Stormy monday, Montagskater 16

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Kaum bin ich wieder ein paar Tage zurück von meiner Reise in die Berge, schon ereignet sich wieder einmal Ungeheuerliches.

Und ja, natürlich, wieder genau am Montag. Dem Tag des Katers, wie Sie ja schon ahnen können, wenn Sie meine Katergeschichten bisher auch nur ganz vage und sehr selten gelesen haben sollten.

Diesmal hatte ich ein ganz ausgeklügeltes System ausgedacht, wie ich der eigentlichen Bedeutung und dem magischen Hintergrund meines wiederkehrenden Montagskaters endlich einmal auf die Schliche kommen könnte.
Es war einfach zu großartig. Diesmal konnte nichts schiefgehen, weil sich die ganze grandiose Idee einzig und allein in meinem Kopf befand.

Aber dann wurde mir mit einem plötzlichen Gefühl des Schreckens klar, dass mein Kurzzeitgedächtnis, wie ja schon an anderer Stelle kurz von mir angesprochen, allmählich immer mehr zu wünschen übrig lässt.

Deshalb mache ich mir in letzter Zeit auch beständig Notizen.

Das bringt zudem noch den zusätzlichen Vorteil mit sich, dass es sehr intellektuell wirkt und den Betrachter auf eine professionelle, schlichte und doch sehr kompetent wirkende Weise dazu verführt, jeder meiner Handlungen und Bewegungen eine tiefgründige und wohldurchdachte Absicht zuzuschreiben.
Allerdings wäre mir dieser reine wenn auch angenehme Nebeneffekt meines Mitschreibens oder Aufschreibens als Begründung für das laufende Verfassen so vieler Notizen nicht wirklich ausreichend lohnend erschienen, wäre da eben nicht auch noch diese Sache mit der zeitweisen Vergesslichkeit.
Ich bin also, das muss ich jetzt in aller Bescheidenheit doch zugeben, auf meine Notizen einfach zuweilen wirklich angewiesen.

Bei magischen Dingen verhält es sich naturgemäß etwas anders.
Erstens vergesse ich diese Sachen kaum, und zweitens kann ich die notwendigen Schritte eines Rituals, die Bedeutung eines Fetisches oder eines magischen Steines, der sich plötzlich zwar auf altvertraute aber leider bezüglich seiner eigentlichen Bedeutung ganz unbekannte Weise vor mir in seinem eigenen magischen Fluidum zu räkeln scheint, notfalls auch wieder rekonstruieren.

Zumeist funktioniert das dann auch, nur manchmal bleibt ein gewisses Gefühl des magisch Starken aber nur ungefähr wieder Vertrauten zurück.
Aber auch damit kann ich notfalls ganz gut leben.
Dann befinden sich eben einige Steine am Feenaltar, von denen ich insgesamt noch genau weiß, wozu ich sie insgesamt gesucht und magisch aufgeladen hatte.

Nur weiß ich bisweilen eben nicht mehr ganz genau, wann welcher Stein mit welcher magischen Facette von mir aufgeladen oder vorgefunden wurde.
Das allein fällt mir vielleicht nicht mehr so ganz genau ein.
Doch die Magie ist wunderbar, sie wirkt ungebrochen weiter und füllt alsbald auf ihre Art den gesamten Feenaltar mit einer wirklich herrlich glitzernden magischen Welle aus.
Das muss dann bisweilen eben auch für mich als Schamanen vollends genügen.

Doch diese Idee, wie mir der Kater endlich sein Geheimnis offenbaren sollte, ob es ihm nun gefiele oder nicht, schien mir zu wertvoll, um sie in einem allgemeinen magischen Feld untergehen zu lassen.

Deshalb schrieb ich sie nahezu sofort auf. Sie füllte auch gleich einmal drei dicht beschriebene Seiten im Format A4, wenn auch nur einseitig bedruckte.

Denn aufgrund gewisser technischer Schwierigkeiten mit meinem Drucker, ja genau genommen aufgrund gewisser technischer Schwierigkeiten, die ich eigentlich mit allen fortschrittlichen technischen Geräten verbinde, welche die Menschheit oder jedenfalls ihr technisch allzu versierter Teil auf weniger technikaffine Zeitgenossen wie mich losgelassen hat, vermeide ich das beidseitige Bedrucken der Blätter mit dem, – von mir so heldenhaft auf technisch weit über meinem Verständnis liegenden Maschinen wie Computern -, Geschriebenen.

Dabei entsteht nämlich zu oft sofort ein quasi unentwirrbarer Blattsalat, den ich dann nur händisch und nur unter ganz grober Gewaltanwendung dem Drucker wieder entreißen kann.

Ich fürchte, ich bin jetzt fast zu weit von meinem eigentlichen Thema, dem Ungeheuerlichen, das sich gerade hier ereignete, abgeschweift.

Ich hatte also drei dichtbeschriebene Seiten mit der genial durchdachten Anleitung zum Aufdecken des Katergeheimnisses ausgedruckt und vor mir auf meinem Schreibtisch ausgebreitet.
Gerade wollte ich den Text wieder lesen, um mich noch einmal gründlich und klar an all jene Einzelheiten zu erinnern, die für das Gelingen meines neuen Plans wohl von ganz entscheidender Bedeutung sein würden.

Da legte sich eine gewaltige dunkle Pfote auf mein Gesicht und ich spürte den Stich scharfer Krallen über meiner Kopfhaut und an meinen Ohren. Ich hielt den Atem an.

Lesen Sie weiter im nächsten Teil dieses Blogs….

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