Sex und Verbrechen (Sex and Crime) und andere Lebenswahrheiten, und wie Sie Schamanismus zu einem besseren weil edleren Räuber macht.
Räuber Katzentrotz als Urschamane, Teil 2.
Natürlich sind wir Schamanen bis ins hohe Alter sehr sexy.
Nur, wie sehr und für wen genau, das liegt schlussendlich auch vor allem ganz im Auge des Betrachters.
Vielleicht könnte man besser sagen:
Der Schamane, der sich der Tiefe von Tod und Wiedergeburt anvertraut hat, der bei seiner Einweihung als innerlich Erneuerter und mit neuen Fähigkeiten in die Welt zurückkehrte, hat seinen ursprünglichen Bezug zur überschäumenden Kraft der Lebensenergie wiedergefunden und strahlt diese jetzt auch deutlicher aus als viele andere Menschen seiner Umgebung.
Innerlich Erneuerter, das ist hier im Übrigen keinesfalls in einem sektenartig abgehobenen Sinn zu verstehen, vielmehr beschreibt es die grundlegende schamanische Umwandlung, eine Transformation mit Hilfe der magischen Kräfte der Natur und des Bewusstseins.
Der Schamane also, der aus dem Kessel des Urgrunds der Welt getrunken hat, verfügt zumindest über eine gewisse charismatische Ausstrahlung.
Am Wichtigsten ist bei diesem Thema, also der Frage nach der eigenen Attraktivität, ja ohnehin das Selbstgefühl. Wenn Sie sich selbst als unglaublich anziehend erleben, hilft Ihnen das in jedem Fall schon auch ungemein weiter.
Neben dem guten Selbstgefühl ist es zweitens auch von Vorteil, mit sich selbst im Frieden zu sein, – und zwar nicht nur was die äußere Form der eigenen Person betrifft.
Wenn Sie dazu noch über die dritte Muse des Glücks, die Fähigkeit zum Erleben tiefer Freude in allen möglichen Lebenslagen, verfügen, haben Sie es wirklich schon weit gebracht.
Notfalls können Sie, wenn Sie daran noch arbeiten möchten…..Sie wissen schon, wir bieten ja auch viele faszinierende Workshops zur Selbsterfahrung und Selbstheilung und zum Erwerb all dessen, was Sie zuerst einmal in sich und dann auch alsbald in ihren Beziehungen finden wollen, an.
Bevor dieser Blog aber in die ja bekanntlich ganz unesoterische Ecke der schnöden Werbung in eigener Sache abzugleiten droht, könnten wir ruhig auch einmal schauen, wie sich die Diskussion, die sich um die schamanischen Qualitäten von Räuber Katzentrotz zu drehen begann, denn eigentlich ganz konkret so weiterentwickelte.
Zumindest in diesem Aspekt können wir hier ja auch dem Titel des zweiten Teils, Sex und Verbrechen (Sex and Crime), schon noch Erfreuliches abgewinnen. In fast allen anderen Fällen, seien Sie ehrlich, gibt dieses Thema heutzutage ja gar nicht mehr so viel Feinsinniges und Erbauliches her.
Lassen Sie uns also zu der Unterhaltung, deren Anfang ich Ihnen im ersten Teil dieses Blogs schon geschildert habe, zurückkehren.
Ich sitze hier also Gottfried vom Wurde, einem schamanischen Freund und mittelalterlichen Zeitgenossen, gegenüber, und versuche, ihn vom wahren Schamanentum des Räubers Katzentrotz zu überzeugen:
„Er sucht Schätze, Schätze sind ein Symbol der Wahrheit.“ Genau genommen meine ich damit natürlich eigentlich eher spirituelle Schätze, aber wir wollen mal gerade an dieser Stelle des Gesprächs nicht so genau sein, es geht hier ausschließlich um die Symbolik dieser Angelegenheit. „Sie, die Schätze, sind auch ein Zeichen innerer Wahrhaftigkeit. Das ist es, was ein echter Schamane tut.“ „Ja, aber die Schätze gehören ihm doch nicht.“ Gottfried ist eindeutig kein Raubritter.
„Okay, ich meine nur, er sucht also Schätze, vielleicht auch nach innerer Wahrhaftigkeit (das könnte Gottfried jetzt überzeugen, denn die Suche nach dem Gral als Sinnbild wahren Rittertums ist ihm nicht fremd). „Zwar auch häufig solche, die ihm nicht gehören…“ – „Ja, eben,“ sagt Gottfried und denkt offenbar an grausliche mittelalterliche Methoden der Räuberbeseitigung.
„Okay, das Rauben selbst ist sicherlich nicht anständig, aber ich sehe den Räuber hier nach wie vor eigentlich als jemanden, dem es eher darum geht, den Göttern ihre Geheimnisse zu entreißen.“ Und bevor Gottfried noch eine weitere Bemerkung über heidnischen Unsinn oder dergleichen fallen lassen kann, fahre ich schnell fort. Das Thema Götter erregt eindeutig sein Missfallen.
„Er steht als eine Art von Zwischenwesen zwischen Gesellschaft und Natur. Er lebt im Wald. Er lebt also tagtäglich seine tiefe Verbindung mit der Natur.
Diese tiefe Verbindung mit der Natur ist für den Schamanen eine Kraftquelle, dient seiner Inspiration, ist“, ich versuche es hier etwas mittelalterlicher auszudrücken, damit Gottfried mich besser versteht, „ja, ist sozusagen sein tiefer Bezug zur göttlichen Gnade“. Gottfried schnauft.
Damals, also zu seiner Zeit, war die intensive Verbindung mit der Natur in allen Gesellschaftskreisen eher üblich, wurde aber durchaus häufig als Beschwernis oder notwendiges Übel verstanden. Leben Sie doch einmal im Winter auf einer Burg!
„Trotzdem“, beharre ich, mit einem schrägen Seitenblick auf die kümmerlichen Reste der Wildnis, die uns in unseren Tagen noch verblieben sind, „diese Verbindung mit der Natur ist ein wesentliches Zeichen des schamanischen Daseins“.
„Ein Heiler“, sagt Gottfried, weil er den Begriff Schamanen nicht ganz richtig mit dem des Heilers identifiziert hat, „ein Heiler muss unter Menschen leben. Sonst hat er keinen Nutzen für die Gemeinschaft.“
Gottfried hätte mit dem heute weit verbreiteten Stadtschamanentum wahrscheinlich seine helle Freude.
„Aber er bezieht sein Wissen und seine Kraft aus der mystischen Natur. Und genau darum geht es im Kern bei der Geschichte von Katzentrotz.“
„Aha, er ist also eher ein Mystiker. Ein Einsiedler, ein Mönch ohne Kloster“, meint Gottfried jetzt. „Aber ein ehrlicher Mönch kann sich nicht als Räuber verdingen,“ fügt er etwas trutzig hinzu.
Damit hat er ja im Prinzip recht. Mir geht es allerdings bei unserem Thema um etwas ganz anderes.
„Katzentrotz“, sage ich, „versteckt Schätze in Höhlen und in der Wildnis. Das drückt ja vorbildlich seine Verbindung mit den Feen, mit den Naturgeistern, mit den spirituellen Kräften von Höhlen und den magischen Wesen von Bäumen, Mooren und Quellen aus. Schamanismus ist ja auch Animismus, das heißt, wir Schamanen betrachten die ganze Natur um uns als bewusst und lebendig, als beständige Eine, und zugleich als in stetiger Wandlung begriffen.“ Ich denke da gleich an unsere schamanischen Rituale auf Bergen und Höhlen, wo wir den Feen und den Spirits oft kleine Edelsteine als Opfergaben darbringen.
„Wenn er die Schätze wieder in die Natur zurückgibt, verstehe ich einfach nicht, warum er sie überhaupt rauben muss“, meint jetzt Gottfried.
Er ist trotz seines tiefen Interesses für Schamanismus im Grunde seines Herzens recht pragmatisch veranlagt. Was jetzt nicht heißen soll, dass Schamanismus etwa nicht auch gute Erdung benötigte und einen gewissen Pragmatismus in sich trüge.
Dass über Räuber Katzentrotz auch überliefert ist, dass er bei vielen Gelegenheiten laut gesungen und geschrien und mit allen möglichen Gegenständen wie wild um sich herum gefuchtelt haben soll, erzähle ich Gottfried jetzt gar nicht mehr. Er würde das ohnehin nicht als Beweis für schamanische Verrücktheit, ekstatische Gesänge und rituelle Handlungen verstehen können. All diese Dinge fanden, zumindest offiziell, zu seiner Zeit ja nur in begrenztem Ausmaß und dann zudem hinter dicken Klostermauern statt.
Die magische Gesten und die Kraft der Stimme eines Schamanen erkläre ich ihm besser ein andermal.
Was Sie, geschätzte Leser, aber ganz leicht anhand des Beitragsbildes, das Sie zu Beginn des ersten Teils dieser Blogserie über Katzentrotz den Räuber und Schamanen finden, feststellen können, ist das Vorhandensein des berühmten Schamanengewands, also seines Gehrocks mit den mystischen magischen Knöpfen, dem Markenzeichen von Katzentrotz.
Allein das sagt ja alles, auch wenn er in seiner distinguierten Erscheinung sonst relativ zivilisiert und fast alltäglich auf Sie wirken mag.
Das Beitragsbild des hier vorliegenden zweiten Teils des Blogs hat im übrigen, – wie Sie ja leicht erkennen können -, selbstverständlich eine ganz andere Bedeutung, die wir am Ende dieses Teils genau nachzulesen die Ihnen überaus und allezeit sehr gern gepflogene Möglichkeit bieten dürfen.
Ich versuche es bei Gottfried jetzt lieber von einer anderen Seite her:
„Katzentrotz befolgt ganz andere Gesetze als die übrigen Menschen“, stelle ich fest.
„Ja auf jeden Fall“, sagt Gottfried. „Das liegt zumeist in der Natur eines Räubers“.
So habe ich das natürlich nicht gemeint.
„Ich will sagen, er ist ein Schamane, weil er die Gesetze der Menschen und die der Natur auf ganz eigene Art verbindet. Er hütet das Heilige Feuer, er geht tiefe mystische Beziehungen mit Naturwesen ein, er sieht die Welt aus der Sicht des Magischen genau so wie aus der des Alltäglichen. Doch er ist im Kern seines Wesens tief mit der Magie der Berge verbunden.“
Hier schwindle ich ein klein wenig. Das mit den Bergen und ihrer Magie trifft ja sicher auf den magischen Nagual-Schamanismus zu. Katzentrotz aber lebte vermutlich eher in tieferen, dicht bewaldeten Lagen, wo er sich auch sicherlich besser verstecken konnte. Doch Berge haben bei so einer Aussage etwas durchgehend dramatisch Majestätisches. Gottseidank fällt Gottfried meine kleine Verzerrung der Wahrheit über Katzentrotz jetzt nicht weiter auf.
„Was aber auch wichtig ist: Er trinkt gern Bier und schnarcht dann laut wie ein ganzes Sägewerk. Das bedeutet, er ist trotz all seiner Fähigkeiten und seines Wissens auch nicht anders als die anderen Menschen. Gerade dieses menschliche Maß, das wir Schamanen trotz aller magischer und spiritueller Transformation deutlich zeigen, gehört auch zum schamanischen Lebensstil.“
„Ja“, sagt Gottfried, hebt seine Doppelmaß mittelalterlichen und, – im Gegensatz zu heute Gebrautem -, noch stark berauschenden Hexenbieres hoch und leert es in einem einzigen gewaltigen Zug.
„Ein Biertrinker. Gut so. Das macht ihn mir jetzt doch ein wenig sympathisch. Gut so.“
Dann kippt er auf einmal zur Seite, fällt schwer auf den Tisch und beginnt in ganz fürchterlichen Tönen laut zu schnarchen.
Da mein schamanischer Freund und werter Kollege Gottfried vom Wurde auf Grund seiner plötzlichen Alkoholisierung jetzt für einen weiteren Disput nicht mehr zur Verfügung steht, sehe ich mich gezwungen, Ihnen den dritten und letzten Teil dieses Blogs wieder im Alleingang zu vermitteln.
Lesen Sie also weiter im dritten Teil meines Blogs:
Warum Schamanismus Sie auch im Alltag viel begehrenswerter macht.
Dort erfahren Sie auch einiges über Das Wilde Schamanische Herz der Natur und Die Begegnung mit dem Urgrund der Welt im Schamanismus.
Alle Beiträge aus:
Nachrichten aus dem esoterischen Eck,
zweite, verbesserte, ergänzte, fast unzensierte und gründlich überarbeitete Ausgabe,
wieder herausgegeben vom Verlag Mainz und Kainz in der Reihe „Trauriger Unglaube: Schriften der Esoterik“, ursprünglich veröffentlicht 1982 im Rühr-im-Kessel-der-Großen-Mutter-Verlag, beide Wildschweinzheim, Letztausgabe 2015.
Hier mit freundlicher Genehmigung des altchinesischen Rechteinhabers abgedruckt.
Das Beitragsfoto zeigt übrigens ganz klarer Weise Räuber Katzentrotz in moderner Darstellung und in einer praktischen Verkleidung, die ihn dem Blick allfälliger Verfolger entziehen und ihm, sollte es nötig sein, das plötzliche Verschwinden in der Menge vieler nahezu gleich aussehender Gesichter erleichtern soll. Aber das haben Sie sicher alles schon längst selbst erkannt.
Das Gerät, das er auf seiner rechten Seite trägt, ist übrigens kein Computer oder dergleichen, sondern vielmehr die Rückseite einer sehr alten, sehr gut geschliffenen und auch sehr gut polierten Steintafel, die schon vor langer Zeit mit freundlichen Zeichnungen und schönen Gedichten bemalt wurde, und welche Räuber Katzentrotz zum Beweis seiner grundsätzlichen Unschuld und seiner allgemein guten schamanischen Absichten immer wieder gern einmal mit sich führt.
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