Nüchtern betrachtet…….diesmal von Lydia

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Ja, so habe ich es einfach noch gar nicht betrachtet. Doch die Nüchternheit ist ja selbst offenbar nicht ganz so nüchtern wie sie vielleicht sein sollte. Jedenfalls flatterte mir dieser Text von Lydia ins nüchterne Redaktionszimmer und wurde sogleich halb nüchtern halb euphorisch in unsere Reihen aufgenommen. Und da steht er jetzt…..einfach ganz…..

Lydia also schrieb:

Wenn ich es jetzt so recht bedenke, habe ich, einmal ganz nüchtern betrachtet,

oft keine Lust, die Welt ganz so nüchtern zu betrachten.

Nüchtern betrachtet, bin ich nämlich vor Allem auch sehr gerne euphorisch, ekstatisch, emotional und leidenschaftlich.

Nüchtern betrachtet, sollte ich öfter die Welt und ihre Gegebenheiten, die Ereignisse und vieles mehr noch viel nüchterner betrachten.

Wenn ich öfter etwas nüchtern betrachten würde, könnte ich ja zum Beispiel vielleicht das Eine oder Andere weit besser und effektiver organisieren.

Ja, mein ganzes Leben liefe dann viel mehr geordnet ab.
Wenn ich öfter Alles nüchtern betrachten würde, wäre ich wahrscheinlich bisweilen in meinem Job noch effektiver, ich würde schneller so manche Dinge mit weniger Aufwand herausfinden, ja fast Alles immerzu klar auf die Reihe bekommen.

Wenn ich öfter Alles nüchtern betrachten würde, wäre schließlich meine Beziehung ruhiger, es gäbe auch viel weniger Streit, kaum je übertriebene emotionale Reaktionen.

Aber was wäre mein Leben ohne diese immer wiederkehrende Bewegtheit, ohne dieses leidenschaftliche Nichtnüchternsein?

Nein, ich will mit der Nüchternheit nicht tauschen. Auf gar keinen Fall.

Ganz nüchtern betrachtet ist mir das nüchterne Dasein einfach viel zu nüchtern.

Da käme mir das Leben ja langweilig, fad, sogar ein wenig schal vor. Ich hätte sicher das Gefühl, ich wäre zu phlegmatisch.

Etwas gar nicht so nüchtern zu betrachten, bedeutet für mich, lebendig zu sein, das pure Leben zu atmen. Das liebe ich, das bin ich…

….und ich bin wie ich bin,….

… das Leben nicht immerzu nüchtern betrachtend.

 

 

 

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