RedHOTAction 5 -17

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Den Montag Mai mag ich für gewöhnlich.

Nein, ganz Falsch! Ich hänge offenbar noch im Zauber des verlorenen Montags fest.

Hier sollte natürlich stehen:

Den Monat Mai mag ich für gewöhnlich.

Er bringt meine Lieblingstemperaturen von ca. 20 bis 22 Grad Celsius mit sich, ich kann in meinem magischen Garten sitzen, der gerade wieder rundherum grün und somit uneinsichtig für die Nachbarn ist. Nein, natürlich nicht uneinsichtig. Die Nachbarn könnten höchstens uneinsichtig sein, sind es aber meistens gottseidank eher nicht. Uneinsehbar ist mein Garten aber auch nicht. Vielmehr ist er fast nicht einsehbar. Das ist jetzt insofern wichtig, als das Wort uneinsehbar vor allem in Immobilienanzeigen vorkommt, etwa in der Art: Einfach paradiesisch – uneinsehbar, total sonnig grün und absolut ruhig! So etwas finden Sie dann wahrscheinlich unter der Rubrik willhaben.at/iad/immobilien/d/haus-kaufen/niederoesterreich im Internet.

Keinesfalls aber will ich mein Haus und schamanisches Zentrum verkaufen!

Wenn Sie etwa darauf gespitzt hätten, es irgendwie günstig oder auch für sehr viel Geld käuflich zu erwerben, können Sie sich das jetzt gleich einmal abschminken!

Sich etwas abschminken aber bedeutet, nur falls Ihnen dieser Ausdruck nicht geläufig sein sollte, laut openthesaurusde.:

(es sich) anders überlegen · (einen Plan) verwerfen · (sich etwas) abschminken (ugs., fig.) · (sich etwas) aus dem Kopf schlagen (ugs., fig.)

ASSOZIATIONEN:

aufgeben · (sich mit etwas) abfinden · (etwas) auf sich beruhen lassen · …

(sich) abgewöhnen · ablegen · abstellen · …

ablassen von · (sich) abwenden von · ad acta legen · …

unterlassen (Hauptform) · absehen (von) · Abstand nehmen (von etwas) · aufhören · (sich) beherrschen (etwas zu tun) · bleibenlassen · (es) dabei belassen · (sich etwas) ersparen· nicht machen · nicht tun· (darauf) verzichten, etwas zu tun · (sich etwas) abschminken (ugs., fig.) · bleiben lassen (ugs.) · (von etwas) die Finger lassen (ugs.) · (sich) die Mühe sparen (können) (ugs.)· (etwas) drangeben (ugs.)· gar nicht erst versuchen (ugs.) · (es) gut sein lassen (ugs.) · lassen (ugs.)· sausen lassen (ugs.) · (sich etwas) schenken (ugs.) · sein lassen (ugs.) · (sich etwas) sparen (ugs.)· (sich) verabschieden (von etwas) (ugs.) · (sich etwas) verkneifen (ugs.) · (sich etwas) von der Backe putzen (ugs., fig.) 

Nur was die vielen ugs und figs in dieser Erklärung bedeuten, bleibt mir derzeit noch schleierhaft.

Auch den Ausdruck sich etwas von der Backe putzen habe ich zuvor noch nie vernommen.

Auf etwas spitzen aber brauche ich hier wohl nicht übersetzen lassen. Das kennt ja jeder. Oder vielleicht doch nicht? Nun, zur Sicherheit füge ich doch eine kleine Übersicht der Bedeutungen hinzu, ebenfalls dem openthesaurusde. entnommen:

(sehr) verlangen nach (Hauptform) · aus sein auf · begehren · begehren nach · begehrlich nach · begierig auf · besessen von · brennen auf · ersehnen · fiebern nach · (sich die) Finger lecken nach (fig.) · gieren (nach) · herbeisehnen · herbeiwünschen · hinter etwas her (sein) wie der Teufel hinter der armen Seele (sprichwörtlich) · hungern nach (fig.) · kaum erwarten können · Lust haben (auf) · …närrisch · nicht warten können auf · schmachten nach · (sich) sehnen nach · sehnlichst begehren · sehnlichst vermissen · spitzen auf · (jemandem) steht der Sinn nach · süchtig nach · unbedingt haben wollen · vergehen nach · (inständig) verlangen nach · verrückt nach · verschmachten (nach) · versessen auf · (sich) verzehren nach · vor Lust (auf etwas) vergehen · vor Verlangen (nach etwas) vergehen · dürsten nach (geh., fig., poetisch) · erpicht auf (geh., veraltend) · gelüsten nach (geh.) · lechzen (nach) (geh.) · geil auf (etwas) (ugs.) · (einen) Gieper (haben) auf (ugs.) · giepern nach (ugs., regional) · heiß auf (etwas) (ugs.) · (sehr) hinter (etwas) her sein (ugs.) · (einen) Jieper (haben) auf (ugs.) · (einen) Jieper haben (auf) (ugs., norddeutsch) · jiepern nach (ugs., regional) · lange Zähne kriegen (ugs., selten) · scharf auf (etwas) (ugs.) · spitz sein auf (ugs.) · verrückt auf (etwas) (ugs.) · (jemandem) (das) Wasser im Mund zusammenlaufen (beim Gedanken an) (ugs.) · (ganz) wild auf (etwas) (ugs.)

ASSOZIATIONEN:

(sich) begeistern für · (ganz) begeistert sein von · (jemandem) belieben · …

Begehren · Begehrlichkeit · Begierde · …

(erreichen) wollen · (die) Absicht hegen (etwas zu tun) · abzielen (auf) · …

Tatsächlich aber glaube ich, dass wohl der Kater oder eine meiner doch viel sanfteren Hauskatzen den letzten Satz dieses Redaktionstextes verfasst haben müssen. So etwas umgangssprachlich Eingefärbtes würde ich doch gar nicht selbst schreiben!

Sehen Sie, das macht der Mai aus mir. Er verwirrt mich irgendwie. Vor allem dann, wenn er nicht wie ausgemacht meine Gartenlieblingstemperaturen mit sich bringt, sondern einen eigentlich in den April gehörenden plötzlichen Wintereinbruch.

Glücklicherweise lassen wir Schamanen uns durch solcherlei Schabernack nicht vom Grundsätzlichen abhalten. Wir halten also weiterhin eisern an der Wahrhaftigkeit und am Spirit fest und lassen Sie sogar noch daran teilhaben, wenn Sie es denn nur ebenso standhaft ertrügen, wie wir es Ihnen hier mit Verve vorzusetzen imstande wären oder eben tatsächlich sind.

Jetzt hat mich ein sanfter aber unwiderstehlicher Hauch von Rilke gepackt. Ertrügen und so, Sie verstehen schon. Dabei muss ich unwillkürlich an den folgenden Text von Rilke denken:

Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel

Ordnungen? und gesetzt selbst, es nähme

einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem

stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts

als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen,

und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht,

uns zu zerstören. Ein jeder Engel ist schrecklich.

(Aus den Duineser Elegien…)

Sie sehen, der Mai ist eigentlich schrecklich. Schrecklich verwirrend auf alle Fälle. Selbst für einen meisterlichen Schamanen lässt er keinen Schrecken aus. Er packt mich literarisch und am Kragen, hebt mich hoch in die Lüfte und setzt mich dann etwas später wohl unsanft mitten im Juni ab.

Bis dahin dürfen Sie aber gern noch mit uns ein bisschen vom Mai genießen, selbst wenn er für uns Schamanen und vielleicht auch für Sie alle da draußen zunächst einmal im winterlichen Gewand erscheinen und danach und zu guter Letzt noch mit all seinen verwirrenden aber lieblichen Schrecken einher gehen sollte. Ein jeder Mai ist schrecklich….aber eben auch voll der Süße des Lebens, und wir mitten drinnen, neu erwacht.

Aufs Neue erwacht in aller Süße,

aufs Neue erwacht in ganzer Pracht.

Aufs Neue verwirrt,

ins Neue ins Glück abgeschwirrt.

Ekstatisches Glück,

das beständig und strahlend

über uns, unserem Schicksal

singt und lacht.

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