Stormy Monday. Montagskater 1
Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen heute geht. Mich aber überfällt am Montag manchmal so ein diffuses, eben nicht ganz klar bestimmbares,…
…und doch leicht gruseliges Gefühl.
Eine Art Schauer, der mir die Haare am Körper aufstellt.
Natürlich nicht an jedem Montag.
Nur ungefähr so alle zwei Wochen.
Dann aber packt mich eine gelinde Form des Grauens, die an den Zustand eines Menschen nach übertriebenem Alkoholkonsum erinnert.
Nur trinke ich praktisch nichts. Ich meine, ich trinke selbstverständlich alles Mögliche an Flüssigkeit, allein schon um am Leben zu bleiben, aber fast nie enthält diese Flüssigkeit größere Mengen von Alkohol. Nein, meistens enthält sie nicht einmal kleine Mengen davon.
Ich weiß, das mag jetzt Einigen von Ihnen ganz unglaublich erscheinen und nicht in Ihr gewohntes Bild des alltäglichen Lebens passen.
Aber im privaten Modus bin ich dem Alkoholkonsum eher abgeneigt.
Alkohol lässt sich allerdings im schamanischen Kontext wunderbar für Reinigungen und als Opfergabe nützen.
Die Opfergaben werden nun im Schamanismus eher nicht vom Schamanen konsumiert sondern in der Natur vergossen.
Das unterscheidet uns schamanische Priester von den Priestern anderer Religionen.
Von der Tatsache einmal abgesehen, dass Schamanismus eben gar keine Religion ist, auch wenn er sich zeitweise mit dem Spirituellen und der Haltung des Menschen zum Spirituellen intensiv auseinandersetzt. Zumindest führt ein schamanischer Lebensstil zu dieser Auseinandersetzung. Zudem führt er zur Begegnung mit Kraft und Magie, mit zwei Bereichen also, die zwar aus unserem spirituellen Verständnis häufig verschwunden sind, im Ursprung und sinnhaft jedoch zentral zur spirituellen Welt gehören.
Kehren wir zum Alkohol zurück. Ich konsumiere ihn eben privat nur selten, unter anderem deshalb, weil ich die Natur dieses Spirits gut verstehen kann.
In diesem Land ist eine gewisse Form versteckten Alkoholismus hingegen eher schon gesellschaftlich akzeptiert und weit verbreitet. Darauf will ich bei diesem Thema jetzt aber gar nicht wirklich hinaus.
Im schamanisch beruflichen Zusammenhang werde ich hingegen manchmal schon leicht berauscht, vor allem dann, wenn ich im Rahmen von Reinigungsritualen Alkohol in den Mund nehme, – zumeist handelt es sich um Schnaps oder ein ähnliches Gebräu -, um diesen dann in einem üppigen Schwall von Mund zu Gesicht dem Gegenüberstehenden als Mittel wirksamer spiritueller Reinigung zu verabreichen.
Natürlich reicht es nicht, Schnaps zu spucken. Sie müssen auch verstehen, was Sie dabei schamanisch tun. Besser noch ist es, wenn Sie schon Schamane sind.
Wenn Sie sich aber hierzulande umschauen, wimmelt es derzeit ja schon überall von Schamanen, die sich auch als solche bezeichnen.
Die meine ich aber nicht.
Schamane sind Sie sicher erst nach mehreren Jahren intensiven Einweihungsprozesses und zwar genau dann, wenn die schamanischen Spirits, die Hüter der Naturmagie, Ihrem Dasein als Schamane zustimmen. Das klingt jetzt leichter als es ist. Oder, falls es sich für Sie etwa schon sehr schwierig anhören sollte: Ja, es ist nicht leicht, zahlt sich aber durchaus aus.
Falls Sie jetzt etwa noch weiter oben im Text an der Sache mit den Haaren hängen:
Die Körperbehaarung eines Schamanen, der sein fünfzigstes Lebensjahr schon eine Zeitlang überschritten hat, ist dennoch im Wesentlichen dieselbe geblieben wie in seinen jüngeren Jahren. Sie findet jetzt nur an anderer Stelle statt. Der Scheitel zum Beispiel ist schon weitgehend frei von ihr.
Aus den Ohren sprießt sie hingegen ganz munter hervor.
Erfahren Sie mehr über die wahren Gründen des Montagskaters im nächsten Teil dieser Kolumne.
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