Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – Die Begegnung mit der Kraft. 2. Aspekt: Schamanische Tiefe und Oberfläche. 3. Teil.
Wenngleich alle Magie im Grunde im Spirit wurzelt, so gilt es dabei doch zwei wesentliche Faktoren zu betrachten.
Zum Einen spreche ich hier von Magie in ihrem ganzheitlichen Aspekt.
Magie kann zweifelsohne im Zuge ihrer Anwendung vom Spirit abgetrennt, also verdreht werden oder zu reinen Sachzauber verkommen.
Diese Missverständnisse über den wahren Gehalt und Ursprung von Magie haben ja gerade zu einem sehr eingegrenzten Verständnis des Magischen in unserer Welt geführt.
Wenn Magie auf Bewirken ohne ganzheitliches Eingebettet Sein reduziert wird, entstehen zwar ebenfalls magische Wirkungen, aber der Spirit ist aus dem Zentrum dieses Wirkens herausgeschoben und an den Rand des magischen Geschehens gedrängt. Damit verliert Magie zwar nicht ihre Wirksamkeit im Sinne ihrer Anwendungsmöglichkeit, aber sie büßt den Charakter des Umfassenden, Ekstatischen, sozusagen vom göttlichen Licht Erhellten, ein, der ihr ursprünglich zu eigen war und ist.
Das göttliche Licht können Sie meinetwegen auch durch die Einheit mit dem universellen Wirken der Schöpfung gleichsetzen, falls Sie diesen Artikel lieber ohne Gottesbegriff erfassen möchten. Nehmen Sie auf jeden Fall meinen Gottesbegriff als nicht in erster Linie religiös motiviert, sondern als der persönlichen sprituellen Erfahrung zugängliche erweiterte Wahrnehmung des gesamten Seins auf. Denn genau darum, um diese Ebene des Universellen, welche im Kern des Alltäglichen verborgen liegt, aber jederzeit mit dem richtigen Wissen hervorgerufen werden kann, geht es hier im Kern meiner Aussage über Schamanismus und die ihm ursprünglich innewohnende tiefe und ganzheitliche magische Seite.
Magie in meinem Sinn ist also nicht vom umfassenden Zusammenhang allen Seins herausgelöst und ins rein Anwendbare verschoben.
Zum Anderen wurzelt zwar alle Magie im Spirit, sie tritt aber in verschiedenen Erscheinungsformen auf. Die Nicht-Dualität der Kraft selbst ist bereits die wesentliche Quelle der Magie.
Darüber hinaus entsteht Magie, wie schon des Öfteren von mir betont, an den Schnittstellen verschiedener Welten, Universen oder Dimensionen.
Dabei lassen sich grundsätzlich drei verschiedene Arten solcher Schnittstellen auffinden.
Die erste Art bezieht sich auf das Hinübergleiten oder Herausgleiten unserer gewohnten Welt aus dem oder in das Nagual, also in den Bereich des Unfassbaren.
Den Traum oder die Begegnung mit der Traumzeit können wir an dieser Stelle aus Gründen der Vereinfachung unter dieselbe Rubrik einordnen. Wir betrachten ihn dann einfach, wie unter Pirschern zuweilen üblich, als besonders bewegtes und durchaus eigentümliches Nagual.
Die zweite Art bezieht sich auf die konkreten Welten und parallelen Zeiten, die unsere eigene Wirklichkeit begleiten, wie etwa die Welt der Feen.
Dabei fällt Magie sozusagen direkt vom Himmel. Weiter will ich hier diese Sache nicht ausführen, damit Ihnen nicht etwa bei diversen von meinem Artikel vielleicht vorschnell angeregten übereifrigen Versuchen die Welt gar auf den Kopf fällt.
Die dritte Art der Magie tritt nicht zwischen den Bereichen des Nagual und dem Tonal auf, sondern an den Schnittstellen unseres Universums mit anderen, häufig magiebetonten Dimensionen. Mit dieser Frage und den sich aus ihr ergebenden Antworten und weiteren Fragen beschäftigen wir uns im Rahmen des Nagual-Schamanismus hauptsächlich mit Hilfe einer von uns praktizierten Form kosmisch-magischen Tantras.
Mehr möchte ich aus ähnlichen Motiven wie den oben erwähnten auch dazu hier nicht ausführen. Selbstversuche sind jedenfalls zwecklos, denn, wie Sie wissen, sind Sie ja ohnehin beständig von einem Wirbel fremdartiger und beständig auf Sie einwirkender Dimensionen umzingelt, deren magische Auswirkungen auf Ihr bisheriges Leben Sie ohne fachkundige Hilfe sicherlich keinesfalls etwa gar noch verstärken wollen.
Bleiben wir also vor allem bei der ersten Art der Magie stehen. Oder besser noch: Treten wir Schritt für Schritt ein bisschen tiefer in sie ein.
Natürlich verbleiben wir hier zunächst in der theoretischen Betrachtung stecken, was jedoch vor allem der Natur unseres zunächst wohl rein virtuellen Treffen geschuldet ist.
Falls Sie mit der reinen Betrachtung nicht mehr zufrieden zu stellen wären, müssten Sie sich wohl über den Tellerrand Ihres bisher Gewohnten wagen. Dann und nur dann können Sie uns auch persönlich und physisch begegnen, um uns Ihre vielleicht ganz speziellen Fragen zu stellen und mit uns in die wahren Tiefen der Wirklichkeit abzutauchen.
Zunächst aber tauchen wir hier miteinander nur in die Betrachtung von Magie ein.
Ein bisschen verwirrend kann die Beschäftigung mit Magie an dieser Stelle schon noch werden.
Denn wenn ich von der Magie erzählt habe, die gleichsam vom Himmel auf Sie herunterfällt, habe ich zur Veranschaulichung beispielsweise die Welten der Feen erwähnt, welche unsere Wirklichkeit auf bestimmte Art begleiten.
Doch genau diese magische Welt der Feen durchdringt, von einem anderen Blickwinkel betrachtet, unsere Wirklichkeit auch auf magische Weise.
Damit meine ich, dass je nachdem, wie man sich der Magie der Feen nähert, ein Zugang zur ersten oder eben zur zweiten Art der Magie geschaffen wird, also zu zwei unterschiedlichen Arten von Magie, wie ich sie andeutungsweise weiter oben beschrieben habe.
Deshalb kann Feenmagie im Nagual-Schamanismus auch als eine Säule unseres magischen Zugangs genützt werden, die uns bei Bedarf ganz direkt und unmittelbar zur Verfügung steht. Dabei müssen wir uns nicht jedesmal in die Tiefen der Feendimensionen begeben, sondern können auch andere magische Brücken benützen, die unsere Wirklichkeit und die Wirklichkeiten der Feen unter einem Bogen aus Leichtigkeit und Vertrautheit verbinden.
Eine andere und ebenfalls ganz zentrale Säule wäre die ebenfalls in diesem Blog schon erwähnte nicht-duale Magie des Spirits, wie sie beispielsweise in der Trance spürbar und wirksam wird.
Eine dritte Säule der Magie entsteht eben aus der Beschäftigung mit dem Unfassbaren und dem Traum, entspringt also unserer Tradition als nagualistische magische beziehungsweise schamanische Richtung.
Sie werden an meinen Ausführungen vielleicht merken können, dass es uns bei unserem Schamanismus grundsätzlich nicht um Techniken und Vereinfachungen des magischen Urgrunds der Welt geht.
Die Tiefe der Magie und die Tiefe des Spirits müssen sich in einer Einheit des Seins im Schamanen selbst treffen, auf jenem Weg der Kraft, auf dem wir dem eigentlichen Erbe der Wirklichkeit nicht ausweichen, das sich uns immer wieder wie ein wilder Stier in den Weg stellt, damit wir es endlich auf gelungene Weise an seinen Hörnern packen.
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