Nüchtern betrachtet, die dritte…..mit den Augen einer Katze….diesmal von Bettina…..

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Nüchtern betrachtet…. liege ich gerade in einem Bett in Tirol, schaue, vorbei an anderen Ferienhäusern, zum Himmel, bzw. versuche einen Blick auf genau diesen zu erhaschen und grüble nach… über Nagual & Tonal und all die Gefühle, die diese beiden Wörter bei mir auslösen.

Nur einmal ganz nüchtern betrachtet:
Wahrscheinlich beschäftigt das die Meisten von Euch ja gar nicht so sehr wie mich.

Aber Ihr habt dann eben auch nicht die Absicht, Euch so wie ich schamanisch einweihen zu lassen, also zur Schamanin zu werden.

Nach einigen intensiven Jahren meiner Ausbildung schwebt mir aber genau das vor.

Und zwar schon in absehbarer Zukunft.

Deshalb ist es wahrscheinlich ja nur angemessen, wenn mich diese beiden seltsamen Wörter jetzt zwischendurch schon ein bisschen beschäftigen.

Tonal, das ist das, wo du und ich jetzt sind, also beim Lesen dieser Zeilen an einem Computer oder Handy sitzend, mit knurrendem Magen.
Unsere alltägliche, normale Welt, in der wir lachen, denken, kommunizieren, arbeiten, funktionieren, tun,…alles Tonal.

Und dann gibt es das Nagual. Das habe ich bei Workshops selbst erlebt, manchmal nur ansatzweise und manchmal ziemlich intensiv. Und bei anderen bemerkt, gesehen, sie angestarrt, wenn sie „drinnen“ waren im Nagual, eingetaucht sind in die Magie, in das Unfassbare.

Nüchtern betrachtet… es macht mir echt auch ganz schön Angst, dieses Nagual!
Ich erinnere mich als Kind, als ich am Strand gestanden bin, auf das Meer geschaut habe und den unendlich weiten Horizont bewundert habe. Ich habe gefragt, wo der Himmel aufhört und als Antwort bekommen: „…niemals, er ist unendlich!“
„Was?“, habe ich gedacht, „der hört NIE auf???“ Das hat mir wirkliche Angst gemacht damals… und mich fasziniert und hingezogen, ich wollte Teil davon sein.
„Unendlich“… eigentlich ein wunderschönes Wort.
„Ich liebe dich unendlich“, etwas, das, wenn man es hört, das Herz höher schlagen lässt. Obwohl in dem Satz „ich liebe dich unendlich“ wieder so eine Art Absicherung, „Garantie“ mitgepackt ist und es eigentlich dem echten Gefühl der „Unendlichkeit“ widerspricht.
Oder auch nicht, wenn man es tatsächlich in seiner Ursprünglichkeit und Echtheit versteht, oder so meint, wie es gemeint ist. Als absolute Hingabe, absolute Auflösung.

Und doch verbinde ich damit, also mit dem Erlebnis des Nagual, ein irres Gefühl unendlicher Freiheit! Ich meine, völliges Loslassen und Eintauchen, das ist doch Freiheit pur, oder?!!??

Jetzt plötzlich packt es mich. Ich erkenne gerade: Man könnte wahrscheinlich sogar zum Nagual-Junkie werden!

Trotzdem: Kann mir Jemand erklären, warum ich dann wieder einmal hier liege und grüble, ob mir denn überhaupt nach Nagual zumute ist oder eher nicht?

Warum ich mir unklar bin ob meiner widersprüchlichen Gefühle dazu?

Ich will auf den Horizont des Himmels schauen können, ohne diese lästigen Ferienhäuser dazwischen, und mich in seinem Anblick verlieren können.
Mich in der Betrachtung des Nagual verlieren.

Wenn da nur nicht immer wieder mal diese Angst wäre!

Die Angst hat sicher mit meiner schon beschriebenen Höhenangst zu tun.
Da bin ich mir sicher.

Oder war es etwa umgekehrt?

Oder ist es vor allem die Angst vor wirklichem Kontrollverlust?

Das Alles erscheint mir gerade gleichermaßen möglich und unwahrscheinlich.

Trotzdem werde ich mich wohl aufmachen müssen, um das Nagual gründlich aus der Nähe zu studieren. Ich werde mutig mitten hineintauchen.

Sonst werde ich ja nie zur Schamanin.

Wenn ich zum Beispiel das Ganze doch nur mit den Augen einer Katze betrachten könnte, so wäre es sicher halb so wild.

Wie auch immer das Alles ausgeht, ihr werdet mehr darüber erfahren, bei irgendeinem anderen … Nüchtern betrachtet.

 

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