Back to the roots: Schamanismus pur. Die Begrifflichkeit des Außergewöhnlichen. Nagual, Ekstase, Magie, Spirit – Die Begegnung mit der Kraft. 3. Aspekt: Pirschen in die Tiefe. 4. Teil.
Vom Pirschen zum Tiefenpirschen. So lautet in etwa meine Idee für den Fortgang dieses Blogs.
Allerdings muss ich noch ein wenig in mich gehen und überlegen, ob Sie tatsächlich mehr als den reinen Begriff des Tiefenpirschens von ebendemselben hier hören oder eben lesen sollten.
Zumindest muss ich mir selbst noch einen kleinen Schubs geben, damit ich lockeren Herzens und freien Gemüts ein bisschen darüber erzähle. Oder vielleicht auch lockeren Gemüts und freien Herzens, aber darüber will ich jetzt erst gar nicht anfangen nachzudenken, sonst bleibt dieser Blog gleich wieder in der Einleitung stecken, Sie wissen ja schon, wie das passiert und haben es vor kurzem genau an diesem Platz auch selbst erlebt, keine schöne Sache, wie Sie sicherlich feststellen konnten, und etwas, das ich jetzt auch nicht unter allen Umständen noch einmal zu wiederholen trachte, aber, wie Sie sicherlich auch schon ahnen, können gerade bei den Schamanen solche Dinge geschehen, und genau deshalb liege ich mit mir selbst im Gespräch darüber, wie dieser Blog nun weiter zu gehen hätte oder eben auch nicht, indem er nämlich einfach im Schlamm des immer weiter Sprechens stecken bliebe wie eine Kutsche, der nicht nur die Pferde sondern auch Kutscher, Weg und Ziel abhanden gekommen wäre, und schon daran können Sie leicht erkennen, wie ich noch immer mit mir ringe, mit der Frage nämlich, was nun eigentlich in diesem Blog tatsächlich über das Tiefenpirschen stehen soll.
Der Begriff ist ja zumindest schon als solcher vorgekommen.
Jetzt geht es nur noch darum, ihn mit dem ihm entsprechenden Inhalt zu füllen. Dazu muss ich oder müsste ich, wie Sie dem letzten etwas endlosen Absatz weiter oben entnehmen konnten, mir selbst nur einen kleinen Schubs geben.
Solch einen Schubs gebe ich mir aber nur ungern in aller Öffentlichkeit. Ich werde mich deshalb in mein stilles Kämmerchen, meine Klause, mein aus Kindheitstagen ins Heute hinüber gerettetes Geheimversteck zurückziehen, und dort die Sache mit dem Schubs mit mir selbst und nur mit mir austragen.
Schubs……und wupps.
So einfach ging es jetzt.
Ich habe also beschlossen, Ihnen ein klein wenig vom Tiefenpirschen zu berichten, aber eben tatsächlich nur ein klitzekleines bisschen, damit Sie nicht dem Wahnsinn des vom Schamanismus zwar Berauschten, seiner selbst aber nicht mehr Mächtigen und des Gehörten oder Gelesenen nicht Gewachsenen verfallen sollten.
Allzu lange kann die folgende Erläuterung des Tiefenpirschens jetzt ja ohnehin nicht mehr werden, weil ich schon mehr als die Hälfte der für diesen Blog vorgesehenen Zeichen für meine klugen und umsichtigen einleitenden Worte verwenden durfte.
Aber immerhin. Ein bisschen was geht noch.
Tiefenpirschen erweitert die Kunst des Pirschens, indem es sich auf die Essenz des Pirschens bezieht. Dabei werden kosmische Felder angepirscht, und ähnlich wie bei den verschiedenen Ebenen des SEHENS kann eine Verbindung zwischen zweiter und dritter Aufmerksamkeit hergestellt werden, in der sich verborgene Strukturen der Welt offenbaren.
Natürlich können wir hier nicht über die dritte Aufmerksamkeit sprechen, weil sich dieses Thema jenseits des im normalen Bewusstseinszustandes Verständlichen befindet.
Übersetzen wir es also vielleicht besser so:
Wenn er über das dazu nötige schamanische Wissen verfügt, kann der Schamane eine Art von Magie-Wirbel erzeugen, in dem sich mythische Ebenen des Seins enthüllen.
Okay, ich merke schon. Sie wollen am liebsten ein kleines Beispiel für diesen Vorgang hören, damit Ihnen das Ganze nicht ganz so abstrakt erscheint.
Lassen Sie mich einmal überlegen, dann fällt mir vielleicht ein Beispiel für Tiefenpirschen ein. Ach ja, da ist es schon:
Eines Tages auf der Feenalm führte uns das magisch inspirierte Gespräch zu weiblichen und männlichen Attributen magisch Handelnder hin. Und plötzlich behauptete ich kühn, ich wäre als Mann zwar klarer Weise nie in der Lage, mich als Mutter oder Großmutter zu fühlen, aber immerhin wäre ich aufgrund mythischer Gegebenheiten doch ganz genau die Urgroßmutter von allen gerade Anwesenden.
Wie aber sollte es das geben können?
Der Schamane ist Hüter von Naturkräften, mit denen er mitunter in einer ganz ans Familiäre erinnernden intimen Beziehung lebt.
Großmutter Spinne hält den dünnen seidenen Faden des Lebens, an dem jeder Einzelne hängt.
Durch Identifikation mit dem Urgrund des schamanischen Seins kann der Schamane zu einem Wesen mutieren oder sich zumindest damit magisch identifizieren, aus dessen Kraft die Erste Spinne geschaffen wurde.
Er wird zur Urmutter der Großmutter Spinne und damit zur Urgroßmutter von Allen.
Dies klingt zwar je nach dem Geschmack des Zuhörers entweder verrückt oder interessant, bleibt aber solange reine Theorie, bis es durch Tiefenpirschen in eine erlebbare magische Realität verwandelt wird.
Und somit haben wir hier ein Beispiel für Tiefenpirschen, in dem der Schamane die Enden des Kosmos packt und sie behände zur Erde hinunterbiegt, um damit gleichzeitig den Anwesenden ein Stück des kosmischen Einklangs und Ursprungs fühlbar und begreifbar zu machen, der uns normaler Weise nur im Verborgenen begleitet.
Tiefenpirschen verbiegt also die Realität durch Magie, aber nicht im Sinne eines Verzerrens, sondern vielmehr in Richtung auf Wahrhaftigkeit hin. Zumindest gilt dies für unser Tiefenpirschen im Heilfeld des Nagual-Schamanismus.
Ein bisschen erstaunt stelle ich gerade fest: Ich habe es tatsächlich fertiggebracht, Ihnen über Tiefenpirschen zu berichten, ohne Sie zu Selbstversuchen in diesem Bereich anzuleiten. Zumindest bleibt das an dieser Stelle doch zu hoffen. Denn es ist zwar völlig unwahrscheinlich bis unmöglich, dass Sie aus eigener Kraft zur Kunst des Tiefenpirschens hinfinden, doch könnten Sie beim Versuch, an diese Stelle des magischen Kosmos zu gelangen, leicht in ganz andere und nicht unbedingt immer heilsame und angenehme Zustände geraten.
Genau deshalb bleibt meine genaue Beschreibung des Tiefenpirschen hier eher vage. Immerhin können Sie jetzt vielleicht einen ersten Geschmack desselben auf Ihrer hoffentlich magisch interessierten Zunge spüren, und zudem haben Sie ein bisschen mehr über unsere Welt und die in ihr verborgenen magischen Strukturen erfahren.
Das nächste Mal werden wir uns vielleicht dem Thema Traum und Unendlichkeit zuwenden.
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