Ein Ritual der Kraft. Etwas, was uns neue alte Verbindung zu Allem schafft.
Jedoch nichts was sich im Normalfall für Selbstversuche im Wohnzimmer anbieten sollte.
Jeder Feuerlauf im Nagual-Schamanismus führt uns zu einer Begegnung mit dem inneren Herz des Kosmos. Das hat etwas sehr Erhebendes und Erhabenes, etwas sehr Mystisches und auch etwas sehr Berührendes an sich.
Ausbruch der Ekstase. Das wiederum hat nichts mit „seine Angst besiegen“ oder mit mentalem Training für Mut und Entschlossenheit im Alltag zu tun.
Die Erfahrung des Feuerlaufs ist archaisch und subtil, stark und weich, tief und leicht zugleich.
Sie lässt sich schon kurz nach dem eigentlichen Erleben nicht mehr ganz in Worte fassen und schon gar nicht zur Gänze beschreiben.
Doch im Lauf des Rituals entsteht die Gewissheit unserer ursprünglichen Einheit mit dem Kosmos jedes Mal aufs Neue. Sie entspringt einer Quelle, die irgendwo tief in uns zu sprudeln beginnt, einer Quelle von Feuer und Lust, von Ergriffenheit und Andacht.
Das Leben des Feuers ist das Feuer des Lebens in uns, sobald wir uns nur mit dem mystischen Aspekt des Elements ganz zu verbinden wissen.
Rein technisch hingegen ist alles ganz einfach.
Ein zehn Meter langer Holzstoß, der im Laufe von zwei Stunden abbrennt und einen rotglühenden Gluthaufen hinterlässt. Der wird dann mit Hilfe langer eiserner Rechen zu einem elf Meter langen und sieben Meter breiten dichten Glutteppich ausgewalzt.
Die uns dabei entgegenkommende Hitzewelle ist so mächtig, dass vor zwei oder drei Jahren beim Auseinanderrechen des Glutteppichs einem der mithelfenden Teilnehmer die Brille aus Kunststoff schmolz.
Das ist zumeist der Zeitpunkt, wo die Neulinge des jeweiligen Feuerlaufs tief im ihrem Inneren beschließen, das Darüberlaufen den schon Erfahrenen zu überlassen und sich ganz aufs Zusehen zu beschränken. Das ist an den Gesichtern der noch nie über die Glut gelaufenen Teilnehmer und Teilnehmerinnen recht deutlich abzulesen.
Ein klein wenig später ist alles jedoch ganz anders.
Mit schamanischen Liedern und Rhythmen setzt eine Welle der Ekstase ein.
Udo geht plötzlich über den Teppich als wäre dieser aus feinem Samt gewebt.
Nach übereinstimmender Wahrnehmung aller Anwesenden schreitet er noch dazu eher recht langsam über die Glut.
Dann steigern sich die Welle der Ekstase und die Verbundenheit mit dem Feuer auf einmal zu einer solchen Freude und Anziehung, dass mit einem Mal Einer nach dem Anderen der Anwesenden über die Glut zu laufen oder zu gehen beginnt. Selbst die ursprünglich zur feurigen Enthaltsamkeit Entschlossenen vergessen jegliche Selbstbeherrschung und geben sich ohne weiteres Zaudern plötzlich dem Überqueren des Feuerteppichs hin. Die Ekstase der darüber Schreitenden ist einfach zu unglaublich verlockend als dass man nur einfach zusehen wollte.
Die Menschen stellen sich wieder und wieder vor die Glut und laufen ein ums andere Mal darüber bis Einige wohl an die hundert Meter über glühende Kohlen gegangen sind.

Hier sehn Sie den Schamanen stehen. Wird er jetzt wohl darüber gehen? Sie sehen ihn hier nur als Schatten, das ist sein Trick den wir verraten. Den Schatten kann gar nichts versengen, so kann er übers Feuer rennen und wird sich nie dabei verbrennen.
Währenddessen verbindet uns der Strom kosmischer Magie mit den magischen Feendimensionen, denen dieser unser Feuerlauf jährlich ebenfalls gewidmet ist. Wir werden eins mit dem Feuer und erlangen den Segen der Hüter der Feenmagie.
Kurze Zeit später ist alles vorbei. Der rote Teppich, obwohl noch immer heiß, wird dunkler und wohl auch wieder wilder, das Ritual ist gelungen und nun setzt die Pracht der magischen Nacht ein, die uns umhüllt in ihrer Geborgenheit, während wir in unserem Inneren noch ganz mit der Einheit zwischen uns Menschen und den Kräften des Kosmos beschäftigt sind.
Jeder Feuerlauf ist anders. Keine Ekstase gleicht der vorherigen. Die Erfahrung ist beständig aber wandelbar.
Das Ende aber ist jedes Mal auf ähnliche Weise beschwingt:
Wir setzen einen Fuß vor den anderen und schweben und gehen und schreiten und fliegen und tanzen und murmeln Gespräche der Kraft in Körper und Seele und kehren ganz in uns selbst zurück, während wir unseren Kraftplatz verlassen und einen vollen Korb mit Geschenken der Kraft ins schamanische Zentrum zurücktragen, ein Jeder den seinen auf eigene Weise.
Ein jeder hat Teil am gemeinsamen Wirken des Spirits, der uns in aller Fülle so großzügig bewirtet hat.
Unsere alten Bekannten aus der magischen Dimension der Feen umringen uns direkt nach dem Feuerlauf mit ihrer Kraft.
Eine alte heilsame Verbindung mit der Magie der Welt wird von uns durch dieses Ritual jährlich immer wieder erneuert. Danach pulsiert die Heilkraft spürbar und stark in unserem Bund mit den Geistern.
Wählen Sie aus unseren Rubriken...
Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – Die Begegnung mit der Kraft. 6. Aspekt: Die Magie der Übergänge 2. Teil
Keine Krafttiere! Klappe 1
Es kommt nicht wieder vor, versprochen!
