Wahrheit und Entstellung. Oder: Was kann an Rauchfangkehrer, …

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…Fliegenpilz und Schwein

ein Symbol für Glück nur sein?

Eine schamanische Erklärung, die wir Ihnen hier zu Neujahr nicht vorenthalten wollen.

Denn gerade zu Neujahr entkommen Sie dem sonst ins Unbewusste und in die Folklore verdrängten schamanischen Urgrund unserer Kultur ja ohnehin nicht so ohne Weiteres.

Der schamanische Geist spukt vielmehr in geisterhafter Form um Sie herum, selbst wenn Sie sich darüber nicht klar sein sollten. Diese Art von Geist kann selbstverständlich gar nicht anders, als geisterhaft herum zu spuken.

Es ist ja auch nicht der eigentliche Geist des Schamanismus, der Spirit, der hier spukt.

Vielmehr hören Sie das Echo der schamanischen Zeit, auf der die Zeit unserer Kultur ihre ganz anderslautenden Glaubenssätze aufgebaut hat.

Sie hören also das verdrängte Geisterhafte aus dem Untergrund zu Ihnen rufen.

Es spricht zum Beispiel aus den gebräuchlichen Symbolen des Glücks denen Sie zu Neujahr begegnen.

Nehmen wir hier drei Beispiele: Den Rauchfangkehrer, vorzugsweise mit Leiter, den Glückspilz in Form eines Fliegenpilzes und schließlich das Schwein als Glückssymbol.

Rauchfangkehrer

Die Begegnung mit dem Rauchfangkehrer bringt angeblich Glück. Aber warum bloß?
Das bleibt ohne schamanischen Hintergrund unverständlich.
Mit einem solchen enthüllt es sich jedoch sofort:
Der Glücksbringer ist der schwarze Mann, nicht der Rauchfangkehrer, sondern der Schamane, der mit dem Rauchfang zu schaffen hat, der in der Jurte oder in einer schamanisch inspirierten Rundbehausung die Verbindung zum Himmel und der Geisterwelt darstellt.
Die Leiter steht für die schamanische Himmelsleiter, die Unterwelt und Oberwelt verbindet, und vom Schamanen bestiegen wird, um in die geistigen, magischen und spirituellen Dimensionen unseres Kosmos zu gelangen.
Der Schamane bringt Glück, nicht weil er den Rauchfang putzt, sondern weil er den Segen der Geisterwelt zu den Menschen bringt. Er balanciert Mensch und geistige Welt in Harmonie aus und trägt so zu einer besseren und wesentlicheren Einbindung des Menschen in seine Umgebung bei.
Wobei diese Umgebung, animistisch betrachtet, als bewusst und lebendig und als von Naturkräften und Geistwesen erfüllt erscheint.

Fliegenpilz

Der Fliegenpilz war wahrscheinlich die gebräuchlichste schamanische heilige Pflanze Europas und die Visionen, die mit seiner Hilfe erlangt werden konnten, galten als heilig und somit ebenfalls als Harmonie und Glück bringend.

Schwein

Das Schwein steht nicht für das weibliche Hausschwein, die Sau, sondern für die Kraft und Wildheit des wilden Ebers, einem Symbol für Vitalität und natürlicher Robustheit und Stärke.

Der Eber war eines der schamanischen Kraftsymbole in unseren Breiten.

Sich mit seiner Kraft im neuen Jahr zu verbinden bringt sicherlich Vitalität, Stärke und natürliche instinkthafte Klugheit.

Natürlich können Sie jetzt sagen:

„Ich stehe aber eher auf das Hufeisen als Glückssymbol. Oder auf den Sack voll Gold. Oder auf das vierblättrige Kleeblatt.

Das hat ja alles dann mit Schamanismus gar nichts zu tun.“

Kann sein. Ja, vielleicht haben Sie Recht mit dieser Ansicht.

Vielleicht aber auch nicht.

Denn auch hier lassen sich knapp unter der Oberfläche des Trivialen schamanische Interpretationen der Glückssymbole erkennen.

Hufeisen

Das Hufeisen entstammt wohl den Reiterkulturen. Diese wiederum waren stark vom Schamanismus geprägt. Zudem war der Schmied in gewisser Weise Nachfahre des Schamanen oder hatte in manchen Kulturen einen ähnlich rituell magischen Platz inne, weil er mit der Magie des Feuers und der Magie des Eisens arbeitete.

Das Hufeisen verbindet uns also mit der Pferdekraft und dem Schmied, dem Magier des Feuers. Auch hierin drückt sich eine Verbindung zur Wirkkraft der Schamanen aus.

Ein türkisches Sprichwort soll übrigens lauten: “Ein Nagel kann ein Hufeisen retten, ein Hufeisen ein Pferd, ein Pferd einen Reiter und ein Reiter ein Land.”…
Das Sprichwort dürfte ziemlich weit verbreitet sein und zeigt offenbar die tiefe Verbindung zwischen Pferd und Reiter in den Reiterkulturen an, und die Bedeutung, die dem einzelnen Pferd zugemessen wurde.

Kleeblatt

Das vierblättrige Kleeblatt wiederum steht für das Ungewöhnliche, Zauberhafte in der Natur und somit für die Wirkung der Feenkräfte.

Goldsack

Den Sack voll Gold findet man traditioneller Weise am Ende des Regenbogens wenn die Naturgeister einem hold sind.

Dieses Symbol können Sie aber ohne weiteres auch aus seinem spirituellen Kontext lösen und einfach als den alltäglichen Wunsch nach unermesslichem Reichtum interpretieren. Das hängt nun einmal ganz davon ab, wie materialistisch Sie eingestellt sind.

Das Schamanische ist in Resten und Relikten aber überall am Rande unserer Kultur zu finden.

Angefangen von Perchtenläufen über Peitschenknallen, das die bösen Geister vertreiben soll, bis hin zu vor ein paar Jahrzehnten in bäuerlichen Traditionen noch gebräuchlichen Opferungen von Mehl oder Milch für die Hausgeister oder für die Kraft des Windes.

Und auch nach Neujahr: Wahres…

Etwas später, am 6. Jänner, der Zeit der drei christlichen Könige, geht es dann in Wahrheit wieder um die Verschleierung schamanischer Inhalte, die in diesem Fall aus dem keltischen Kulturkreis stammen.

Die Große Mutter der Natur war den Kelten als dreifaltige Göttin heilig.
Ambeth, Wilbeth und Borbeth hießen die drei Erscheinungsformen der Göttin, welche für die drei den Kreislauf des Lebens kennzeichnenden Stadien standen:
Für das beginnende Leben, für das im Zenit des Lebens Stehen und für den Tod.

Diesen Bethen wurde das ganze neue Jahr zu seinem Beginn geweiht, um mit dem Respekt für die dreifaltige Göttin gleichzeitig ihren Segen zu gewinnen.

Die Namen der Bethen dürften wohl auf das Eingangstor, also magisch genau über der Schwelle des Hauses, aufgemalt worden sein.

Später verwandelte die auf die ursprüngliche naturbezogene Gläubigkeit neidische katholische Kirche diese Bethen in die sogenannten drei katholischen Schutzheiligen: Katharina, Margareta und Barbara.
Die heilige Barbara entsprach dabei beispielsweise in ihrer Schutzfunktion für Bergleute und das Unterirdische genau Borbeth, der Göttin des Todes und der Unterwelt.

Schließlich war auch diese Entfremdung der Bethen zu katholischen Schutzheiligen der Kirche nicht genug.
Männer mussten die Plätze des fruchtbaren Weiblichen besetzen:
Die in keiner Überlieferung namentlich benannten oder bezüglich ihrer Anzahl festgelegten Weisen aus dem Morgenland nahmen die Plätze der Schutzheiligen für das beginnende Jahr ein: Kaspar, Melchior und Balthasar.
KMB, praktischer Weise trugen diese Männer mit einem Mal dieselben ersten Buchstaben im Vornamen wie die drei Schutzheiligen vor ihnen.
Und schon war das Prinzip der Mutter Erde, das hier im Kreislauf des Lebens respektvoll angerufen werden sollte, in jenem Kreislauf also, der mit Entstehen, Aufblühen und Vergehen unser Dasein bestimmt, bis zur Unkenntlichkeit entstellt worden.

.., Zeit und Lüge

Unwahrheiten kommen zwar auch unter schamanisch Tätigen vor.
Allerdings nur sehr sehr selten.

Ein Beispiel: dafür kann ich Ihnen hier aus Gründen der Höflichkeit unter schamanischen Lehrern jetzt natürlich nicht explizit anbieten.

Aber mit ein bisschen gesundem Menschenverstand merken Sie wohl selbst am Besten, wann Sie offensichtlich hinters Licht geführt werden.

Eine Einweihung zum Schamanen dauert übrigens schon ein paar intensive Jahre.

Zumindest bei uns.
Genauso wie auch in traditionell schamanischen Kulturen weltweit.

Für Manchen geht in Europa aber alles viel schneller.
Überhaupt seit es Computer und Smartphones gibt.
Die beschleunigen die europäische Magie eben ins Unvermutete, ja geradezu ins Unheimliche.

Was können wir daraus wohl schließen?

Ganz einfach:
Wenn all diese Eingeborenen in ihren traditionellen schamanischen Kulturen nur von Anfang an schon Computer, Internet und Smartphones gehabt hätten wäre die ganze schamanische Einweihung inklusive des jahrelangen Lernens davor bei Ihnen wohl nur eine Sache weniger Stunden gewesen.

Meistens sprechen und schreiben wir Schamanen ja die reine Wahrheit.

Wir haben oft gar keine Zeit zum Lügen. Wirklich nicht.
Wir sind einfach viel zu beschäftigt damit, der Natur, ihren Kräften und dem Spirit zu lauschen.
Hoffentlich zumindest.

Apropos Zeit und Lügen:

Verzeihen Sie mir bitte an dieser Stelle auch die schon wieder vorgekommene Überlänge dieses Blogs.
Es war mir aber einfach wieder nicht möglich, Neujahr heuer auf zwei Termine verlegen zu lassen, um an beiden je eine Hälfte des Blogs an die Öffentlichkeit zu bringen.

Viele gute Vorsätze, Neujahrswünsche…

Nächstes Jahr werde ich mich bessern, das verspreche ich Ihnen.

Ich werde mich zum Beispiel gar nicht mehr über den Etikettenschwindel mit der Vertauschung von schamanisch Praktizierenden und praktizierenden Schamanen beschweren.

Im Allgemeinen stehe ich ohnehin über solch trivialen Dingen des schamanischen Alltags, wie Sie ja, wenn Sie meine Blogs immer brav lesen, eigentlich schon ganz leicht erkennen können.

Das wären im Übrigen nun schon zwei gute Neujahrsvorsätze von meiner Seite.

Ich kann Ihnen hier allerdings nur raten, von Neujahrsvorsätzen gänzlich Abstand zu nehmen.

Die frustrieren Sie nämlich ohnehin nur.
Besser Sie springen gleich auf und vollbringen etwas Wahrhaftiges oder tun zumindest etwas wahrhaft Gutes für sich selbst.
Ich hoffe nur, dass sich für mich nächstes Jahr aber zumindest Neujahr zeitlich etwas dehnen lässt.

Entstellung und Wahrheit

Lassen Sie uns jetzt lieber noch einmal zu den schamanischen Grundsteinen dicht unter dem Boden unserer Kultur zurückkehren, ihre Entstellung bedauern und zugleich doch eine tiefere Bedeutung in dieser ganzen Angelegenheit entdecken:

Das Ursprüngliche und Wahre bis zur Unkenntlichkeit entstellt.
Das entspricht doch genau dem Ungeist unserer Kultur, ihrem negativen Pol.
Das Gegenteil davon, der positive Pol unseres Dasein müsste daher wohl lauten:

Die Kenntnis vom Wahren und Ursprünglichen zu bewahren.

Und das Ursprüngliche schließlich zu einer neuen Vision des Wesentlichen wachsen zu lassen.

Das wünsche ich Ihnen Allen zu Neujahr.

Verehrter Herr, verehrte Dame, Fröhlich Neujahr wünscht Ihr Schamane.

Ganz nach dem alten Brauch der Ahnen, darf ich Ihnen jetzt inmitten all der Dramen der Welt, – und wohl auch Ihres Hauses -, schlicht diese Zeilen hier mitgeben. Verehrter Herr, verehrte Dame! Genießen Sie das Leben! Fröhlich Neujahr wünscht Ihr Schamane.


…und, natürlich, schon wieder das Buch…

Das Beitragsbild ganz oben zeigt übrigens die Neujahrskatze knapp vor Ihrem  Neujahrskonzert, der weltweit berühmten Katzenmusik.

Ebenso berühmt sollte wohl in Kürze mein Buch mit dem interessanten Titel Essenz und Charakter werden, das Anfang 2017 herauskommen dürfte. In diesem herausragenden Werk, – herausragend bezieht sich hier natürlich nur auf die Meinung der Mehrzahl aller Kritiker und Kollegen, die das Buch im Vorfeld schon für Sie kurz anschauen durften -,  in diesem faszinierenden Buch also werden Sie nicht nur mit den Grundlagen der Essenziellen Körpertherapie vertraut gemacht und in die Welt des Nagual-Schamanismus eingeführt, Sie werden zudem eine Reise durch das Abend- und das Morgenland unternehmen und sich zum Schluss derselben an ganz anderer aber eigentümlich vertrauter Stelle wiederfinden: In Ihrem eigenen Körper. Mit Ihrem Bewusstsein vereint. Nur dass sich dieses dann durch die Lektüre des Buches bereits in leicht erweitertem Zustand befinden sollte. Freuen Sie sich also jetzt schon auf ein neues Jahr mit endlich ganz überraschend verändertem Bewusstsein.
Wir verständigen Sie natürlich sofort, sobald das Buch herausgekommen ist. 

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