Nüchtern betrachtet…….von Lydia….

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Nachdem mein Kind auf die Welt gekommen ist, und wir es das erste Mal als Familie gemeinsam gebadet haben, habe ich gesehen, dass es sich in einem vollkommenen Alpha-Zustand befindet. 

Eins mit dem Universum, alles ist eins, alles ist unendlich. Ein „Ich“ existiert noch nicht, auch kein „Du“, kein „mein, dein, sein,…“.

Vom Gefühl her herrscht am Anfang unseres Lebens eine vollkommenen Verschmolzenheit und Verbundenheit mit dem Kosmos.

Ja auch die Alm befindet sich hier gerade im Alpha-Zustand, alles wie neu geboren.

Meiner Tochter beim Treiben in dem warmen Wasser, bedeckt mit einer warmen Windel, die sich wie eine Eihaut um sie legt, zuzuschauen, hat auch mich in einen Zustand der Unendlichkeit versetzt. In diesem war mein Herz aufgelöst und Verschmolzen mit dem großen Ganzen. 

In Büchern und Zeitschriften steht geschrieben, dass das Kind am Anfang seines Lebens eine Berührung noch nicht als solche von außen wahrnimmt. Dass es Dinge, die in ihm passieren (z.B. das Rumoren des Magens) oder Dinge, die von außen auf es einströmen, noch nicht als solche von außen oder von innen zuordnen und unterscheiden kann.

Umso mehr fasziniert mich die Entwicklung meiner Tochter, die jetzt erst seit ein paar Wochen (!) – sie wird bald zwei- zwischen „mein, dein, sein“ unterscheidet.

Sie sagt „meine Papa, meine Mama“ und ich sage „meine Tochter“.

Erst seit sie „mein“ sagt, gibt es auch plötzlich ein „dein“ bzw. das Sachen ihr oder eben anderen gehören.

Unglaublich faszinierend und großartig, die Entwicklung eines Kindes, in diesem Fall meiner Tochter, oder was meinen Sie?

Warum schreibe ich darüber in Nüchtern betrachtet?

Im Laufe der ersten 1 1/2 Lebensjahre meiner Tochter habe ich sehr viel nüchterne, zum Teil hochwissenschaftliche Lektüre über die Entwicklung von Kindern gelesen, über die motorische Entwicklung, die Entwicklung des Nachtschlafes 😉 , über die Entwicklung der Organe, über das Schreiverhalten und über vieles mehr.

Nun gut, jetzt bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich weder Zeit, noch Lust habe, noch weiter nachzulesen.

Mittlerweile liebe ich es, an einem freien Tag, in einer freien Stunde, mich zu meiner Tochter auf den Wohnzimmerboden zu setzen, in einen gemeinsamen Fluss einzutauchen, mich mitreißen und anstecken zu lassen von ihrem Lachen, ihrer Lebendigkeit, ihrer Wildheit und Eigenwilligkeit, ihrem puren Leben.

Plötzlich sind wir dann ein Fluss und gleichzeitig auch zwei Flüsse.

Wir sind eins und gleichzeitig zwei und plötzlich auch drei… und 0 aber auch.

Erinnert mich das jetzt an etwas? An das tantrische Prinzip?

Tatsächlich!

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