Spotlight, der schamanische Scheinwerfer: Diesmal mit dem Spruch der Woche.

Steinmann

“Mit Vision oder im Traum

fällt ein Schamane nicht vom Baum.”

Ist das nicht ein wundervoller und sehr klarer Spruch?

Ja, Sie haben wohl Recht.

Klar ist er ja, aber was soll er denn jetzt eigentlich bedeuten?

Fragen wir den Experten, also wohl am Besten mich.

Hier gleich einmal seine von mir, dem Herausgeber der Zeitung, bereits im Vorfeld als mit der Ansicht des Autors dieser Zeilen identisch und deshalb auch als wohl schamanisch wahr autorisierte Meinung:

Dieser alte schamanische Spruch kann selbstverständlich auf mehr als eine Art verstanden werden.
Er bezieht sich wohl auf einerseits auf die gesteigerte Fähigkeit zur Balance in allen Lebenslagen, die dem Schamanen innewohnt.

Er könnte aber auch heißen, dass der Schamane, sei er nun Träumer oder Pirscher, seinen Platz im Reich des Spirits behauptet, wenn er sich eben genau seiner Berufung hingibt.

Eine dritte Interpretation bezieht sich auf die schamanische Einweihung. Der Schamane fällt eben nicht vom Baum des Zufalls, sondern muss seinen schamanischen Lebensbaum durch eine intensive Zeit der Schulung erst ins Leben rufen und danach noch erklimmen.

Eine weitere, wenn auch von mir zunächst nicht so sehr favorisierte Möglichkeit, diesen Spruch zu betrachten, ist einfach die, dass diejenigen Schamanen besser im alltäglichen Leben nicht auf Bäume klettern, welche dieser altehrwürdigen Kunst nur visionär oder im Traum mächtig sind.
Allerdings müsste dann der Wortlaut des Spruches ja eigentlich lauten: In der Vision oder im Traum.
Was die Bedeutung des Ganzen wohl wieder verändert.

Es dürfte also wohl etwas ganz Anderes gemeint sein:

Der Schamane wird durch seine Vision oder seine Traumkraft eben auch im Alltag, unter anderem auch beim Besteigen eines Baumes, geschützt. Er findet sich selbst in der Geborgenheit der Kraft wieder.

Dabei ist es jetzt vielleicht auch gar nicht mehr so wichtig, ob dieser Baum jetzt in der Vision, im Traum oder im Garten des Schamanen zu finden wäre.

Nun, wenn wir es so betrachten, gefällt mir diese letzte Interpretation des Spruches ja eigentlich dann doch wieder recht gut.

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