Stormy Monday, Montagskater 3

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Oh, schon wieder Montag.

Wie schnell das geht.

Der Kater hat sich auch schon eingeschlichen.

Wenn ich doch nur wüsste, was den eigentlich dazu bringt, mich ausgerechnet montags heimzusuchen.

Ich mag ja Katzen.

Das ist doch selbstverständlich für einen zivilisierten Menschen, finden Sie nicht auch?

Aber an den Montagskater muss ich mich trotzdem erst gewöhnen.

Vielleicht hilft es mir ja, wenn ich wenigstens einmal ganz klar erkenne, was diesen Kater dazu bringt, ausgerechnet mich hier in meiner berüchtigten Löwenhöhle, mitten in diesem kleinen gallischen Dorf im Herzen von Niederösterreich, praktisch direkt unter den gestrengen Augen der Alpengeister, ja genau zu Füßen der Alpen gelegen, aufzusuchen. Genau zu Füßen der Alpen gelegen…hierzulande nennt man das auch am Beginn des Alpenvorlandes platziert.

Hier also bin ich. Und der Kater ist auch da. Montags vor allem.

Wie kann er also ausgerechnet mich ausgerechnet hier aufsuchen um dann ausgerechnet bei mir hier ganz ungeniert zuzuschlagen?

Vielleicht muss ich mich jetzt zuerst einmal mit der Wahl meines Platzes auseinandersetzen.

Danach könnte ich noch schauen, ob es etwa gar an mir als Person liegt.

Die Wahl des Platzes. Ja, genau.
Meine Wahl des Platzes für das Kraftzentrum hier in Haag, am Fuße der Alpen, war seinerzeit ja keineswegs rein zufällig erfolgt.
Das Europäische Kraftzentrum für Nagual-Schamanismus und Essenzielle Körpertherapie, so der stolze und ganz vollständige Name des Zentrums, musste, soviel war klar, ja irgendwo in Europa liegen.
Ich nahm mir also zunächst eine Landkarte Europas vor und warf einen Stein zielsicher auf die Karte.
Genau dort, wo der Stein hinfiele, würde mein Zentrum entstehen und unter anderem Schamanismus vom Feinsten gelebt und unterrichtet werden.

Leider fiel der Stein, der eher rund als eckig war, zunächst von der Karte hinunter und landete, rein bildlich geografisch gesehen, im Mittelmeer oder wahrscheinlich sogar eher noch im südlichen Pazifik.

Ich überlegte nur kurz. Dann begann ein unglaublicher Gedanke in meinem Kopf Fuß zu fassen.
Natürlich besitzt zum Beispiel Frankreich auch heutzutage noch jede Menge an Überseeprovinzen. England und Amerika ergeht es ebenso.
Könnte ich nicht diesen stolzen kolonialen Beispielen folgen und mir ebenfalls ein klitzekleines schamanisches Ressort irgendwo auf einem Südseeatoll zulegen?

Doch bei genauerem Überlegen der ganzen Angelegenheit fiel mir ein, dass mir der beständige Wechsel der Jahreszeiten dann wohl abginge.
Das werden Sie mir jetzt vielleicht nicht gleich glauben, so Sie meinen diversen vorhergegangenen Blogs über den Winter und meine etwas ungerechte Abneigung gegen die kalte Jahreszeit und ihre Wetterlagen mit beständiger Aufmerksamkeit gefolgt sein sollten.
Aber das ist es eben.
Der Mensch, ja selbst der schamanisch hochgebildete Mensch, ist des Öfteren eben einfach ein Widerspruch in sich.

Ich mag zwar den Winter nicht so gern wie Frühling und Sommer, und ab dem Spätherbst beginne ich heimlich die Tage zu zählen, die ich noch abwarten muss, bis es endlich wieder Frühling wird, doch ohne dieses Zählen, Warten, Durchhalten und Hoffen geht es eben auch nicht.
Ich brauche eben den Winter, damit ich nachher mit Einsetzen des Frühlings eine tiefe Erleichterung fühlen und zuweilen auch ein zartes Bangen ob der Kürze der Zeitspanne der gerade erst angebrochenen warmen Monate verspüren kann.
Außerdem hätten Sie mich auf dem Südseeatoll wohl nie und nimmer gefunden.

Höchstens, wenn Sie zufällig auf einer Kreuzfahrt Schiffbruch erlitten oder eines Nachts versehentlich in der Nähe meiner wunderschön gelegenen Insel über Bord gefallen wären und sich dabei glücklicher Weise gerade einen zufällig vor Ihnen hängenden Rettungsring umgebunden hätten.
Vielleicht ja nur deshalb, um seine spätere Verwendung im Falle eines Schiffbruches zuerst einmal gründlich zu studieren.
Ja , so und nur genau so hätte es dann kommen können.
Mein Team und ich auf der wundervollen aber jahreszeitenfremden Südseeinsel mitten im Pazifik, Sie gerade beim Studium des Rettungsringes auf einer nassen Planke des Ozeanriesen ausgerutscht und langsam aber unaufhörlich von der Schwerkraft Richtung Meer gezogen, aber gerade noch rechtzeitig vom umgehängten Rettungsring über Wasser gehalten.
Dann wären Sie sicherlich, bei all Ihrem offensichtlich vorhandenen Glück, direkt zu mir auf die schamanische Insel getrieben worden, von einer Strömung, die Sie direkt sanft zu uns befördert hätte.

Nun ja, vielleicht mit einem kleinen aber auch sehr aufregenden Kampf gegen die Brandung vor dem Riff und dergleichen mehr.
Aber das können Sie sich jetzt sicher alles selbst gut ausmalen.
Ich will mich damit jetzt einfach nicht mehr beschäftigen.
Umso weniger, als mir dieses Südseeparadies wohl genauso verwehrt bleibt wie Ihnen Ihre unfreiwillige aber spannende Bruchlandung in demselben.
Die Zahl der so bei mir gestrandeten möglichen schamanischen Interessenten und InteressentInnen wäre aber wohl nicht ganz so groß gewesen.

Schließlich interessiert sich ja nicht jeder zufällig Schiffbrüchige auch gleich für Tiefenschamanismus.

Nein, obwohl eine solche Lage, wie die, in der Sie sich wohl als Schiffbrüchiger nahe meiner Insel befunden hätten, im Allgemeinen Menschen schon zu einer gewissen bisher eher in Ihnen schlummernden Religiosität oder auch zu tieferer Spiritualität anregen kann.

Meinen Sie nicht auch?

Sehen Sie, genau solche Geschichten und Ideen fallen mir immer nur montags ein.

Deshalb müssen Sie auf die Fortsetzung dieser Südseestory jetzt schon ein wenig warten.
Aber nur keine Angst. Sie folgt gewiss. Ich weiß das, weil ich Sie schon geschrieben habe.

Ich verrate Ihnen aber jetzt noch nicht, wie es weitergeht.
Nur soviel kann ich Ihnen sagen: Wir bleiben nicht für immer in der Südsee.
Auch wenn das montags, vor allem im Winter, schon einen gewissen Reiz hätte.
Tief unten in der Südsee könnte mich die ausgefahrene Pranke des Katers wohl nicht mehr erreichen.

Aber wer weiß. Vielleicht würden Sie dann einen anderen Blog lesen:
Stormy Monday. Direkt im Antlitz des Montagshais.

Da bleibe ich dann doch noch etwas lieber bei meinem Kater.

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