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Die Tage schreiten voran. Das ist an und für sich nichts Neues. Aber ganz plötzlich ist es tatsächlich wieder September geworden. Wir Schamanen des Nagual-Schamanismus würden uns jetzt sofort auf den wohlverdienten Winterschlaf vorbereiten,…

…wenn wir nur ein klein wenig mehr Bärenabstammung in unseren Genen vorweisen könnten. So wie die Dinge aber nun einmal liegen, bleiben wir wach und erwarten den Herbst.

Im September ziehen wir uns dennoch für 10 Tage zurück, um schon einmal in weiser Voraussicht Kraftplätze und Infrastruktur für den nächsten Sommer am Meer auszukundschaften.

Wohin wir uns zurückziehen wollten? Für das Workshop im nächsten Sommer wäre eine Höhle vielleicht nicht der geeignete Ort. Obwohl uns der Besuch einer Höhle jetzt trotzdem unmittelbar bevorsteht.

Wir besuchen nämlich Anfang September eine bedeutsame Höhle, in welcher wir mit der dunklen Mutter und dem Licht des Geistes meditieren.

Doch erst danach, also ein paar Tage später, brechen wir zu unserer Reise als Kundschafter der Sommergruppe des nächsten Jahres auf.

Dazu werden wir uns jedenfalls,- soweit bin ich mir schon recht sicher -, wieder in den sonnigen Süden absetzen müssen.

Und während dieser bedeutsamen Tage, welche ganz der schamanischen Expedition gewidmet sind, schreiben wir tagtäglich an der Zeitung weiter,…..Nun, ja, wenn wir es hier einmal mit der Sorgfältigkeit unserer Ankündigungen schon wieder ganz genau nehmen wollen,

wir tun das eben nicht.

Ganz im Gegenteil:
Während der zehn verdächtigen Tage im September stellen wir die meiste Arbeit an der Zeitung ein und schicken Ihnen nur ein paar schöne Fotos, damit Sie sich während dieser Zeit der Unterbrechung erstens nicht langweilen, und auf dass Sie, zweitens, schon alsbald eine freudige und sich alsbald erfüllende Erwartung ob der danach hoffentlich wieder so überaus gelungenen Fortsetzung unserer fantastischen schamanischen Zeitung von Kopf bis Fuß ergreifen möge.

Ja, wenn ich inzwischen einen nützlichen und ungemein hilfreichen personal assistant gefunden hätte, genau dann und nur dann, sähe die ganze Sache ja schon ganz anders aus.

Ich würde dem schon begierig mit seiner langen chamäleonartigen Zunge über seine Lippen leckenden Mitarbeiter die Aufgabe einer lückenlosen Fortführung meiner und unserer Zeitungstexte übertragen und ihm noch dutzende, ja vielleicht sogar hunderte kleiner und dezenter Hinweise zukommen lassen, was im Zuge dieser Fortführung alles noch ganz unbedingt und auf jeden Fall zu beachten wäre.

Dankbar nähme der personal assistant meine Hinweise entgegen, führe sich mit dem geflügelten Arm elegant über den schuppigen Rücken, und flöge sofort zum Fenster hinaus, um sich in Windeseile an die notwendige und ihn zutiefst befriedigende Arbeit zu machen.

Okay, vielleicht sind mir hier zwei unterschiedliche Bilder ein bisschen durcheinander geraten.
Der bildhafte Anblick meines personal assistant in seinem Eifer, mir stets zu Diensten zu sein, und die letztens spontan aufgetauchte Vision von Kasimir, einem echsenhaften Helferwesen aus einer uns relativ naheliegenden Dimension, mit welcher der nicht mit Schamanismus und seinen Auswirkungen bereits ganz selbstverständlich Vertraute jedoch vielleicht noch nicht so viel anzufangen weiß.

Streichen Sie also bitte alle Elemente, welche Sie unter Umständen an eine geflügelte hilfreiche Echse erinnern sollten, aus Ihrer Leseerinnerung des letzten Absatzes, und fügen Sie statt dessen das Bild eines stattlichen, gut orientierten und eifrigen personal assistant in Menschengestalt meiner oben ausgeführten Schilderung hinzu.

So, jetzt verstehen Sie, was ich meine. Der personal assistant wäre eben imstande gewesen, sich der Zeitung unbegrenzt und geduldig, rasant und klar strukturiert, emotional hochaufgelöst und effizient, ja, mit einem Wort, nahezu perfekt anzunehmen.

Sein Fehlen schmerzt mich also wirklich ganz besonders. Das umso mehr, als er nicht nur für das Erstellen von Zeitungstexten während unserer schamanischen Expeditionen, sondern auch für alle anderen möglichen wichtigen Aufgaben ungemein nützlich und fruchtbringend hätte eingesetzt werden können.

Doch trotz Flaschenpost und heimlichen Zettelaufklebens in mehreren größeren mitteleuropäischen Städten ist es mir bisher nicht gelungen, einen geeigneten Kandidaten für diesen faszinierenden aber zugegebener Maßen doch recht schlecht, also wie man so sagt, mehr schlecht als recht, bezahlten Job aufzutreiben.

Was heißt denn in diesen Zusammenhang schon Job, es ist eben kein Job sondern eine wahre Berufung, und genau diese Berufung stellt im besten Sinne eine Lebensaufgabe, eine unbegrenzte und nicht kündbare Dauerstellung für einen wahren Liebhaber schamanischer Kunstwerke und schamanischer Lebensgestaltung dar.

Ach, ich könnte jetzt wirklich ins Schwärmen geraten. Doch leider hilft das Schwärmen nichts, denn weit und breit ist kein passender Bewerber in Sicht. Genau genommen fehlten in letzter Zeit überhaupt jegliche Bewerber für diesen Job, der ja genau genommen gar keiner ist oder wäre, aber Job oder kein Job, die Bewerber kamen schlicht und einfach nicht.

Vielleicht haben diese zukünftigen personal assistants ja alle miteinander meine gut geglückte Stellenanzeige nur ganz zufällig nicht gelesen.

Sie müssen jedenfalls jetzt mit 10 Fotos für die Zeit unserer Abwesenheit vorlieb nehmen.
Mehr gibt es nicht.
Falls Ihnen das aber vielleicht nicht passen oder schmecken sollte, dann schicken Sie mir doch bitte ganz einfach in allernächster Zeit einen tief motivierten personal assistant vorbei.
Ich verspreche Ihnen, gleich danach können wir über das Alles gern noch einmal von Neuem reden.

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